Eschweiler - Und plötzlich ist der Elefant weg

Und plötzlich ist der Elefant weg

Von: Sarah Maria Berners
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Mit einem besonderen Blick auf
Mit einem besonderen Blick auf die wilden Tiere Namibias ist Hans Ulrich Aschenborn aufgewachsen. Jetzt stellt er seine Kunst in Eschweiler aus. Foto: S.M. Berners

Eschweiler. Löwen, die aussehen, als würden sie jeden Moment den Angriff starten, ein Büffel, der mit einem Tiger ringt, und träumende Elefanten, die mit ihrem Tross durch das Land ziehen - wer wilde Tiere so zu malen vermag, der muss sie aus der Nähe kennen.

Hans Ulrich Aschenborn tut dies. Der in Aachen lebende Ingenieur ist in Namibia aufgewachsen und dort zwischen den wilden Tieren groß geworden. „Das eröffnet Perspektiven, die man gesehen haben muss, um Bilder von Tieren zu malen, die besser sind als Fotografien”, sagt der Künstler. Schon sein Vater Dieter und Großvater Hans Anton Aschenborn waren in Namibia bekannte Tiermaler. Hans Ulrich ist in ihre Fußstapfen getreten und zeigt seine Werke in Museen in Swakopmund, Windhoek und in der National Art Gallery of Namibia.

Eine Frage der Perspektive

Jetzt sind seine Werke auch im Bistro de Ville in Eschweiler zu sehen. Einige Tiere verfolgen den Betrachter regelrecht mit ihren Augen, andere verändern sich, je nachdem aus welcher Perspektive man sie anblickt. So wird der Sonnenuntergang hinter den tanzenden Zebras immer roter. Mit einer Sand-Technik bringt Aschenborn die dafür notwendigen Strukturen und Schattierungen in seine Bilder. Manchmal lässt er Tiere sogar aus dem Bild verschwinden. Chamäleon-Technik nennen das die Fachleute.

Hans Ulrich Aschenborn konzentriert sich aber nicht nur auf die Tiermalerei. Skulpturen mit besonderen Schattenspielen und abstrakte Kunst in Glasbausteinen erweitern sein Repertoire. Angeeignet hat er sich diese Techniken selbst oder im Dialog mit anderen, geschätzten Künstlern. Kunst studieren wollte Aschenborn nämlich nicht. Stattdessen entschied er sich für das Bauingenieurwesen, promovierte und arbeitet heute als Professor in Köln.

Diese Entscheidung hat ihm vor vielen Jahren Sicherheit und damit auch künstlerische Freiheit gegeben. „Es hat mich unabhängig gemacht, und meine Kunst wurde nicht beeinflusst”, sagt der Autodidakt rückblickend. Geprägt ist sie allerdings - von seiner Familie und den 18 Jahren in der Wildnis Namibias.

Die Ausstellung wird am morgigen Samstag um 18 Uhr von Anita Kloth, der Direktorin des Hotels de Ville Best Western, eröffnet. Bis zum 18. Juni können die Werke montags bis freitags von 18 bis 23 Uhr betrachtet werden.

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