Eschweiler - Umzug nach Dürwiß: Blau-Gelb hat klaren Matchplan

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Umzug nach Dürwiß: Blau-Gelb hat klaren Matchplan

Von: Andreas Röchter
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Volles Haus: Die Jahreshauptversammlung des TC Blau-Gelb Eschweiler war gut besucht. Kein Wunder, stand doch die Information zum möglichen Sportstättenwechsel auf der Tagesordnung. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Verbleib in der gewohnten Umgebung auf dem Gelände an der Jahnstraße oder Umzug nach Dürwiß auf die in unmittelbarer Nähe zum Freibad gelegene Anlage des im Jahr 2013 aufgelösten TC Rot-Weiß Dürwiß? Die Mitglieder des Tennis-Clubs Blau-Gelb Eschweiler stehen in den kommenden Monaten vor einer Entscheidung, die die Zukunft des gut 180 Personen starken Vereins maßgeblich prägen wird.

So fanden sich am Freitagabend wesentlich mehr Blau-Gelbe als gewohnt zur Jahreshauptversammlung in der Gaststätte Lersch ein. Schließlich standen „Informationen über das Angebot der Stadt zum Sportstättenwechsel nach Dürwiß“ auf der Tagesordnung. Nach ausführlicher Diskussion und zahlreichen Wortmeldungen wurde deutlich, dass ein beträchtlicher Teil der Mitglieder unentschlossen ist. Die Meinungen zum möglichen Umzug gehen weit auseinander. Einerseits sehen Mitglieder in Dürwiß „ein vorhandenes Potenzial, neue Mitglieder zu gewinnen“. Die Warnung von Vereinskollegen lautet dagegen: „Ein kleiner Verein zieht auf eine viel zu große Anlage!“

Baldiger Besichtigungstermin

Es besteht also weiterer Redebedarf zwischen den Verantwortlichen der Stadt und den Vertretern des Vereins. Diese streben zeitnah einen weiteren Besichtigungstermin an, der allen Vereinsmitgliedern die Möglichkeit geben soll, sich ein Bild von der Tennisanlage in Dürwiß zu machen. Kurz nach dem Start der Freiluftsaison, die am 28. April eröffnet wird, möchte der Vorstand der Blau-Gelben um den Vorsitzenden Jochen Wild zu einer weiteren Informationsveranstaltung in das Clubhaus einladen, bevor während einer außerordentlichen Mitgliederversammlung vor Beginn der Sommerferien die Entscheidung von den Mitgliedern gefällt werden soll.

Zur Ausgangslage: „Die Stadt Eschweiler hat ein großes Interesse daran, dass wir unsere Anlage an der Jahnstraße aufgeben, da das Grundstück in einen neu aufzustellenden Bebauungsplan einfließen soll. Im Gegenzug stellt sie uns die Anlage in Dürwiß komplett funktionstüchtig zur Verfügung“, begann der wenige Minuten zuvor ohne Gegenstimme im Amt bestätigte Blau-Gelb-Vorsitzende Jochen Wild seine Ausführungen. Vor einigen Monaten habe Bürgermeister Rudi Bertram Kontakt zum Verein aufgenommen.

Inzwischen hätten drei Treffen, darunter ein Ortstermin auf der Anlage am Freibad Dürwiß stattgefunden, an denen auf städtischer Seite unter anderem Stefan Miseré und Dieter Kamp vom Amt für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften teilnahmen. „Obwohl in Dürwiß seit acht Jahren nicht mehr aktiv Tennis gespielt wird, wären die Plätze mit einem geringen Mehraufwand herzurichten“, so die Bestandsaufnahme von Platzwart Werner Goldner. „Die erste Aufarbeitung der Plätze würde von der Stadt übernommen“, ergänzte Jochen Wild, der deutlich machte, dass der TC Blau-Gelb im Falle eines Umzugs acht der insgesamt zehn Plätze der Dürwisser Anlage in Betrieb nähme. „Mehr macht für uns keinen Sinn“, stellte der Vorsitzende klar.

Das Angebot der Stadt sehe einen Pachtvertrag über zehn Jahre bei im Vergleich zur aktuellen Situation gleichbleibendem Pachtbetrag vor. Der Pachtvertrag für die Anlage in der Eschweiler Innenstadt läuft noch bis zum Jahr 2025.

Problem: Wohnung im Clubhaus

Ein Knackpunkt in den Verhandlungen sei die im Clubhaus in Dürwiß vorhandene Wohnung, die neu vermietet werden müsste.

„Prinzipiell könnten wir diese Wohnung mitpachten und dann vermieten“, ließ Jochen Wild wissen. Dies sei für den Verein jedoch nicht tragbar.

„Fakt ist, dass die Stadt lieber heute als morgen eine Entscheidung pro Dürwiß von uns hätte. Doch wir haben deutlich gemacht, dass wir Zeit benötigen, um jedes Mitglied ausreichend informieren zu können. Wir werden nichts übers Knie brechen“, versicherte der Vorsitzende.

Die anschließende Diskussion lieferte zahlreiche Argumente. Die Befürworter des Umzugs führten unter anderem „das große Entwicklungspotenzial“ des Ortsteils im Norden Eschweilers an. Außerdem sei die Verhandlungsposition des Vereins derzeit stark, da die Stadt auf Blau-Gelb zukomme.

„Wer weiß, wie sich die Situation nach 2025 darstellt“, folgte der Blick in die Zukunft. Eines der Gegenargumente lautete, dass es in keinster Weise eine Garantie für einen Mitgliederzuwachs gebe, da sich Tennis einer immer größer werdenden Konkurrenz anderer Sportarten erwehren müsse. Vielmehr sei die Gefahr gegeben, dass die starke Erschütterung des Vereinslebens, die ein Umzug zwangsläufig mit sich bringe, zum Absprung von aktuell aktiven Mitgliedern führe.

Das letzte Wort innerhalb der am Freitag durchweg fair ausgetragenen Kontroverse ist also längst noch nicht gesprochen.

Die erste Hälfte der Jahreshauptversammlung hatte zuvor im Zeichen der Neuwahlen des Vorstands gestanden. Sieben der neun Vorstandsmitglieder wurden ohne Gegenstimme in ihren Ämtern bestätigt.

Der 2. Jugendwart Uli Zimmermann sowie Schriftführer Dietmar Kurth schieden auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand aus. Lisa Hillebrand und Tobias Röber wurden zu ihren Nachfolgern bestimmt. Ein weiterer Höhepunkt des Jahres wirft bereits seine Schatten voraus: Vom 24. Juni bis zum 8. Juli richtet der TC Blau-Gelb Eschweiler die Stadtmeisterschaften auf der Anlage an der Jahnstraße aus. Ob dort noch eine Fortsetzung folgt? Die kommenden Monate werden es zeigen.

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