Überschlagsimulator: Kopfüber im Sicherheitsgurt eingeklemmt

Von: Patrick Nowicki
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Mit Schwung kopfüber: Was wie ein Kirmesgerät aussieht, simuliert die Situation, wenn man nach einem Überschlag mit dem Auto in den Gurten hängt. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Was tun, wenn sich der Wagen nach einem Unfall mehrmals überschlagen hat und man kopfüber im Sicherheitsgurt hängt? Die Antwort auf diese Frage ist nicht so einfach, denn der einfache Knopfdruck auf die Gurthalterung reicht eben nicht aus.

Man muss sich vielmehr mit den Beinen vom Armaturenbrett abdrücken und damit das straffe Band lockern. Erst dann gelingt es, den Gurt zu öffnen.

Zahlreiche Info-Stände

Wenn man in eine solche Situation gelangt, dann sollte man vorher einmal geübt haben. Die Schüler am Berufskolleg Eschweiler hatten am Freitag die Gelegenheit dazu, denn zum Verkehrssicherheitstag waren auf dem Schulhof an der August-Thyssen-Straße zahlreiche Info-Stände aufgebaut.

Dazu zählt auch der Überschlagsimulator der Dekra, in dem sich jeweils zwei Mitfahrer setzen konnten. Am besten ist es natürlich, wenn man erst gar nicht in so eine missliche Lage gelangt. Polizeihauptkommissar Stefan Esser reist mit anderen Sicherheitsberatern der Polizei sowie zahlreichen Kooperationspartnern von Schule zu Schule, um den jungen Leuten früh die Gefahren zu zeigen, die im Straßenverkehr lauern.

Denn falsches Verhalten kann grausige Konsequenzen haben. Am Stand der Aachener Polizei zeigen die Beamten Beispiele schlimmer Unfälle – in Film und Foto. Ein Notarzt des Klinikums Aachen erzählt von den Patienten, die mit schlimmsten Verletzungen nach einem Unfall auf seinem OP-Tisch landen. Auch er zeigt Bilder – nichts für Zartbesaitet. „Aber man muss die Schüler auf diesem Weg packen, damit sie verstehen, warum es wichtig ist, auf der Straße verantwortungsvoll zu handeln“, sagt Esser.

Viele Unfälle seien nämlich vermeidbar. Oft spielen Drogen wie Alkohol eine Rolle. Mit der Rauschbrille lässt sich wunderbar zeigen, wie der Körper bei 0,8 Promille reagiert. Auf dem Parcours tappst so mancher unbeholfen gegen die Hindernisse.

Fahrlehrer Harald Seeger nimmt die Schüler auch mit auf eine Rundfahrt mit dem Auto: Der Fahrer hat eine Rauschbrille aufgesetzt, zwei weitere Schüler schauen im Wagen zu, wie er sich dabei anstellt. Spätestens beim Einparken ist für die meisten Schluss, dann muss Seeger eingreifen, um einen Blechschaden zu vermeiden.

Auch die Polizei Eupen ist vor Ort: Sie präsentiert den Gurtschlitten, der den Aufprall eines Fahrzeugs mit elf Stundenkilometern simuliert. Man einer ist überrascht, welche Wucht der Aufprall auslöst. Handy am Steuer, Verhalten im Straßenverkehr, Erstmaßnahmen am Unfallort – die etwa 600 Schüler erfahren viel.

Am Verkehrssicherheitstag, der von Lehrer Harry Liedtke mitorganisiert wurde, waren die Suchtberatung Eschweiler, die Mobile Jugendarbeit der Stadt Eschweiler, die Verkehrswacht Aachen, der Malteser Hilfsdienst, die Dekra sowie die Polizei aus Aachen und Eupen beteiligt. Zuletzt fanden der Verkehrssicherheitstag vor drei Jahren im Eschweiler Berufskolleg statt.

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