Über 50, aktiv, sucht Wohnraum: Von der Idee zur Realität

Von: Patrick Nowicki
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Kein Fall fürs Altenheim: Die Stadt will auch den Wünschen der sogenannten „Generation 50 Plus” gerecht werden und für sie Projekte auf den Weg bringen. Foto: imago/INSADCO

Eschweiler. Mehrgenerationenhaus, Wohngemeinschaft, altersgerechte Mietwohnung - die Palette ist bunt, wenn sich Menschen mit über 50 Jahren Gedanken machen, wie sie im Alter wohnen wollen. Die Stadt Eschweiler will sich im Zuge des demographischen Wandels keiner Idee verschließen, denn längst ist die sogenannte „Generation 50 Plus” zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden.

Für Wohnideen hält sie nun vier Grundstücke bereit, wo „altersgerechte” Immobilien entstehen sollen: an der Burgstraße in Röthgen, an der Eichendorffstraße, am Indestadion und an der Weisweilerstraße in Dürwiß. Damit ist der weitere Weg jedoch nicht vorgezeichnet: „Dort können sich Menschen zusammenschließen und gemeinsam bauen, wir haben aber auch Investoren, die sofort tätig würden, wenn wir ihnen die Mieter bringen”, erläutert der Technische Beigeordnete der Stadt.

Bei diesem Thema sitzt die Verwaltung nicht alleine im Boot. Unterstützt wird sie von der Stiftung Kathy Beys, die bereits in Aachen innovative Wohnprojekte für diese Generation begleitet hat: „Man muss sich darüber im Klaren sein, dass eine Generation hinzugekommen ist; wer heute in Rente geht, hat in der Regel noch 20 aktive Jahre vor sich”, sagt Klaus Dosch von der Stiftung. Menschen, deren Kinder das Haus verlassen haben, „fragen sich schon, ob sie ihre Zeit nun damit verbringen wollen, den großen Garten in Ordnung zu halten”.

Konkrete Vorschläge

„Wenn die eigene Immobilie zur Belastung wird” war darum die erste Informationsveranstaltung im Mai überschrieben, der nun am 19. November eine weitere folgen wird. Dann allerdings sollen nach Möglichkeit schon konkrete Vorschläge für die vier von der Stadt angebotenen Standorte gefunden werden.

Auch die Immobilien-GmbH der Sparkasse Aachen wird informieren, schließlich soll auch die finanzielle Lage ausreichend beleuchtet werden. Fragen werden nämlich viele auftauchen, wie Marc Müller von der Sparkasse in seinem beruflichen Alltag erfahren musste: „Schwierig wird es vor allem, wenn etwas unter Zeitdruck geschehen muss.” Der Verkauf des zu groß gewordenen Eigenheims zum Beispiel. Deswegen solle man sich früh damit befassen.

Auch umweltpolitisch gewinnt das Thema an Bedeutung, denn schließlich geht es auch darum, Flächen effizient zu nutzen. „Wir können nicht immer weiter neue Baugebiete ausweisen, sondern sollten bestehende Gebäude effizient nutzen”, betont Klaus Dosch. Einen älteren Bau zu kaufen und ihn zu sanieren, kann sich nämlich durchaus für junge Familien lohnen. Im Gegenzug kann die ältere Generation auch im Alter über 50 Jahren in ihn investieren.

„Die Nachfrage ist sehr groß”, weiß die Architektin Ursula Komes von der Planungsgruppe Wohnstadt. Allerdings seien die Angebote noch nicht so umfangreich oder noch nicht bekannt. „Gemeinschaftlich Wohnen 50 Plus” lautet ein Projekt der Kathy-Beys-Stiftung, für die Ursula Komes auch arbeitet. In diesem Fall finden sich „Gleichgesinnte” zusammen, um selbst ein altersgerechtes Mehrfamilienhaus zu erreichten oder es von einem Investor bauen zu lassen, um sich dort einzumieten.

Die Stadt Eschweiler übernimmt bei diesem Thema eine Vorreiterrolle. „Selbst in Aachen ist man nicht so weit”, stellt Klaus Dosch heraus. Zudem sei der Standort ausgesprochen interessant: „Ob ich nun 35 Minuten von Walheim aus in die Innenstadt fahre oder die gleiche Zeit von Eschweiler aus benötige, da ist kein Unterschied.”

In Aachen seien die Immobilienpreise förmlich explodiert, auch das spreche für die Indestadt. Nicht zuletzt sei die Anbindung an Bus und Bahn gut, die Innenstadt attraktiv. „Es geht schließlich nicht nur um die Wirtschaftskraft dieser Generation, sondern vor allem um ihre Bedürfnisse.”
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