Eschweiler - Trotz Regen sagen Pilger „Yes we can!”

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Trotz Regen sagen Pilger „Yes we can!”

Von: Stefan Herrmann
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„An dieser Stelle sollst du mir ein Kapellchen bauen” hörte Kaufmann Hendrick Busmann 1641 dreimal eine Stimme. Heute pilgern Gläubige an seiner Statue vorbei. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. „Das ist Kevelaer!”, blickt Franz-Josef Dittrich unter seiner Kapuze hervor. Die Regentropfen kullern über seine Brille. Es regnet wie aus Kübeln. Dittrich lacht trotzdem. Ein wenig schade sei es schon, dass der Himmel gerade an diesem Mittwochmittag mit Volldampf seine Schleusen öffnet, meint der Präfekt der Eschweiler Bruderschaft.

Die feiert in diesem Jahr die 275. Kevelaer-Wallfahrt. Die wohl älteste Tradition der Indestadt. Und trotzdem ist sie jung geblieben und pulsiert voller Leben, wie die insgesamt 500 Eschweiler Pilger während des Pontifikalamts mit Weihbischof Dr. Johannes Bündgens in der Pfarrkirche St. Antonius eindrucksvoll beweisen.

Während die 132 Fußpilger bereits am Sonntag von St. Peter und Paul zum 105 Kilometer langen Marsch nach Kevelaer aufbrachen, folgen drei Tage später viele hundert Indestädter per Bus und Auto. Die logistische Meisterleistung im Hintergrund sei bewundernswert, vor allem aber „sind es die Gespräche auf dem Weg, das Gemeinschaftserlebnis”, ergänzt Präses Pfarrer Dr. Andreas Frick, was die Eschweiler Kevelaer-Wallfahrt zu einem außergewöhnlichen Glaubenserlebnis mache.

Kurz vor zehn gibt es in der Pfarrkirche St. Antonius nur noch Stehplätze zu ergattern. Das Gotteshaus ist rappelvoll. Die Priester ziehen mit ihrem Weihbischof Dr. Johannes Bündgens an der Spitze ein. 18 Messdiener begleiten sie, Weihrauch schwenkend - ein feierlicher Anblick.

Mit „Yes we can” zitiert der Geistliche den weltlichen Politiker Obama. Eine nicht gerade „tiefsinnige” Botschaft, wie der Bischof zugibt, und doch aussagekräftig: Die Menschen brauchen Optimismus, eine „robuste Freude”.

Nach der Mittagspause (die auch der Regen zum Ausruhen nutzte) treffen sich die Pilger am Gnadenbild und ziehen los zum Kreuzweg. Der Regen zieht mit. Doch im Regen stehen die Pilger nur sprichwörtlich. Wallfahrt als Sucht? Schneller, höher, weiter! Nein. 275 Jahre Pilgerreise nach Kevelaer sind gelebte Tradition, gemeinschaftliches Miteinander. Eine Glaubensfrage.
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