Eschweiler - Tröstende Hilfe auf dem schweren letzten Weg

Tröstende Hilfe auf dem schweren letzten Weg

Letzte Aktualisierung:
13493492.jpg
Die neuen Ehrenamtler in der Hospizinitiative: (hintere Reihe stehend, von links) Susanne Schütze, Angelika Menzel, Birgit Skottke, Elisabeth Weiße, Sylvia Pont, Jessica Buchhorn und Margot Bartusel, (vordere Reihe sitzend, von links) Birgit Dagutat, Uschi Mayer, Ewa Ziemer-Mondry sowie die Kursleiterinnen Christina Schuch und Gabriele Schippers.
13493518.jpg
Der Vorstand des Hospizdienstes Eschweiler/Stolberg: Georg Pähler, Manuela Rheinberg und Gabriele Schippers. Foto: I. Röhseler

Eschweiler. Das neue Hospiz- und Palliativgesetz hat für die Hospizarbeit in vielen Bereichen Verbesserungen gebracht. Trotzdem ist es nach wie vor wichtig, auf die Belange schwerstkranker und sterbender Menschen sowie ihrer Angehörigen aufmerksam zu machen und über die Möglichkeiten der hospizlichen Begleitung und palliativen Versorgung zu informieren.

Nur so kann man den Ängsten vieler Menschen am Lebensende begegnen, etwa die Angst vor dem Alleinsein, die Angst vor Schmerzen und davor, anderen zur Last fallen. Schwerstkranken und sterbenden Menschen die letzte Zeit ihres Lebens so würdig wie möglich zu gestalten, dafür ist der Ambulante Hospizdienst Eschweiler/Stolberg seit 1999 da.

In diesem Jahr in Stolberg mit sieben Frauen begonnen, schlossen sich neun Jahre später die Ambulante Hospizgruppe Stolberg und die 2004 gegründete Hospizinitiative Eschweiler zusammen. An der Spitze steht Manuela Rheinberg als Vorsitzende.

„Einem Sterbenden den Wunsch zu erfüllen, zu Hause zu sein, kann für alle Beteiligten ein großes Geschenk sein“, sagt die Hospizinitiative. Dort werde der Sterbende von seinen Angehörigen versorgt. Er behalte seinen Platz in der Familie und sei nicht von geliebten Menschen getrennt. Die Angehörigen würden das Sterben mit- und könnten schon einen Teil der Trauer durchleben.

Neben den Hausärzten steht in Eschweiler auch das Palliativnetz Stolberg-Eschweiler zur häuslichen Versorgung schwer kranker Patienten zur Verfügung. Darin gibt es palliativ geschulte Ärzte und Palliativpflegedienste, die 24 Stunden am Tag erreichbar sind und mit Hausärzten, Apotheken und Pflegediensten zusammenarbeiten.

Neben dieser allgemeinen palliativen Versorgung, auf die gesetzlich alle Kranken Anspruch haben, gibt es auch die spezialisierte ambulante Palliativversorgung. Sie dient vorübergehend oder dauerhaft der Versorgung von Patienten mit komplexen Krankheitsverläufen. Teams können beraten, koordinieren, teilversorgen oder vollständig tätig werden.

„Wir als ambulanter Hospizdienst können ein Stück lebenspraktische Alltagsunterstützung für den Kranken und seine Umgebung anbieten. Innerhalb der ambulanten Palliativversorgung sind wir die Fachleute fürs Alltägliche. Wir sind es, die Zeit haben am Bett der Sterbenden zu sitzen und der Familie beizustehen“, sagt die Vorsitzende Manuela Rheinberg. Die Ehrenamtlichen täten Alltägliches, aber im Angesicht des Todes und in der Wahrnehmung von Abschied und Trauer. „Im Unterschied zu manchen anderen Freunden und Verwandten haben wir keine Angst vor dem Thema Tod“, berichtet sie.

Ehrenamtliche Tätigkeit im Hospizdienst ist eine qualifizierte Tätigkeit. Georg Pähler, 2. Vorsitzender: „Bei unseren Ehrenamtlichen schauen wir sehr genau, ob sie körperlich und seelisch belastbar sind.“ So sollen sie bei Beginn des etwa 120 Stunden umfassenden Ermutigung- und Befähigungskurses nicht mehr in einem akuten Trauerprozess sein. Auch nach dem Kurs führe man regelmäßig Motivationsgespräche.

Koordiniert wird das Angebot von Gabriele Schippers: „Unsere Hospizmitarbeiter verpflichten sich zur Einhaltung der Schweigepflicht und zur Teilnahme an den regelmäßig angebotenen Supervisionen und Fortbildungen.“ Die ehrenamtlichen Hospizmitarbeiter leisten zwei bis vier Stunden ein- bis zweimal wöchentlich. Möglich ist es auch, einen Begleiter für Kranke und einen für pflegende Angehörige oder auch Kinder zu stellen. Dies sei eine Sache der gegenseitigen Absprache. Und: „Unser Engagement ist für die betroffenen Familien immer kostenfrei.“

Und die Zahl der Helfer wächst. So schlossen zehn neue Mitarbeiterinnen den Ermutigungs- und Befähigungskurs ab. Bei den Vorstandswahlen in der Mitgliederversammlung wurden Manuela Rheinberg und Georg Pähler zu den ehrenamtlichen Vorsitzenden gewählt, als Beisitzende arbeiten Christa Krichel, Sabine Reinartz und Silvia Breuer mit im Vorstand.

Zweimal wöchentlich dienstags (16 bis 18 Uhr) und donnerstags (15 bis 17 Uhr) finden offene Sprechstunden im Büro im Seniorenzentrum an der Marienstraße 7 in Eschweiler statt. Gabriele Schippers hofft auf weitere Unterstützung: „Wir freuen uns, wenn sich Menschen mit Interesse an der Hospizarbeit bei uns melden. Für Kurse und Fortbildungen unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter sind wir auch weiterhin auf Spenden angewiesen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert