„Tricubische Strukturen“: Wenn das Dreieck in den Mittelpunkt rückt

Von: ran
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Die Verknüpfung von Räumen unter Anwendung geometrischer Bildsprachen ist sein Thema: Max Stiller zeigt bis Sonntag, 21. Mai, im Rahmen der vom Eschweiler Kunstverein präsentierten Ausstellung „Tricubische Strukturen“ einen Ausschnitt seines Werks in der Städtischen Kunstsammlung im Talbahnhof. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Das Dreieck als Ausdrucksform? Wohl nicht nur bei der stellvertretenden Bürgermeisterin Helen Weidenhaupt, die als Vorsitzende des Kulturausschusses die vom Eschweiler Kunstverein präsentierte Ausstellung „Tricubische Strukturen“ vor zahlreichen Gästen in der Städtischen Kunstsammlung eröffnete, löste der Untertitel der Werkschau des Künstlers Max Stiller mehr oder weniger „unangenehme Erinnerungen“ an den Geometrie-Unterricht während der eigenen Schulzeit aus.

Auch Kunstkritiker Stefan Skowron bekannte, nach dem Erhalt der Einladung, während der Vernissage in die Ausstellung einzuführen, zunächst „schlaflose Nächte“ gehabt zu haben. Schließlich gehe der Titel keinesfalls leicht über die Lippen. Doch nach der Auseinandersetzung mit der Arbeit von Max Stiller lautet sein Fazit: „Manche nennen sein Werk Kunst, ich sage großartige Kunst!“

Max Stiller selbst erklärt, dass die zum Teil erkennbaren Motive seiner Bilder nicht ausschlaggebend seien. „Im Mittelpunkt meines Schaffens steht die Verknüpfung von realen mit imaginären Räumen“, so der in Neuss geborene Künstler, der im Dreieck das zentrale Gestaltungselement sieht. Im Jahr 2005 begann seine Auseinandersetzung mit der Raumgeometrie und den daraus resultierenden geometrischen Bildsprachen. Ein Konzept, für das er die Überschrift „Tricubische Strukturen“ fand und das von ihm möglichst stringent verfolgt wird. „Wenngleich ich natürlich stetig an meinem Schaffenskonzept feile“, unterstreicht Max Stiller.

Stefan Skowron forderte seine Zuhörer auf, sich unvoreingenommen auf die Bilder des Künstlers einzulassen. „Es ist der erste Moment der Begegnung mit dem Werk in Unkenntnis der Theorie, der funktionieren muss und der Kopf, Bauch und Gehirn in die Magie der Bilder eintauchen lässt“, betonte der Referent.

Max Stiller gelinge es, „Monumentalität“ zu erschaffen, obwohl seine Bilder in Sachen Format häufig das Maß 80x100 Zentimeter nicht überschritten. „Zwei Bilder von ihm genügen, um einen Raum vollständig auszufüllen. Denn nicht das Format der Bilder, sondern deren Ausführung, die unser Innerstes dazu bringt, eine Charakterisierung vorzunehmen, ist entscheidend“, merkte Stefan Skowron an.

Der „monumentale Charakter“ sei ein ästhetisches Phänomen, dem kein ideologischer Ansatz zu Grunde liege. Vielmehr gelinge es Max Stiller, Erhabenheit und Anmut zu kreieren. Wie er dies bewerkstelligt? „Indem er es nicht darauf anlegt, monumentale Momente zu provozieren!“, erklärte der Kunstexperte.

Die Verknüpfung von Räumen diene bei Max Stiller eben nicht der Verdichtung, sondern der Vervielfältigung von Raum, so Stefan Skowron, der den Gästen der Vernissage abschließend die Homepage (www.maxstiller.de), auf der der Künstler sein Konzept auf bemerkenswerte Weise erkläre, ans Herz legte. „Aber eben erst nach der ersten persönlichen Begegnung mit den Kunstwerken!“

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