Triangel: Schutzraum und Rückzugsort für psychisch Kranke

Von: pan
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Ansprechpartner in der Beratungsstelle „Triangel“: Alf Oberkoetter und Linda Herschel. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Menschen mit psychischen Erkrankungen fühlen sich oft ausgegrenzt, alleine und hilflos. Sie suchen einen Schutzraum. Diesen bietet ihnen in Eschweiler die Beratungsstelle „Triangel“, die sich seit 1991 an der Röthgener Straße befand und nun in die Dürener Straße 1b umgezogen ist.

Die Anlaufstelle für Kranke, aber auch deren Angehörige zählt zum Sozialpsychiatrischen Zentrum (SPZ) der Städte Eschweiler, Alsdorf und Herzogenrath. Träger ist der Förderverein für die Rehabilitation psychisch Kranker und Behinderter.

Steigende Zahlen

Die Arbeit in der „Triangel“ in Eschweiler nimmt zu. Immer mehr Menschen leiden an einer Psychose, einer Depression oder Persönlichkeitsstörung. Manche dieser Krankheiten treten plötzlich auf, andere entwickelten sich früh in der Kindheit. Mit verschiedenen Institutionen will das SPZ diesen Menschen eine Stütze sein. Die Anlaufstelle in der Dürener Straße macht niederschwellige Angebote.

Die beiden Sozialpädagogen Linda Herschel und Alf Oberkoetter zeigen Wege in eine Tagesstruktur, veranstalten Freizeitaktivitäten und unterstützen in Konfliktsituationen. Die Angebote sind freiwillig und gratis.

„Es tut den Betroffenen gut, sich nicht ständig mit ihrer Krankheit auseinandersetzen zu müssen“, beschreibt Alf Oberkoetter, der Leiter des Betreuten Wohnens. Mit dem Umzug in die Dürener Straße ist die Beratungsstelle leichter zu erreichen. Auch Angehörige von Betroffenen suchen dort Rat oder tauschen sich mit anderen Menschen aus. Eine Therapie können die Hilfen in der „Triangel“ natürlich nicht ersetzen. Das Angebot sei ausdrücklich niederschwellig angelegt, sagt Oberkoetter.

Nach wie vor machen er und die anderen Mitarbeiter der Einrichtung die Erfahrung, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen argwöhnisch betrachtet werden – auch im Zeitalter der Inklusion. „Man muss sich nur einen Krimi im Fernsehen anschauen: Die Mörder und Täter sind meistens psychisch krank“, meint Oberkoetter. Dabei sei die Kriminalitätsrate bei psychisch Erkrankten geringer als bei anderen Menschen.

Zwischen 50 und 60 psychisch Kranke besuchen die „Triangel“ regelmäßig und nehmen an den Angeboten teil. Fünf Mal in der Woche findet ein Offener Treff statt, an zwei Tagen ist er mit einem Frühstück verbunden. Hinzu kommen Gesprächsgruppen für Betroffene oder Angehörige, Ausflüge, Gedächtnistraining, gemeinsames Singen und Kochen sowie Spaziergänge. Teilnehmen kann jeder, lediglich die Beratungsgespräche müssen vorher vereinbart werden.

Dies alles soll den Erkrankten helfen, aus ihrer Isolation herauszutreten. „Um ein Angebot in der Triangel wahrzunehmen, muss sich niemand mit Diagnose ausweisen, ja von manchen kennen wir noch nicht einmal ihren Namen“, schildert Oberkoetter. Genau darin unterscheidet sich die Hilfe von anderen therapeutischen Maßnahmen. Die „Triangel“, sie ist ein Schutzraum, ein Rückzugsort, der immer wichtiger wird. Denn auf die Frage, ob die Zahl der psychisch Erkrankten steigt, weil die Belastungen im Beruf stetig zunehmen, antwortet Oberkoetter: „Wir führen zwar kein Buch über die Gespräche, aber das nehmen wir so wahr.“

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