Eschweiler - Treffpunkt für alle: In der Villa Faensen tut sich einiges

Treffpunkt für alle: In der Villa Faensen tut sich einiges

Von: Rudolf Müller
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Haben in der Villa am Stadtgarten noch eine Menge vor: Cem Gökce und Peter Toporowski vom Amt für Soziales, Senioren und Integration , die Fotografen Eckhard Pelky und Markus Boshpf sowie der unermüdliche engagierte Ehrenamtler Hartmut Becker. Foto: Rudolf Müller
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Nein, das hier ist nicht Hartmut Becker. Könnte es aber sein: Becker ist es, der das große Muschelessen in der Villa am 15. November organisiert. Ein Angebot, das schon im vergangenen Jahr ein voller Erfolg war.

Eschweiler. Die Zeiten, in denen die einstige Villa Faensen zwischen Marienstraße und Stadtgarten lediglich Treffpunkt für betagte Mitbürger war, gehören langsam der Vergangenheit an. Das schmucke städtische Haus, das – noch – den Namen Seniorenzentrum trägt, öffnet sich mehr und mehr, wird zur Begegnungsstätte für Menschen jeden Alters.

Ein Erfolg, der viele Väter hat: Da sind nicht nur die Sozialamtsmitarbeiter Peter Toporowski und Cem Gökce, die hier dem „Quartier Mitte“ ein Mehr an Lebensqualität verschaffen wollen, sondern auch zahlreiche ehrenamtlich engagierte Menschen wie Hartmut Becker und Gretel Germann, Jörg Drescher und nun auch Eckhard Pelky, Markus Boshof und Markus Raschke. Die drei Letztgenannten sind erfahrene (Hobby-) Fotografen und stellen eine breite Palette ihrer Werke demnächst in der Villa aus.

Überhaupt tut sich einiges im Haus Marienstraße 7. Am kommenden Samstag zum Beispiel. Einem ganz besonderen Samstag: dem Elften im Elften. „Nicht nur ältere Mitbürger haben hier ein ganz tolles Haus, und das sollten wir nutzen“, sagt Hartmut Becker. Also wird eingeladen: Jung und alt können hier ab 10 Uhr die Eröffnung der Karnevalssession feiern.

Mit Äezezupp, lauwarmem Kartoffelsalat nach norddeutscher Art und der passenden Brühwurst, wie Becker sagt. Und natürlich mit Musik: Drehorgelspieler Hans-Josef Sewelies hat sich angesagt. Dass das Noch-Seniorenzentrum über die einzige Behindertentoilette weit und breit verfügt, macht die Öffnung an diesem Tag umso sinnvoller.

Inzwischen, so Peter Toporowski, werde auch überlegt, das Haus am Rosenmontag zu öffnen: „Dann hätten zudem auch Familien mit kleinen Kindern die Möglichkeit, sich hier aufzuwärmen.“

Muschelessen und Fotoschau

Schon am Mittwoch kommender Woche steht ein weiteres „Highlight“ auf dem Programm in der Villa: Hartmut Becker und seine Mitstreiter laden zum großen Muschelessen ein. Das war schon bei der Premiere im vergangenen Jahr ein voller Erfolg – die verfügbaren Plätze waren im Nu ausgebucht.

Jumbo-Muscheln auf rheinische Art mit Schwarzbrot und Butter für 6,50 Euro: „Was wir hier den Leuten bieten, muss auch für weniger Betuchte bezahlbar sein“, unterstreicht Toporowski. Wer dabei sein möchte, sollte sich schnellstmöglich im Haus anmelden.

Drei Tage später, am Samstag kommender Woche, beginnt um 10 Uhr die Fotoausstellung von Pelky, Boshof und Raschke. Bilder von Menschen, Bilder von Reisen, ein breites Spektrum an Themen. Weitere, themenbezogene Ausstellungen – zum Beispiel zum Eschweiler Music Festival oder zur Art Open – sollen folgen, im Zwei- oder Drei-Monats-Rhythmus.

Nicht nur das Fotografentrio, auch andere Künstler können hier ausstellen. In guter Tradition: Das Obergeschoss der Villa war einst Domizil der städtischen Kunstsammlung. Für Peter Toporowski sind auch solche Ausstellungen eine gute Möglichkeit, vermehrt jüngeres Publikum in die Quartiersvilla zu holen.

Über 10.000 Besucher im Jahr

In eine Villa, die sich ohnehin steigender Beliebtheit erfreut: Allein im vergangenen Jahr besuchten rund 10.000 Indestädter die Villa. In diesem Jahr werden es noch mehr sein: „Bis Juli hatten wir schon an die 8000“, freut sich Peter Toporowski.

Gefeiert wird hier natürlich auch im Dezember: Am 6. Dezember, am Nikolaustag, steht eine große Weihnachtsfeier auf dem Programm. „Alle Eschweiler sind herzlich eingeladen“, betont Toporowski. Wer dabei sein möchte, sollte sich umgehend eine Eintrittskarte für fünf Euro besorgen. Dafür gibt‘s dann ein geselliges Beisammensein mit einem kleinen, aber feinen Programm, Getränken, belegten Brötchen und einem Weihnachtspräsent.

Der Platz in der Villa ist beschränkt. „Und die Karten gehen immer rasend schnell weg“, weiß Becker.

Am 11. und 18. Dezember steht Bingo auf dem Programm. Mit weihnachtlich attraktiven Präsenten und (am 11.) einem Fläschchen Piccolo für jeden Mitspieler.

Weihnachtlich wird es in der Villa am Stadtgarten auch am 24. Dezember. „Heiligabend nicht allein“ lautet dann das Motto. Eine Veranstaltung, die die Stadt seit vielen Jahren anbietet. Vor zwei Jahren fiel sie aus – mangels Nachfrage. „Im vergangenen Jahr aber waren wieder mehr als 20 Teilnehmer dabei, das war eine wirklich schöne Veranstaltung“, berichtet Cem Gökce.

„Bei angenehmer Musik wird den Besuchern in netter Atmosphäre ein Weihnachtsessen serviert; jeder bekommt ein kleines Geschenk.“ „Da kommen Leute miteinander ins Gespräch, die sich vorher gar nicht kannten“, ergänzt Peter Toporowski und betont: „Hier kann jeder, der sonst am Heiligen Abend allein zu Hause säße, mitfeiern – das Alter spielt überhaupt keine Rolle.“

Oldiefete und Spielenachmittage

Es tut sich einiges im Quartier Mitte. So planen die Quartiersmanager zum Beispiel, mit Unterstützung des Integrationsrats an einem der Einkaufssamstage im Advent in der Villa eine Kinderbetreuung mit erfahrenen Erzieherinnen anzubieten. Ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem Integrationsrat denkt Toporowski an gemeinsame Spielenachmittage – Backgammon würde sich da anbieten.

Im kommenden Jahr will Jürgen Rombach, musikbegeisterter Sozialamtsleiter, in der Villa zudem die erste Rock- und Oldiefete feiern. Und gemeinsam mit dem Geschichtsverein sind „Quartiersspaziergänge“ zu historischen Punkten in der Stadt geplant.

Ausgeweitet werden soll auch das Sportangebot. „Das Thema Sport stellte zunächst eine ziemliche Hemmschwelle dar“, berichtet Toporowski angesichts der bisherigen Hauptzielgruppe Senioren. „Aber mit Blick auf Sturzprophylaxe nahmen dann doch immer mehr Senioren unsere Angebot an. Und das macht sich bemerkbar: Beim Tanztee sind die fit wie Turnschuhe.“

Seit zwei Monaten gibt es das Fitnessangebot in Kooperation mit dem Regio-Sportbund: Jeden Freitag ab 9 Uhr bringt Irmi Falkenberg von Germania Dürwiß die Senioren in Schwung. „Das Angebot wird sehr gut angenommen“, weiß Cem Gökce. „Wir haben immer weit über 30 Teilnehmer.“ So viele, dass die Villa für den Kurs zu klein ist – das Fitnesstraining fand deshalb häufig im angrenzenden Stadtgarten statt.

Jetzt wird die Gruppe getrennt: Teil eins startet um 8.45 Uhr, Teil zwei um 9.15. Und im Anschluss wartet auf alle Teilnehmer ein gemeinsames Frühstück. Im kommenden Jahr soll das Angebot erweitert werden. Zum Beispiel um einen Kurs „Fitness auf dem Stuhl“ – Bewegung im Sitzen.

Bis das soweit ist, ist das „Seniorenzentrum“ wohl endgültig Vergangenheit: Innerhalb der nächsten beiden Wochen entscheidet eine Jury über den künftigen Namen des bisherigen Seniorenzentrums. Einen Namen, der nicht nur auf die ältere Generation abzielt. Mehr als 70 Vorschläge dazu sind im Rahmen eines Wettbewerbs bei der Stadt eingegangen. Noch vor Ende dieses Monats soll der neue Name gefunden und bekanntgegeben sein.

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