Trainieren wie die Profis: DFB-Mobil bei Fortuna Weisweiler

Von: sh
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Kleine Dribblekünstler: Die Stangen umkurvten die motivierten Nachwuchskicker beim DFB-Training ohne Probleme - selbstverständlich mit Ball am Fuß. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Die Sportbekleidung, die die kleinen Kicker an diesem Nachmittag übergestreift haben, ist bunt gemischt: Ob Köln- oder Ronaldinho-Trikot, die Kluft der deutschen Nationalmannschaft oder der Trainingsanzug der heimischen Weisweiler Fortuna - die E- und F-Jugendlichen tragen ihre Idole stolz über den Platz.

Erst recht, wenn Besuch „von oben” kommt. Denn als erster Eschweiler Fußballverein durfte der SV 08 Fortuna Weisweiler das DFB-Mobil im Hubert-Bündgens-Stadion begrüßen. Neben einer 90-minütigen Übungseinheit für die 14 Mädchen und Jungen auf dem Rasen stellten die beiden Trainer und Studenten der Kölner Sporthochschule, Martin Becker und Andreas Kellermann, anschließend auch die neuesten Ziele und Aufgaben des Deutschen Fußballbundes vor.

Zunächst lag die Wahrheit aber auf dem Platz: Während Martin Becker mit den E- und F-Jugendlichen das Aufwärmprogramm begann, erklärte Andreas Kellermann den interessierten Weisweiler Jugendtrainern und Eltern am Spielfeldrand die Übungen: Viel Spaß gabs beim so genannten „Schwänzchenfangen”, bei dem die zum „Schwänzchen” umfunktionierten Trainingsleibchen vom Mannschaftskameraden stibitzt werden mussten.

Danach regierte bei den kleinen Kickern König Fußball, denn im Mittelpunkt der Einheit stand der technische Umgang mit dem runden Leder. Und so wie man es von Jogis Jungs kennt, durften auch die möglicherweise zukünftigen Nationalspieler um Hütchen kurven, an Stangen vorbeidribblen und durch Markierungssteller laufen.

Dass bunte Treiben auf dem Feld erforderte die ganze Aufmerksamkeit der Nachwuchsfußballer. Beim anschließenden Vortrag in den Vereinsräumen erklärte Martin Becker, der zusammen mit vielen weiteren Helfern die DFB-Aktion vor Ort im Namen des Fußballverbandes Mittelrhein umsetzt, den Sinn des Besuchs: „Das DFB-Mobil ist Teil der Qualifizierungsoffensive, die der Verband gestartet hat. Es ist ungemein wichtig, dass besonders die Jugendtrainer weiteres Basiswissen erlangen”, so der C-Trainer.

Zwar sei der Einsatz manch eines Vaters an der Seitenlinie ja grundsätzlich lobenswert, qualifizierte Jugendarbeit sehe allerdings anders aus. Hierfür stellt der DFB seit einiger Zeit neue Hilfsmittel zur Verfügung, die nicht ausschließlich über langwierige Trainerlehrgänge organisiert sind.

So bietet der Verband Kurzschulungen an, die bei Bedarf von Stützpunkttrainern direkt vor Ort bei den Vereinen durchgeführt werden können. Und auch im Internet finden Leiter von Jugendmannschaften eine Masse an Trainingsplänen für alle Altersklassen und Schwerpunkte. Ob Torschuss oder Dribbling, Taktik oder Pass - hier wird wirklich jeder fündig.

„Die Kinder brauchen konkrete Anweisungen”, so Becker . Dabei bedeute ein methodisch ausgewogenes Trainingsprogramm noch lange nicht, dass der Spaß bei den Kleinen zu kurz kommen soll.

Spaß machen seit vielen Jahren vor allem die Fußball-Frauen: Erst vor wenigen Tagen konnten Birgit Prinz und Co. zum wiederholten Male den Europameistertitel bejubeln. 2011 geht das Team von Bundestrainerin Silvia Neid dann bei der WM im eigenen Land das Projekt Titelverteidigung an.

Damit diese Erfolge auch in Zukunft nicht nachlassen, ist es dem DFB ein besonderes Anliegen, den Mädchenfußball weiter zu fördern. „Hier haben viele Vereine noch reichlich Potenzial”, freute sich Andreas Kellermann aber darüber, dass in Weisweiler bereits zwei Mädchen beim Demo-Training dabei waren. Und auch die Integration von Spielern mit Migrationshintergrund ist längst Alltag. Und trotzdem: „Integration fängt bei mir an!” lautet der Hauptslogan des DFB, den er in die Vereine hinein kommuniziert. Jeder ist gefordert, dass Fußball weiterhin die schönste Nebensache der Welt bleibt, und zwar für jedermann und -frau.
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