Tragischer Unfall: Toter auf den Gleisen löst ABC-Alarm aus

Von: jana
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Großeinsatz für die Wehr: In Höhe des Bahnübergangs Jägerspfad stießen Einsatzkräfte nach dem Tod eines 17-Jährigen auf ein vermutetes Leck in einem Gefahrgut-Kesselwagen. Sechs Stunden lang war die Strecke gesperrt. Foto: R. Roeger
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Großeinsatz für die Wehr: In Höhe des Bahnübergangs Jägerspfad stießen Einsatzkräfte nach dem Tod eines 17-Jährigen auf ein vermutetes Leck in einem Gefahrgut-Kesselwagen. Sechs Stunden lang war die Strecke gesperrt. Foto: R. Roeger
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Großeinsatz für die Wehr: In Höhe des Bahnübergangs Jägerspfad stießen Einsatzkräfte nach dem Tod eines 17-Jährigen auf ein vermutetes Leck in einem Gefahrgut-Kesselwagen. Sechs Stunden lang war die Strecke gesperrt. Foto: R. Roeger

Eschweiler/Stolberg. Ein dramatisches Bild bot sich am Samstagmorgen an der Bahnstrecke Aachen in Richtung Köln, Höhe Jägerspfad: Rund 90 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren mit zahlreichen Rettungs- und Spezialfahrzeugen zu einem Großeinsatz vor Ort, einige darunter in gelben Chemieschutzanzügen und unter Atemschutz.

Die Bahnstrecke Aachen – Köln war für etwa sechs Stunden nicht befahrbar, in der Gegenrichtung kam es zu erheblichen Verspätungen. Auch das umliegende Gelände, darunter die Wilhelmstraße in Bergrath, wurde großräumig abgesperrt.

Grund für die beunruhigende Szenerie in Stadtwaldnähe: ein vermeintlicher Gefahrguteinsatz. Beim Stillstand eines Güterzuges lief eine verdächtige Flüssigkeit aus einem der Kesselwagen aus, bei der es sich um eine brennbare und ätzende Flüssigkeit hätte handeln können, die in dem Zug in Richtung Köln transportiert wurde.

Dem Großeinsatz voraus ging ein Personenunfall gegen 6.15 Uhr auf der Bahnstrecke. Ein 17-jähriger Mann aus Eschweiler wurde aus bislang unbekannter Ursache von dem Güterzug in Höhe Jägerspfad erfasst und starb noch an der Einsatzstelle. Bei der Untersuchung der Unfallstelle überprüften die Rettungskräfte mit den Lokführern die einzelnen Waggons.

Nur Kondenswasser

Dabei wurden sie um kurz nach sieben Uhr auf die aus einem Kesselwagen austretende Flüssigkeit aufmerksam. Zunächst hielt man ein undichtes Bodenventil am Waggon für die Ursache des Flüssigkeitsaustritts. Sofort wurde ein sogenannter ABC-Einsatz ausgerufen, zu dem neben den 68 Einsatzkräften aus Eschweiler auch Kollegen der Feuerwehr aus Herzogenrath ausrückten. Unter einen „ABC-Einsatz“ fallen alle Einsätze, bei denen atomare (radioaktive), biologische oder chemische Gefahren das Leben von Menschen oder Tieren oder die Umwelt bedrohen.

Einige der Rettungskräfte krochen unter Atemschutz und mit Chemieschutzanzügen unter den Waggon, um das Ventil zu untersuchen und Proben der verdächtigen Flüssigkeit zu nehmen. Nachdem die Proben analysiert worden waren, gab es dann die Entwarnung: Die ausgelaufene Flüssigkeit war harmlos. Allem Anschein nach handelte es sich lediglich um Kondenswasser.

Nach dem längeren Stillstand des gekühlten Waggons aufgrund des Personenunfalls hatte sich das Schwitzwasser unter dem Wagen gebildet und wäre bei normaler Durchfahrt gar nicht erst entstanden. Gegen 12.15 war der Einsatz beendet. Die Sperrung der Bahnstrecke samt Umgebung wurde aufgehoben.

Tragischer Unfall

Der Tod des 17-Jährigen beschäftigte die Polizei auch am Montag noch. Es handle sich nach bisherigen Ermittlungen um einen tragischen Unfall, stellte Polizeisprecherin Sandra Schmitz ausdrücklich klar. Es habe nie den Verdacht eines Selbstmordes gegeben. Retter vor Ort hatten zunächst einen Suizid nicht ausgeschlossen.

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