Traditionelle Mädchensitzung der Prinzengilde

Von: mah
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„De Mennekrather“ zogen mit ihrem Repertoire aus Kölsch, Schlager und Oldies vom Publikum umjubelt alle Register. Foto: Manuel Haug

Berschroth. Der frühe Vogel fängt den Wurm. So auch die Damen aus Bergrath, die bereits am frühen Mittwochabend in das Festzelt ihrer Prinzengilde einkehrten, um, und das bei hervorragender Stimmung von Beginn an, Fastelovend zu fiere.

„Spritzig, originell und nie langweilig – das sind WIR“ – getreu dem Motto startete die Prinzengilde in ihre 24. Mädchensitzung, deren Sagen Iris Winden-Cremer hatte. Gleichwohl ihre zehn jecken Elferrätinnen sowie die Närrinnen im Zelt waren zum Startschuss um 17 Uhr bereits gut aufgelegt und erwartungsvoll auf das, was der Abend noch bringen würde.

Nach Begrüßung von Winden-Cremer hieß es „Jael Bajaasch“, als der Nachwuchs die Bühne vereinnahmte. Kinderpräsidentin Lorena Breyer führte durch die kurzweiligen Tänze von den Gilde-Gören, Marie Anna Bamberger, Tanzpaar Lea Proft und Noah Bredohl und der Wilden Gilde. Allesamt beeindruckten sie die Damen mit ihren tänzerischen Darbietungen und wurden vom Applaus getragen.

Von den Bösen Buben angereist, sprang „Der Penner von nebenan“ alias Jonas Wintz mit seinem Einkaufswagen in die Bütt und erklärte, wieso gerade er und nicht die anderen Büttenredner die Ehre bekommen hatte, die charmanten Mädchere in Bergrath zu beglücken. Bei seinen Parodien auf indestädtische Redner und Zwiegespräche, die an einem Casting für die Damensitzung teilgenommen hatten, kamen die Damen nicht mehr aus dem Lachen heraus.

Musikalisch wurde es anschließend mit den Echten Fründen aus Düren, die mit Hits und kölsche Tön ihr Versprechen 111 Prozent Stimmung zur Zufriedenheit der Damen erfüllen konnten. Das zum Dauerbrenner avancierte „Leev Marie“ durfte ebenso nicht fehlen wie andere jecke Lieder.

Ein farbenfrohes Bild bot sich bei dem sogenannten Komitee-Block, der Mariechen- und Tanzpaargruppe des Karnevals-Komitees der Stadt Eschweiler. Der tänzerische Zusammenschluss schmucker Mariechen und staatser Offiziere bewies erneut mit Beinwürfen, Spagat und Hebefiguren faszinierend, wie Karneval gemeinschaftlich gelebt werden kann.

Von vielen Farben auf Rot und Orange der Prinzengilde reduziert, präsentierte sich das Bergrather Funkenkorps danach gleichwohl eindrucksvoll, als es unter musikalischer Begleitung der Regimentstrompeter aufmarschierte. Auf der Bühne angekommen, bewies die Große Wache in einer Darbietung mit nahtlosen Übergängen ihre tänzerische Vielfalt.

Tanzmarie Anna Tümmler, die Regimentstöchter, Tanzpaar Melina Münstermann und Bastian Kemper und die Männertanzgarde präsentierten sowohl jeweils alleine, als auch alle zusammen eine harmonische Vorstellung, die die Damen begeisterte. Präsident Udo Mondry zeigte sich besonders stolz auf das Tanzpaar Münstermann und Kemper, das euphorisch bejubelt wurde. Vom Nordrand der Kölner Bucht, nämlich aus Erkelenz, kamen danach „De Mennekrather“.

Die elfköpfige Showband zog mit ihrem Programm alle Register und wagte sich auch aus der karnevalistischen Ecke heraus. Bekannte Schlager und Hits vergangener Jahrzehnte gehörten neben Kölsch ebenfalls zum Repertoire der Musiker, die das Zelt zum Singen und Tanzen brachten. Ohne Rakete und Zugabe ließ Winden-Cremer die Band am Ende ihres Vortrags nicht gehen.

Ein bereits seit 1984 alter Bekannter der Damenpräsidentin, kein geringerer als Prinz Ralf II., nahm in Anschluss die Herausforderung an, das Stimmungshoch aufrechtzuerhalten. Kein Problem für die närrische Eminenz, die mit seinem Zeremonienmeister Georg und dem prinzlichen Gefolge die Bühne, Rosen regnen lassend, stürmte. Die jecken Mädchen beteiligten sich sowohl beim stimmungsgeladenen „Eischwiele danz!“ und schunkelten zum ruhigeren „Mih Wisswille“.

Weiter im Programm ging es mit „Op Zack“, der vereinseigenen Showtanzgruppe der Prinzengilde. Einige Ausfälle mussten sie im Vorhinein verkraften, so dass sie noch kurz vor dem Auftritt backstage Umstellungen zu planen hatten. Auf der Bühne war davon jedoch nichts mehr zu merken. Energiegeladen reisten sie mit den Damen in die Welt von „Grease“ und erzählten zur Musik zum Film die romantische Geschichte zwischen Sandy und Danny. Einlagen im Publikum, Hebefiguren in luftiger Höhe und eine schnelle, aber harmonische Choreographie wurden vom weiblichen Publikum mit frenetischem Jubel honoriert.

Nun näherte sich das gut gefüllte Festzelt mit noch jeweils einmal Musik, Tanz und Bütt dem Finale. Zunächst begeisterten die Regimentstrompeter der Bergrather, teils uniformiert, teils kostümiert, eine halbe Stunde lang mit Fanfarenklängen und spielten überwiegend kölsche Lieder, aber auch Evergreens wie „Highway to hell“.

Aus Inden-Lamersdorf tanzte sich die Cool Men Group in die Herzen der Mädchen. Zum Thema Ballermann ließ das Männerballett nichts anbrennen und brachte mit Witz und gewagten Hebefiguren das Zelt zum Kochen, nicht ohne abschließend noch ein Selfie mit den Närrinnen zu schießen.

Anpassungsfähig waren anschließend Willi und Ernst, die Rentner aus Leidenschaft. Nicht ganz einfach, zum Ende einer Sitzung mit einem Zwiegespräch aufzutreten, wenn die Stimmung auf dem Höhepunkt ist und noch ein wahrer Knaller erwartet wird. Willi und Ernst packten das Publikum mit ihren Scherzen und bezogen augenzwinkernd sowohl Alleinunterhalter Jürgen Meier, aber auch die Königin der sieben Weltmeere und andere Kostümierte in ihre Büttenrede ein. Mit dem umjubelten Programmfinale fand die Sitzung ihren Ausklang.

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