Tonnenweise Müll landet in der Natur

Von: Patrick Nowicki
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Ein Berg aus Dämmstoffen und Dachpappe am Blausteinsee: Bis zu 150 Tonnen Wilden Müll muss die Stadt jährlich entsorgen lassen. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Am Ende bleibt nur Kopfschütteln: Bis zu 150 Tonnen Wilden Müll muss die Stadt Jahr für Jahr entsorgen. Alte Autoreifen, Grünschnitt, selbst komplette ausgediente Wohnzimmer landen in Straßengräben, auf öffentliche Parkplätze und in Grünzügen. Das kostet die Stadt Geld. Viel Geld.

Im Schnitt 22.000 Euro jährlich reine Entsorgungskosten. Kein Wunder also, dass die Verwaltung und die von ihr beauftragten Unternehmen alles dransetzen, die Verursacher zu ermitteln. Der Erfolg hält sich jedoch in Grenzen.

2009 führten sieben Verfahren vors Gericht, nur zwei endeten mit einem Erfolg für die Stadt. Das von den Richtern ausgesprochene Bußgeld trug dem enormen Aufwand nicht unbedingt Rechnung: 50 Euro mussten die Umweltfrevler bezahlen. Ein härteres Urteil fiel nicht, weil die Verursacher Hartz IV bezogen. In diesem Jahr zeigte die Stadt bisher fünf Umweltdelikte wegen Wilden Mülls an - drei Klagen blieben erfolglos, zwei Verfahren laufen noch.

Es klingt schon ein bisschen nach Galgenhumor, wenn der Umweltamtsleiter Reiner Jopke sagt: „Die Zahl der Fälle jährlich nimmt nicht zu.” Im Schnitt 150 Mal im Jahr werden er oder seine Mitarbeiter über eine Ansammlung von Unrat informiert. Hinzu kommen noch die Fälle, die dem Ordnungsamt mitgeteilt werden. „Es wäre natürlich gut, wenn man die Verursacher auf frischer Tat erwischen würde, aber das geschieht so gut wie nie”, berichtet Jopke. Dadurch bieten sich für die Müllferkel immer wieder juristische Möglichkeiten, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

In den Wirtschaftsbetrieben Eschweiler (WBE) zählt die Entsorgung von Müll inzwischen zum Alltagsgeschäft. „Meistens sammelt eine Kolonne den Unrat ein, die ohnehin in der Nähe arbeitet”, erläutert Peter Schwiebert von den WBE. Ist die gemeldete Menge Unrat allerdings groß, dann fährt eigens eine Gruppe Arbeiter raus. „Die sind dann bis zu zwei Stunden damit beschäftigt, alles aufzuladen und wegzubringen”, weiß Schwiebert.

Die Orte, wo Menschen ihren Müll einfach abladen, liegen abseits. Die Parkplätze am Blausteinsee, an der Halde Nierchen und im Stadtwald, die Wirtschaftswege an Wardenslinde und zwischen Kinzweiler und Dürwiß - sie sind besonders beliebt bei den Umweltfrevlern. „Oft ist es so, dass der Müll mit einem Kleinbus oder sogar Lkw angeliefert wurde”, berichtet Reiner Jopke. Am Donnerstag wurden zum Beispiel zehn blaue Säcke voller Grünschnitt auf dem Blausteinsee-Parkplatz bei Fronhoven entdeckt.

Das Areal am Blausteinsee wird häufig als Müllkippe missbraucht. Im vergangenen Jahr hinterließ dort ein Heinsberger Unternehmer tonnenweise Dachpappe und Dämmmaterialien. Er wurde ermittelt, ihm droht nun ein empfindliches Bußgeld. Dass es den Umweltsündern an den Kragen geht, bildet jedoch die Ausnahme. Die Stadt ist auf wachsame Bürger angewiesen, die solche Taten melden.

Warum jemand seinen Sperrmüll einfach in der Natur entsorgt und damit ein Bußgeld riskiert, kann Reiner Jopke nicht nachvollziehen: „Die Abholung ist kostenlos, und in der Regel bekommt man einen Termin in zwei Wochen.”

Alles über die Entsorgung: Sperrmüll-Abfuhr bleibt kostenlos

Zwischen 120 und 150 Tonnen Wilden Müll muss die Stadt jedes Jahr entsorgen. Dies kostet den Steuerzahler im Schnitt 22000 Euro reine Entsorgungskosten im Jahr.

Hinzu kommen die Personalkosten - neben den WBE sind auch noch andere Unternehmen beteiligt - von zusätzlich 10000 Euro für jedes Jahr.

Bei Fragen zum Müll gibt die Stadt Eschweiler unter Telefon 71300 gerne Auskunft. Im Rathaus kann auch die kostenlose Abholung des Sperrmülls bestellt werden: Telefon 71652.

Zusätzliche private Anlieferungen von Müll sind gegen eine Gebühr von jeweils 10 Euro auf der Zentraldeponie Warden möglich. Die Abgabestelle ist montags bis freitags von 8 bis 17 und samstags von 8 bis 16 Uhr geöffnet. Weitere Informationen gibt es auch unter 87760.

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