Eschweiler - Tommy Engel begeistert in Realschule Patternhof

Tommy Engel begeistert in Realschule Patternhof

Von: Sonja Essers
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Er versteht nach wie vor sein Handwerk und zieht das Publikum in seinen Bann: Der Kölner Kult-Sänger Tommy Engel begeisterte am Samstagabend in der Aula der Realschule. Foto: Sonja Essers

Eschweiler. Am Ende klappte es dann doch noch mit der richtigen Aussprache: „Danke Aischwiele“, beendete Tommy Engel am Samstagabend sein Konzert in der Aula der Realschule Patternhof. Minutenlanger und begeisterter Beifall im Stehen sowie lautstarke Zugabe-Rufe belohnten den ehemaligen Frontmann der Kölner Gruppe Bläck Fööss für einen grandiosen Abend.

Es schien so, als hätte die Indestadt nur darauf gewartet, den Grandseigneur der kölschen Sprache einmal live in Eschweiler zu sehen. Zu verdanken hatten seine Fans dies Kultwirt Walter Danz.

Restlos ausverkauft

Bereits die Umstände versprachen Großes. Immerhin war die Veranstaltung restlos ausverkauft und die zahlreichen Fans, die sich in der Aula der Realschule eingefunden hatten, warteten gespannt auf den Beginn des Konzerts.

Vorbereitet waren jedoch nicht nur die Indestädter, sondern auch der Stargast. Tommy Engel hatte sich nämlich bestens über Eschweiler informiert und wusste zu berichten, dass die Indestadt rund 55.000 Einwohner hat und den drittgrößten Rosenmontagszug vorweisen kann. „Seid ihr wirklich größer als Düsseldorf? Das ist ja irre“, meinte er.

Nur mit der Aussprache des Wortes „Aischwiele“ klappte es zu Beginn noch nicht so richtig. Das lag Engels Meinung nach jedoch vor allem an der Rechtschreibung: „Aischwiele wird am Anfang mit A geschrieben. So ein Wort habe ich ja noch nie gehört“, sagte er. Zwischen den Titeln berichtete der Sänger allerhand Interessantes rund um sein Leben. Die eigentlichen Geschichten erzählte er allerdings mit seinen Liedern.

Als Anfangsstück hatte Engel den bekannten Titel „Senza una donna“ von Zucchero zu „Do es ja de Omma“ umgedichtet. Das Publikum war begeistert. Engel faszinierte jedoch nicht nur mit der einen oder anderen umgedichteten Cover-Version, die er immer mal wieder in sein Programm einfließen ließ. Mit der Interpretation des Beatles-Klassikers „While my guitar gently weeps“ zeigte er, dass er auch mit der englischen Sprache bestens vertraut ist.

In seinen eigenen Liedern ging es vor allem um bestimmte Situationen aus seinem Leben. So handelte das Lied „Minge Vatter“ unter anderem davon, wie sein Vater, ebenfalls Musiker und Sänger der bekannten Kölschen Band Vier Botze, ihm sein erstes Schlagzeug kaufte. Im Titel „Ich han leever, wenn et Sommer es“ ging es um die Situation im Vringsveedel in Köln während der Karnevalstage inklusive „Pinkelpolizei“, die allerdings nie zur Stelle sei.

Nachdenkliche Töne

Seine Texte waren nicht nur unterhaltsam, sondern regten auch zum Nachdenken an. So im Lied „Melote“, in dem es um den bekannten Kölner Friedhof Melaten geht. In ihm beschreibt Engel einen Tag auf dem Friedhof und kommt zu dem Schluss: „Schön es, wenn mer blieve kann un nit muss.“

Besonderes Highlight waren natürlich die Interpretationen alter LSE- und Bläck Fööss – Titel wie „Leck ens am Arsch“, „Sauna Boy“ inklusive Bademantel, „Katrin“, „Drink doch ene met“ un „Ming eetste Fründin“.

Die größte Gänsehaut erzeugte jedoch ein anderer Titel. Ein Lied, das nicht nur die Stadt Köln, sondern vielleicht auch ein bisschen seinen Interpreten beschreibt: „Du bes Kölle“ . Mit dieser Hommage an die Stadt am Rhein beendeten Engel und seine sechsköpfige Band einen Abend voller lustiger und emotionaler Momente.

Natürlich ließ das begeisterte Publikum den Sänger nicht ohne Zugaben von der Bühne und wer dachte, dass es nicht besser werden konnte, der hatte sich geschnitten. Engel und seine Band liefen noch einmal zur absoluten Höchstform auf. Im Frack betrat der Sänger die Bühne und bewies mit „Ein Tässchen Dornkat“, einer umgedichteten Version des Titels „Nessum dorma“, das in ihm auch ein Opern-Sänger steckt. Standing Ovations mitten im Stück und lauter Beifall waren die Folge.

Engel beendete den Abend jedoch nicht mit diesem fulminanten Titel, sondern mit leisen Tönen. Er griff zur Mundharmonika und gab den Bläck Fööss Klassiker „In unserem Veedel“ zum Besten. Ein Moment, der den Besuchern wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird. Als Engel zum Abschluss die Worte „Danke Aischwiele“ in den Mund nahm, erwiderten die Indestätern dies auf ihre Weise und drückten mit dem langanhaltenden und lautstarken Applaus auf ihre Weise „Danke Tommy Engel“ aus.

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