Todesstrafe für Claudius Ambrosius Aezebar

Von: ran
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Eschweiler. Das Urteil von Prinz Stefan I. war hart: Tod durch Verbrennen für Claudius Ambrosius Aezebaer. Der Delinquent habe die Menschen mit dem „Virus carnevalis” infiziert und sie so in einen tagelangen Rauschzustand versetzt, so die Anklage von „Staatsanwalt” Helmut Brief, der sich der Narrenherrscher schließlich schweren Herzens anschloss.

Da halfen auch die geschickt gewählten Worte von „Verteidiger” Hubert Mock leider wenig: „Durch den Karneval haben die Menschen auf zahlreichen Sitzungen, Bällen und Umzügen eine wunderschöne Zeit erlebt”, lauteten dessen Argumente für Claudius Ambrosius Aezebaer. Doch es nutzte nichts. Die Strohpuppe ging in Flammen auf.

Vor dem Prozess wurde Ambrosius von den Karnevalisten der KG „Lätitia” Blaue Funken Weisweiler noch einmal durch den Ort gefahren. Zahlreiche Fastelovendsjecke säumten dabei den Straßenrand und nahmen Abschied von dem, der ihnen in den vergangenen Tagen und Wochen so manche schöne Stunde beschert hatte.

Am Ende des bunten Umzugs: die Mitglieder des Elferrats. In schwarze Anzüge gehüllt und mit ernsten Mienen folgten sie, Petersilie in den Händen, dem Angeklagten zum Weisweiler Schützenplatz. Dem Ort der Gerichtsverhandlung.

Bei dieser zeichnete sich schon bald ein zähes Ringen zwischen Verteidigung und Anklage ab. „Dem Unhold ist es zu verdanken, dass einzig und allein haltloses Feiern in den vergangenen drei Tagen zu verzeichnen war, während die Arbeit vollständig zum Erliegen kam”, so die schweren Vorwürfe von Helmut Brief.

Hubert Mock hielt dagegen: „Überall herrschte Herzlichkeit und unbändige Fröhlichkeit.”

Nach eindringlicher Beratung mit Zeremonienmeister Dieter schloss sich seine Tollität den Worten des Anklägers an und sprach Claudius Ambrosius Aezebaer in allen Anklagepunkten schuldig. Wenig später folgte bereits die Vollstreckung des Urteils: Der Angeklagte wurde den Flammen ausgesetzt.

Doch eines dürfte die zahlreichen Sympathisanten des „Unruhestifters” trotz allem zuversichtlich in die Zukunft blicken lassen: In weniger als neun Monaten wird Claudius Ambrosius Aezebaer wohl ein weiteres Mal zum Gegenschlag ausholen.
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