Tief eingetaucht in die Geschichte des Nachbarlandes

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Eschweiler. Erneut machte sich der Geschichtsverein vom 5. bis 12. September auf zu einer Reise unter der Leitung des Vorsitzenden Kurt Manthey– diesmal nach Krakau, Breslau und Posen. Dieser Teil Polens ist eng mit der deutschen Geschichte verbunden, sowohl im positiven als auch im negativen Sinn.

Der Flug ging zunächst nach Krakau, der wunderschönen Stadt an der Weichsel. In einer ganztägigen Besichtigung unter der Leitung einer versierten Stadtführerin wurden den Teilnehmern die Highlights der Stadt näher gebracht.

Der Wawel, das Königsschloss, kann auf eine 1000-jährige Geschichte zurückblicken. Hier aus residierten die Könige, bis Warschau die Hauptstadt Polens wurde. Das Kociuszko-Denkmal erinnert an den polnischen Aufstand 1794 gegen die Russen. Dieser Name sollte den Reisenden noch ein zweites Mal begegnen.

Weitere Besichtigungen waren der Rynek (Marktplatz) mit den Tuchhallen, der Marienkirche mit dem berühmten Hochaltar von Veit Stoß und dem Turmbläser. Schindlers Fabrik, in der über 1000 Juden vor der Verfolgung der Nazis gerettet wurden, ist jetzt ein Museum.

In der Nähe befindet sich das Judenviertel Kazimierz mit der Synagoge. Der nächste Tag galt der Besichtigung des stillgelegten Salzbergwerks in Wieliczka in mehr als 100m unter der Erdoberfläche. Dort befinden sich in Salz gehauene biblische Szenen mit vielen Kapellen und einem großen Mehrzweckraum für Aufführungen aller Art.

Weiter ging es über Auschwitz-Birkenau, einem dunklen Kapitel der deutsch-polnischen Beziehungen, und Tschenstochau mit der Schwarzen Muttergottes nach Breslau. Dort fand am nächsten Tag eine Stadtbesichtigung statt. Der 212 x 175 m große Marktplatz mit dem imposanten Rathaus bildet das Kernstück der Stadtmitte.

Sehr beeindruckend ist die Aula Leopoldina der Universität, die 1659 als ehemalige Burg unter dem Habsburger Kaiser Leopold I an den Jesuitenorden übergeben und 1702 zur Jesuiten-Leopoldinum-Akademie wurde. Breslau hat eine wechselvolle Vergangenheit hinter sich, Habsburg, Preußen und Polen waren Besitzer dieser Stadt.

Kampf der Ziegenböcke

Vor der Fahrt nach Posen wartete noch ein weiteres Highlight auf die Teilnehmer. In einem Rundbau befindet sich das Panorama von Racawicka, ein 360°-Ölgemälde mit einer Höhe von 15 Metern und einem Umfang von 120 Metern. Dargestellt wird die Schlacht 1794 gegen die Russen unter der Leitung des Generalmajors Tadeusz Kociuszko. Sehr beeindruckend ist der 3D-Effekt, der sich dem Betrachter sofort einstellt.

Posen war die nächste Station der Exkursion. Auf dem Rynek (Marktplatz) steht das alte Rathaus, Mittags um 12 Uhr lässt ein Trompeter das Posener Turmlied erschallen, gleichzeitig liefern sich zwei Ziegenböcke einen Kampf mit ihren Hörnern. Auf der Dominsel, einer der vielen Ursprünge des polnischen Staates, befindet sich die Posener Kathedrale, umgeben von den Flüssen Warthe und Cybina.

Gnesen. Otto und Karl

Vor dem Abflug nach Frankfurt fand noch ein Besuch des Städtchens Gnesen statt, 50 km von Posen entfernt. Diese Stadt ist von besonderer Bedeutung der deutsch-polnischen Beziehungen, wie der älteste Teilnehmer der Reise, Dr. Breitfuß, zum Abschluss feststellte.

Otto III, der 996 zum Kaiser gekrönt wurde, verlieh im Jahr 1000 hier dem polnischen Herzog Boleslaw dem Tapferen die Königswürde. Dieser „Akt von Gnesen“ stellt die Gründung des polnischen Staates und die Aufnahme in die Mächte Europas dar. Anschließend kehrte Otto III nach Aachen zurück, ließ das Grab Karls des Großen öffnen und entnahm einige Reliquien, um sich selbst symbolisch damit zu stärken.

Hier schließt sich der Kreis zwischen uns und unserem Nachbarn, und damit auch auf kommunaler Ebene. Die Eindrücke dieser Reise werden den Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben, nicht zuletzt auch durch die freundliche Aufnahme der Polen, sei es als Stadtführer oder auch als Privatpersonen.

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