Therapiepferd Lucky-Gipsy: Eine Möhre zum Berufsstart

Von: sh
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Die offizielle Möhre zum „Berufsstart” von Therapiepferd Lucky-Gypsi gab´s von Anna Glasmacher (2. von links). Mit ihr freuten sich (v. li.) Heinz Brosig, Werner Glasmacher, Claudia Schönborn und Renate Glasmacher. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Wie kommt ein Pferd zu dem Namen Lucky-Gipsy, also „glücklicher Zigeuner”, und landet auf dem Lohner Hof? Lucky hieß der stämmige Haflinger bereits, als Reitpädagogin Claudia Schönborn ihn in Oberforstbach fand. Der Zusatz „Gipsy” kam dann durch Werner Glasmacher hinzu.

„Und eigentlich hat der Name auch gar nichts mit Zigeuner zu tun, das ist eher Zufall”, so der ehemalige Geschäftsmann. Aber fangen wir vorne an.

Anlässlich seines 70. Geburtstages und des 70. seiner Frau Renate feierten die Glasmachers Anfang 2008 gemeinsam ein großes Fest. „Sozusagen unseren 140. Geburtstag”, blickt Werner Glasmacher zurück.

Passenderweise gab es damals 140 Gäste, und anstatt Geschenke wünschten sich die Glasmachers Spenden, entweder für den Sozialfonds des Rotary-Clubs Aachen-Land oder für den Bunten Kreis aus Aachen. „Insgesamt kamen so über 5000 Euro zusammen. Ein Teil davon sollte dann für ein neues Therapiepferd für den Lohner Hof bereitgestellt werden.

„Wir waren schon eine ganze Weile auf der Suche”, bedankt sich Claudia Schönborn bei den Spendern für ihre Unterstützung. Schließlich sollte das Therapiepferd mehrere Voraussetzungen erfüllen. Mit dem neun Jahre alten Lucky-Gipsy kann man nun stolz die Idealbesetzung präsentieren: ein stämmiger, rittiger Haflinger, der aufgrund seiner Größe und seines Gewichts auch für schwere erwachsene Therapieteilnehmer geeignet ist.

Und wie kams nun zum außergewöhnlichen Doppelnamen? „Ich gründete 1967 Aachens erstes Softwarehaus”, so Werner Glasmacher. Mittlerweile hat der Sohn das Geschäft übernommen und arbeitet nach einem Firmenzusammenschluss für die Henkel und Partner (HUP) AG. Werner Glasmachers Unternehmen hieß aber lange Jahre „Gypsilon”. Und als Spitzname „Gypsi” hängt der langjährige Firmentitel nun an „Lucky”.

Den stört das alles herzlich wenig. Er hat gerade das erste von insgesamt drei Ausbildungsjahren hinter sich. „Ein tolles Pferd”, wie Heinz Brosig, 1. Vorsitzender des Reit- und Therapiezentrums, mit leuchtenden Augen sagt.

Nun darf Lucky-Gipsy ein bis maximal zweimal wöchentlich seinen sechs Pferdekollegen im Therapiebereich helfen. In der restlichen Zeit muss er dann noch „zur Schule gehen” und viele Dinge zusätzlich lernen. Die offizielle Möhre zum Start ins „Berufsleben” als Therapiepferd gabs dann von Glasmachers Enkelin Anna.

Das Reit- und Therapiezentrum Lohner Hof besuchen pro Woche etwa 100 Klienten im Alter von drei bis 82 Jahren. Dabei ist das therapeutische Reiten weit mehr als reine sportliche Freizeitgestaltung: Es untergliedert sich in die Bereiche „Hippotherapie”, „Heilpädagogische Förderung mit dem Pferd” und „Reiten als Sport für Menschen mit Behinderung”. „Es handelt sich um eine ganzheitliche Behandlungsmethode, die Körper, Geist und Seele anspricht”, erklärt Schönborn.
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