Therapeutisches Reiten: Vertrauen ist alles

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Vertrauen auf beiden Seiten: Beim therapeutischen Reiten müssen sich Reiter und Pferd aufeinander verlassen können. Foto: Jessica Deringer

Eschweiler. Lucky spielt nachlaufen, tanzt zu Michael Jacksons „Thriller” und verbeugt sich am Schluss wie ein Profi. Das Besondere daran: Lucky ist ein Pferd, genauer gesagt ein Therapiepferd. Noch vor einem Jahr hätte Claudia Schönborn, Projektleiterin am Reit- und Therapiezentrum Lohner Hof, bei dieser Vorstellung wohl genauso ungläubig geschaut wie so mancher Zuschauer.

Denn schließlich ist nicht jedes Pferd für die spezielle Ausbildung gemacht. Doch Lucky macht große Fortschritte: „Wie wir gehofft haben, ist er ein wertvolles Nachwuchspferd geworden”, freut sich Schönborn.

Insgesamt sieben Therapiepferde sind auf dem Lohner Hof im Einsatz, dessen erste Schritte sowohl durch finanzielles als auch ehrenamtliches Engagement vom Rotary Club Aachen-Land begleitet wurden. Heute ist der Hof zwischen Dürwiß und Weisweiler eine anerkannte Einrichtung des Deutschen Kuratoriums für Therapeutisches Reiten.

Lucky und seine „Kollegen” werden in drei Bereichen eingesetzt: Patienten mit Erkrankungen des Zentralnervensystems oder des Stütz- und Bewegungsapparates kommen bei der Hippotherapie die Schwingimpulse zugute, die vom Pferderücken auf den Reiter wirken.

Beim heilpädagogischen Reiten/Voltigieren lernen u.a. verhaltensauffällige oder geistig behinderte Menschen durch den Umgang mit dem Pferd Selbstvertrauen, Konzentration und den Abbau von Ängsten. Zuletzt können geistig und körperlich Behinderte mit speziellen Hilfsmitteln das Reiten als Sportart erlernen.

Deshalb ist es nicht nur lustig anzusehen, sondern auch immens wichtig, dass Lucky, sogar ohne angeleint zu sein, Nachlaufen spielt: Das zeigt, dass er Vertrauen zu Menschen hat - unerlässlich für ein Therapiepferd. Schließlich sind es rund 100 Klienten jeden Alters, die wöchentlich die Angebote des Lohner Hofs nutzen.
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