Theatergesellschaft „Fröhlichkeit“ legt eine grandiose Premiere hin

Von: Timo Müller
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Heimbewohnerin Helga Krawuttke (Charlotte Grüttgen, links) ist gar nicht begeistert von Opa Schaafs neuer Mitbewohnerin Auguste Prödel (Petra Grün). Foto: Timo Müller

Eschweiler. Opa Otto Schaafs ruhiges Leben im fiktiven Seniorenheim „Indeblick“ ändert sich schlagartig, als ein neuer Mitbewohner einziehen soll. Nachdem sein alter Zimmergenosse Rudi Bertram in eine andere Einrichtung verlegt wurde, ist das Bett auf der anderen Seite des kleinen Raums, den der Rentner bewohnt, nun leer.

Doch durch einen Schreibfehler wurde der freie Heimplatz keinem August, sondern einer Auguste zugeteilt. Als Dr. Helmut Schmalstich (Stephan Wipperfürth) und Schwester Monika Singer (Rita Mallmann) den Fauxpas bemerken ist es jedoch schon zu spät...

Das turbulente Lustspiel „August(e) stürmt das Altenheim“ von Jürgen Seifert begeisterte am Samstag die Zuschauer im ausverkauften Pfarrsaal an der Pfarrer-Kleinemanns-Straße. Die Bergrather Theatergesellschaft „Fröhlichkeit 1902“ zeigte das erheiternde Theaterstück, teilweise in Eschweiler Platt, in einer grandiosen Premiere unter der Regie von Claudia Kucharz, und sorgte beim Publikum für zahlreiche Lacher.

Doch zunächst weiter in der Geschichte: So verkaufen Dr. Helmut Schmalstich und Schwester Monika den Fehler der Geschäftsleitung als ein neues experimentelles Seniorenprogramm namens „Zweisamkeit im Altenheim“, und jede Menge Trubel und Chaos sind programmiert, als Auguste Prödel (Petra Grün) bei Opa Schaaf (Udo Jouhsen) einzieht. Denn nicht jeder ist von der neuen Bewohnerin angetan, allen voran Seniorin Helga Krawuttke (Charlotte Grüttgen), die ebenfalls im Seniorenheim „Indeblick“ wohnt, und den Platz an Opa Schaafs Seite für sich beansprucht.

Trotz anfänglicher Freude über eine Frau als neue Mitbewohnerin, so versteckt Opa Schaaf erst einmal das Bild seiner verstorbenen Frau und bindet sich eine schicke Fliege um, sind der Rentner und seine neue Zimmergenossin erst einmal überhaupt nicht voneinander angetan. So zieht der mies gelaunte Rentner eine Linie mit Absperrband durch den Raum, um die jeweiligen Reviere zu markieren. Gleichzeitig besteht er auf einem Badezimmer-Zeitplan, der bei Auguste verständlicherweise nicht auf große Begeisterung stößt. Auch bei dem Versuch vom Heimpersonal, die Fronten bei einem Glas Sekt aufzuweichen, bleibt Opa Schaaf hart: „Man kann sich nicht alles schöntrinken.“

Olivia Prödel-Löres (Kirsten Zinner), die Tochter Augustes, macht mit ihren Annäherungsversuchen an Dr. Schmalstich, der jedoch schon Schwester Monika versprochen ist, die komplizierte Situation nicht besser. „Heh is ene dürjee in dat Ding“, quittiert Opa Schaaf die lustigen Vorkommnisse in der Senioreneinrichtung trocken. Als die Reinigungskraft Aishe (Angelika Bergrath), angestiftet von der eifersüchtigen Oma Krawuttke, fremde Unterhosen in dem gemeinsamen Kleiderschrank von Opa Schaaf und Auguste platziert, eskaliert die Situation fast.

Nach ein paar Gläschen Schnaps aus Opa Schaafs Vorrat, den er in Plüschtieren vor dem Heimpersonal überall in seinem Zimmer versteckt hat, verträgt derselbe sich jedoch mit seiner neuen Mitbewohnerin, und zum Schluss erleben alle Beteiligten, inklusive dem Hausmeister Kalle (Sven Kucharz), noch eine große Überraschung, mit der niemand gerechnet hatte.

Die Zuschauer feierten die grandiose Vorstellung mit tosendem Applaus, als sich die Schauspieler nach dem rund drei Stunden langen Stück auf der Bühne vor ihren verneigten.

Besondere Ovationen bekamen dabei Claudia Kucharz, die zum ersten Mal Regie führte, sowie Rita Mallmann und Stephan Wipperfürth, die am Samstagabend ihr Bühnendebüt gaben. Zum Abschluss sangen die Schauspieler, die etwa ein Jahr lang an dem Stück gearbeitet hatten, dann noch mit den Zuschauern gemeinsam das Vereinslied „Wunderbar“ des Fröhlichkeitstheaters, bevor man den Abend in geselliger Runde ausklingen ließ.

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