Theater-AG wandelt auf den Spuren Johann Wolfgang Goethes

Von: ran
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Strafe muss sein: Der Hexenmeister (Franziska Schüller, rechts) hat dem Zauberlehrling (Finia Bonnet, 2. v. l.) aufgetragen, innerhalb von zwei Tagen ein Gedicht auswendig zu lernen. Auch der freche Besen Trixi (Britta Schluer, links) und Kater Wotan (Delia Rosarius, 2. v. r.) sind gespannt, ob dies gelingt. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Von Fleiß hält Randolph Hubbelbubb nicht wirklich viel, an Selbstbewusstsein mangelt es ihm aber keinesfalls: „Warte nur ab, aus mir wird einmal ein ganz großer Zauberer“, lässt der Zauberlehrling (Finia Bonnet), der seit sage und schreibe fünf Wochen in der Ausbildung beim großen Hexenmeister (Franziska Schüller) weilt, den frechen Besen Trixi (Britta Schluer) wissen.

Aber statt den Anweisungen seines Lehrmeisters zu folgen und zu lernen, würfelt Randolph lieber mit dem lebenden Stück Holz. Dabei hat das Duo die Rechnung ohne den Hexenmeister gemacht. Dieser erwischt die beiden und reagiert streng. Der Zauberlehrling muss in zwei Tagen ein ellenlanges Gedicht auswendig lernen, der Besen macht Bekanntschaft mit dem dicken Zauberbuch des Meisters, der damit Trixi kurzerhand „eins überzieht“. Doch nun tickt Trixi nicht mehr richtig...

Gebannt blickten am Montag- und Mittwochabend die begeisterten Zuschauer und -hörer auf die Bühne der Aula der Bischöflichen Liebfrauenschule, wo die Schüler der Theater-AG das Märchen „Der Zauberlehrling“, das von den Autorinnen Martina Worms und Karin Münnich nach der Vorlage der berühmten gleichnamigen Goethe-Ballade verfasst wurde, aufführten.

Vor rund einem halben Jahr hatten die Proben unter der Leitung von Julia Reiners, Alice Kellermann und Lina Simons begonnen. Nach manch nervenaufreibender Stunde auf den Brettern, die die Welt bedeuten, konnten die drei Regisseurinnen aus der Klasse 9c und die 18 jungen Schauspieler der 5. bis 7. Jahrgangsstufe nun ein großartiges Ergebnis präsentieren.

Voller Spielfreude

Denn voller Spielfreude und mit außerordentlicher Textsicherheit entführten die Akteure ihr Publikum in die Hexenküche, in der es in vielerlei Hinsicht hoch her geht. So treibt dort unter anderem die liebestolle Nachbarin Walburga Schildknecht (Sofia Boese) ihr Unwesen auf der Suche nach einem Mann. Sehr zum Leidwesen von Remigius Rumpel (Alexander Eiken), der als Objekt der Begierde herhalten muss.

Doch in erster Linie gilt es, den Besen Trixi wieder auf Vordermann zu bringen. Dies übernimmt die fahrende Handwerkerin Toni Wagenhuber (Lena Buchbinder), die nach getaner Arbeit allerdings eine gepfefferte Rechnung in Höhe von 307 Talern zurücklässt. Dem großen Hexenmeister platzt der Kragen. Er verlässt das Haus, um Frau Wagenhuber zur Rede zu stellen.

Die Gelegenheit für den Zauberlehrling, seine Zauberkünste zu erproben: „Walle, walle! Manche Strecke, dass, zum Zwecke Wasser fließe und mit reichem, vollem Schwalle zu dem Bade sich ergieße“, lauten die berühmten Worte, nach dem sich der Besen auf den Weg zum Brunnen macht. Und zwar immer wieder und unaufhörlich!

Die Geister, die der Zauberlehrling rief, wird er nicht mehr los. Auch der verzweifelte Versuch, Trixi mit der Axt zu stoppen, schlägt fehl. Denn aus einem Besen werden mehrere und die Wassermassen fließen. Zum Glück kehrt der Hexenmeister gerade noch rechtzeitig zurück, um die rettenden Sätze zu sprechen: „In die Ecke, Besen, Besen! Seids gewesen. Denn als Geister ruft euch nur zu diesem Zwecke, erst hervor der alte Meister!“

Nachdem der letzte Vorhang gefallen war, erhoben sich die Zuseher beeindruckt von ihren Plätzen und spendeten langen und lautstarken Applaus. Das Fazit: Goethe war gut! Und die Theater-AG der Bischöflichen Liebfrauenschule auch!

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