Teurer Start in die neue Tennissaison

Von: Naima Wolfsperger
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In neuem Glanz: Fein herausgeputz präsentiert sich nach der Winterpause die Tennisanlage von Blau Gelb. Dazu war viel Eigenleistung der Vereinsmitglieder vonnöten. Foto: Naima Wolfsperger
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Stolz auf das Geleistete: Platzwart Werner Goldner, großer Sportwart Mario Streit und stellvertretender Vizepräsident Wolfgang Boese (v.l.n.r.).

Eschweiler. Bereits Mitte März bekommen die Vorstandsmitglieder von Tennis Blau-Gelb die ersten SMS und Whats-App. Alle mit der gleichen Frage: „Wann macht ihr den Platz auf?“ Jetzt ist die Tennissaison eröffnet und man hört es wieder, das leicht metallisch klingende „Plopp, Plopp“, wenn der Ball auf den Schläger trifft. Dass der Tennisplatz aussieht wie neu, dahinter verbirgt sich eine Menge Arbeit – und nicht zuletzt viel Geld.

„Die Asche wird im Frühjahr immer erneuert“, sagt Werner Goldner, Platzwart bei Blau-Gelb. Asche, so nennt man den rostroten Belag auf den Plätzen. Für rund 4000 Euro trägt eine Firma aus Köln den alten Bodenbelag ab und etwa 15 Tonnen neu auf. „Drei Tonnen Asche pro Platz“, sagt Goldner. Die weißen Streifen, die das Feld markieren, werden für diese Arbeit mit Pflastersteinen bedeckt. „150 Steine können pro Platz schon zusammenkommen“, denn die weißen Feldmarkierungen werden nicht erneuert. Damit sie bei den Bodenbelagsarbeiten nicht verändert werden, beschweren Goldner, weitere Vorstandsmitglieder und engagierte Vereinsmitglieder sie mit den Pflastersteinen. Sie tragen sie selbst, platzieren sie und räumen sie nach der Bodenerneuerung wieder auf. Nach ein paar Tagen kann Goldner dann mit der Walze über den Platz fahren und die frisch aufgetragene Asche festigen.

Aber das ist nicht das einzige, was im Frühjahr erneuert wird: Die Hecken müssen geschnitten werden, die Bänke aufgestellt, Werbebanner aufgehängt – und überhaupt: Alles muss sauber gemacht werden. Der Winter hinterlässt auf dem Tennisplatz seine Spuren und selbst im Sommer seien etwa Platz fünf und sechs mit regelmäßiger Arbeit verbunden, „da liegt immer viel Laub“, sagt Goldner.

In diesem Jahr hat sich der Tennisclub eine neue Platzbewässerungsanlage gegönnt. „Das ist nicht so einfach“, sagt Goldner. Im vergangenen Herbst habe der Verein Fördergelder bei der Stadt beantragt. Der Antrag sei abgelehnt worden. Die neue Bewässerungsanlage kostet rund 10 000 Euro. „So etwas kauft man nicht mal so nebenbei.“ Aber die jetzige sei einfach zu alt, funktioniere nicht mehr richtig. Wenn es darum geht, was alles erneuert werden könnte, dann fällt Goldner, dem stellvertretenden Vizepräsidenten Wolfgang Boese und dem großen Sportwart Mario Streit gleich noch viel mehr ein. Der Zaun, der Außen- und Innenanstrich des Vereinsheims und der Balkon müsse neu gefliest werden.

„Der Großteil passiert in Eigenregie“, sagt Goldner. Die Vorstandsmitglieder von Blau-Gelb und einige Spieler kümmern sich im Frühling um alles, was sie selbst erledigen können. „An zwei Samstagen im März werden, wenn das Wetter mitspielt, dann die letzten Handgriffe angelegt. Auch Spenden helfen. Wie etwa die neue Küche, die zwar gebraucht ist, aber voll funktionstüchtig – und dem Verein geschenkt wurde. Mario Streit spielt, mit kurzer Unterbrechung, seit knapp 30 Jahren bei Blau-Gelb. Zehn Jahre lang war er Jugendwart, seit zwei Jahren ist er Sportwart. „Früher brauchte man einen Bürgen, sozusagen eine persönliche Einladung, um Mitglied in dem Verein zu werden.“ Aber die Zeiten hätten sich sehr geändert und Tennis sei kein Elitesport mehr. Nicht, dass das ein Grund zum Trauern sei, aber um den Nachwuchs müsse sich der Verein schon bemühen. Von aktuell etwa 200 Mitgliedern seien etwa 60 Jungendliche.

„Wir gehen damit sehr offensiv um, gehen an Schulen und machen Werbung“, sagt Streit. Neben den Mitgliedsbeiträgen schafft der Verein auch Rücklagen über Werbebanner und Werbung, die im Vereinsheft geschaltet wird. Alle zwei Jahre kommt auch die Ausrichtung der Stadtmeisterschaft hinzu. Sorgen, um den Erhalt des Vereins, müsse man sich derzeit keine machen, sagt der stellvertretende Vizepräsident Wolfgang Boese. Auch bei Tennis ESG wurde in diesem Frühjahr viel erneuert. „Dank des guten Wetters im März konnten wir uns pünktlich auf die kommende Sommersaison vorbereiten“, sagt Inge Stahlberg, Pressevewartin des Vereins.

Die acht Tennisplätze des ESG wurden nach der Wintersaison präpariert und etwa 13,5 Tonnen Asche aufgetragen. Die Tennislinien seien wieder in der richtigen Position, die Netze aufgestellt und Tennisblenden und Windschutz wieder angebracht. Für die Kleinen wurde der Sandkasten neu angelegt. Die Installation des Zubehörs sei auch bei der ESG in Eigenregie durchgeführt worden. „Die Kosten zur Aufbereitung im Frühjahr und die Pflege der Anlage während der Saison werden aus den Mitgliederbeiträgen finanziert und belaufen sich auf mehrere Tausend Euro pro Jahr“, erklärt Stahlberg.

Aktuell hat die ESG 262 Mitglieder. Davon sind 66 Jugendliche und 196 Erwachsene. Gegenüber 2015 ist der Mitgliederstand damit leicht angestiegen (63 Jugendliche, 185 Erwachsene).

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