Tennis-Anlage an der Jahnstraße gehört wieder Eschweiler

Tennis-Anlage des TC Blau-Gelb Eschweiler gehört wieder der Stadt

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
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So sieht es derzeit auf dem Gelände an der Inde aus: die fünf Tennisplätze und das ehemalige Vereinsheim vom TC Blau-Gelb aus der Vogelperspektive. Foto: Günter Paulsen
Tennis
Gestaltung des ehemaligen Tennisgeländes an der Jahnstraße.

Eschweiler. Wenn es sich um ein Match gehandelt hätte, würde man von einem Fünf-Satz-Krimi sprechen. Allerdings mit einem Happy End für die Stadtverwaltung. Lange hing in der Schwebe, was mit der Tennis-Anlage in Dürwiß am dortigen Freibad geschieht, lange war auch nicht klar, ob der TC Blau-Gelb nach Dürwiß umzieht.

Nun sind die Unterschriften trocken und der Auszug des Clubs in den Norden ist fast vollzogen. Geklärt ist auch, was bald an die Stelle der Tennisanlage rücken soll: Der Pflegedienst Cura wird dorthin seinen Firmensitz verlegen, und zugleich werden 32 barrierefreie Wohnungen entstehen. Das Investitionsvolumen wird nicht genannt.

Am Dienstag Übergabe

Der Vorstand und die Mitglieder des Tennisclubs haben lange gezaudert. In mehreren Versammlungen wurde das Projekt vorgestellt und besprochen. Die Entscheidung fiel letztlich im Juni, aus heutiger Sicht des Vorsitzenden Jochen Wild war es die richtige: „Wir spüren eine Aufbruchstimmung.“ Das Vereinsheim an der Jahnstraße wurde komplett leer geräumt. Die dortige Küche wurde demontiert und in Dürwiß wieder aufgebaut. Die Übergabe des alten Domizils ging schließlich am Dienstag über die Bühne.

Schon seit Wochen wird im Heim des ehemaligen TC Rot-Weiß Dürwiß gearbeitet, damit pünktlich zum Saisonstart im Frühjahr die Filzbälle fliegen können. Wild macht keinen Hehl daraus, dass einiges zu tun ist. In Dürwiß mussten Wände neu verputzt, die Decke abgehängt, Leitungen neu verlegt und Wände niedergerissen werden

. Dabei zählte der Vorstand von Blau-Gelb nicht nur auf die eigenen Mitglieder, sondern stellte zudem einen eigenen Handwerker ein. Dass der Club dennoch auf das Engagement der Tennisfreunde zählen kann, wurde an den beiden Helfertagen deutlich. Darüber hinaus sind seit Wochen ständige mehrere Mitglieder vor Ort, um die Arbeiten zu erledigen. Wild ist davon überzeugt, dass der Betrieb im Frühjahr starten kann und die Arbeiten erledigt sind.

Seit 18 Jahren

An das Packen der Umzugskartons denken Martin Vongehr und Georg Pähler von Cura noch nicht. Die beiden Geschäftsführer suchten schon seit Jahren einen neuen Firmensitz. Derzeit ist das Unternehmen in der ehemaligen Verwaltung der Rheinbraun an der Peter-Paul-Straße zu finden. Seit 18 Jahren.

Allerdings reicht der Platz dort schon lange nicht mehr aus. Auch die energetischen Anforderungen sind andere geworden. Da der Mietvertrag im Jahr 2020 endet, hielt man frühzeitig Ausschau und nahm Kontakt zur Wirtschaftsförderung der Stadt auf. Schnell kristallisierten sich einige Alternativen heraus, allerdings erfüllt nur der Standort an der Jahn­straße in den Augen der beiden Geschäftsführer alle Kriterien.

In Zusammenarbeit mit dem Architekten Martin Hennig werden in den kommenden Jahren nicht nur ein neuer Firmensitz mit Parkplätzen für die 30 Fahrzeuge an der Inde entstehen, sondern auch Wohnungen unterschiedlichen Zuschnitts. 90 bis 100 Quadratmeter sollen sie groß werden, ein Teil wird als Eigentumswohnungen vermarktet, andere als Mietobjekt angeboten. Grundsätzlich wolle man sich nicht nur an ältere Menschen richten, sondern verschiedene Generationen ansprechen.

Etwa 100 Mitarbeiter sind aktuell bei der Cura in zwei Schichten tätig. In unmittelbarer Nachbarschaft an der Jahnstraße befinden sich Kindergarten, Hallenbad und Schulen. Georg Pähler rechnet jedoch nicht damit, dass es zu einem deutlich erhöhtem Verkehrsaufkommen kommt: „Unsere Fahrzeuge fahren morgens vom Gelände, kehren zum Schichtwechsel mittags wieder zurück und fahren dann wieder los, ehe dann am Abend Schluss ist.“

Die Zeiten würden sich nicht mit den Abhol- und Bringzeiten von Schulen und Kita überschneiden. Pähler und sein Kollege Vongehr überlegen ohnehin, langfristig auf E-Mobilität zu setzen. Die Stellplätze sollen entsprechend vorbereitet werden. Auch über Solar wird nachgedacht. „Alles eine Kostenfrage“, räumen beide ein. Zwei E-Fahrzeuge gehen im kommenden Jahr in den Testbetrieb.

Während die Arbeiten am neuen Tennisheim von Blau-Gelb in wenigen Monaten abgeschlossen sind, muss der Neubau an der Inde zunächst noch bürokratische Hürden nehmen. Der sogenannte „Aufstellungsbeschluss und Beschluss der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit“ wurde im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss beschlossen.

Läuft das Verfahren nach Plan, kann im Sommer des kommenden Jahres der Bau in drei Abschnitten beginnen. Bis letztlich das Pflegeunternehmen seine Zelte an der Peter-Paul-Straße abbricht, werden noch Jahre vergehen: Vorgesehen ist der Umzug Ende 2020.

Zu diesem Zeitpunkt soll die Mitgliederzahl des TC Blau-Gelb gewachsen sein. Jochen Wild will den Schwung dazu nutzen, junge Menschen für den Tennissport zu begeistern. Ein „Tag der offenen Tür“ ist vorgesehen. Im Rathaus wird man die Entwicklung mit Genugtuung sehen.

Die Stadt Eschweiler beteiligt sich an den Umzug finanziell – mit über 70.000 Euro. Allerdings, darauf legt Wild wert, diene dieses Geld nur dazu, Reparaturen zu finanzieren. Den Rest steuern die Mitglieder mit viel Eigenleistung bei.

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