Telefonaktion „Ärzte antworten“: Kniegelenke müssen viel ertragen

Von: ath
Letzte Aktualisierung:
14147807.jpg
Millionen Mal funktionieren sie gut, doch hohe Belastung führt oft zu Beschwerden in den Kniegelenken.

Eschweiler. Sie geben uns Stabilität, verleihen uns unsere aufrechte Haltung, ermöglichen es, uns fortzubewegen: unsere Knochen. Das menschliche Skelett besteht aus etwa 210 Einzelteilen, beweglich verbunden über mehr als 200 Gelenke.

Sie sind alle nach einem ähnlichen Muster aufgebaut: Die dort zusammen kommenden Knochen tragen einen Knorpelüberzug, sie werden von Bändern zusammengehalten, über Sehnen von Muskeln bewegt, durch eine Schleimhaut geschmiert und mit einer Kapsel verschlossen – wahre Wunderwerke der Biologie, die im Verlauf eines Lebens Millionen Male funktionieren müssen, aber eben deshalb auch anfällig sind. Das gilt insbesondere für unsere größten Gelenke, die Kniegelenke. Dadurch, dass der Mensch sich im Verlauf seiner Entwicklung aufgerichtet hat, müssen sie – zusammen mit den Hüftgelenken – besonders viel ertragen.

Im Rahmen unserer Telefonaktion „Leser fragen – Ärzte antworten“ informieren am Mittwoch, 15. März, die Chefärzte der Klinik für Unfallchirurgie und orthopädische Chirurgie am St.-Antonius-Hospital Eschweiler, Dr. Ture Wahner und Dr. Oliver Heiber, rund um Ursachen und Behandlung von Kniebeschwerden. Ursachen sind zumeist Überbelastungen der Gelenke durch ein zu hohes Körpergewicht, Fehlbelastungen bei der Arbeit oder beim Sport, die zur Abnutzung der Gelenke führen.

Beim Gelenkverschleiß (Arthrose) wird vor allem der Gelenkknorpel angegriffen und verbraucht. Aber auch weitere Gelenkbestandteile wie die Menisken, die Knochen und die Gelenkschleimhaut, werden in Mitleidenschaft gezogen. Außerdem können Unfälle dem Kniegelenk schwer zusetzen: „Wenn Bänder oder Menisken zerreißen, der Knorpel splittert oder gar der Knochen bricht, sind die vorher noch so gut gehenden Kniefunktionen plötzlich stark gefährdet und mit ihnen auch die Mobilität des Patienten“, erklärt Dr. Ture Wahner.

Dasselbe gelte für Entzündungen der Gelenke. Zumeist reagiere dabei die Gelenkschleimhaut äußerst schmerzhaft, wie bei einem Gichtanfall oder anderen sogenannten entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, zum Beispiel einer Polyarthritis. In jedem Fall seien dann Spezialisten wie Orthopäden und Unfallchirurgen gefragt.

Vor einer erfolgreichen Behandlung steht zunächst eine sorgfältige Untersuchung. „Hierbei werden die Kniegelenke angesehen, betastet und bewegt. So kann häufig schon eine erste Diagnose gestellt werden. Im Bedarfsfall wird die Bildgebung hinzugezogen, also Röntgenaufnahmen, Computertomografien (CT), Kernspintomografien (MRT), aber auch der Ultraschall – jede Methode aber nur nach reiflicher Überlegung“, schildert Dr. Oliver Heiber den Ablauf. Manchmal, insbesondere bei Gelenkentzündungen, müsse zudem auf Laboruntersuchungen zurückgegriffen werden. Behandelt werde zunächst konservativ mit Medikamenten, Krankengymnastik sowie Hilfsmitteln wie Bandagen, geeigneten Schuhen oder Gehhilfen.

Führe dies zu keiner Besserung, werde ein operativer Eingriff in Betracht gezogen. Dies geschehe zunächst meist minimal-invasiv, in Form einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung). Sei der Verschleiß bereits so weit fortgeschritten, dass der Patient massiv in der Beweglichkeit eingeschränkt sei, komme ein teilweiser oder vollständiger Gelenkersatz in Frage.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert