Tauziehen um Nothberger Burg: Vorstand des Fördervereins tritt zurück

Von: Patrick Nowicki
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Blick vom Gerüst an der Nordwand auf die Notberger Burg: Der hier auf dem Bild zu sehende Jörg Kaever war einige Zeit als Geschäftsführer des Fördervereins tätig. In den vergangenen Jahren ist es immer wieder zu Unstimmigkeiten zwischen Vereinsvertretern und dem Eigentümer der Ruine gekommen. Foto: Patrick Nowicki
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Blick in den Nordwest-Turm der Burg: Er soll, so hofft der Förderverein, einmal wieder begehbar gemacht werden. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Die Nothberger Burg hat in ihrer wechselvollen Geschichte zahlreiche Katastrophen überstanden: den Dreißigjährigen Krieg, die beiden Weltkriege und zahlreiche blutige Erbstreitigkeiten. Dass es nun schon wieder zu einem Wechsel an der Spitze des Fördervereins gekommen ist, mag angesichts dieser großen Ereignisse eher wie eine Randnotiz vorkommen.

Aber die Vorgänge können den Erhalt der Burgruine gefährden. Es sind wichtige Verträge zu unterzeichnen. Die positive Nachricht vorneweg: Der Förderverein verfügt über einen satzungsgemäßen Vorstand, die Leitung hat Rechtsanwalt Justus Peters aus Linnich übernommen, der viele Jahre als Leitender Kreisrechtsdirektor in Düren tätig war.

Der Jurist war schon in den Vertragsgesprächen mit Behörden, Stiftungen und dem Burgherrn Karl-Heinz Kever eingebunden, als noch der alte Vorstand mit Hans Illner an der Spitze die Geschicke leitete. Laut Peters ist der Vertrag zwischen dem Verein und dem Eigentümer des historischen Gemäuers ausgehandelt und unterschrieben. Es hakt noch beim Vertrag mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie der NRW-Stiftung. Eine insgesamt sechsstellige Summe soll schließlich überwiesen werden. Mit diesem Geld will der Förderverein nicht nur die Ruine im Bestand erhalten, sondern auch fürs Publikum öffnen.

An dieser Stelle treffen die Interessen des Burgeigentümers und des Fördervereins aufeinander. Die Ruine ist derzeit über den Bauernhof am Fuße der Burg zu erreichen, von wo aus Kever Landwirtschaft betreibt. Die Stiftung und der Förderverein wollen eine Erreichbarkeit über einen Weg vom Haltepunkt der Euregiobahn aus bis zur Burg umsetzen. Dem verschließt sich der Burgherr und Landwirt nicht grundsätzlich. Noch im Mai sagte er: „Der Haltepunkt der Euregiobahn befindet sich quasi vor der Haustür und es ist somit problemlos möglich, als Familie aus Aachen oder Köln zur Nothberger Burg zu reisen.“

Scheint nach außen hin Einigkeit zu herrschen, ist juristisch manches Brett zu bohren. Ein Wegerecht, was der Eigentümer dem Verein einräumen müsste, müsste ins Grundbuch eingetragen werden. Zu vereinbaren sind auch Öffnungszeiten, weil die Burg nicht rund um die Uhr besucht werden kann. Peters gibt keine Details aus den Verhandlungen preis, sagt aber: „Wir haben mit dem Burgherrn eine vertrauensvolle Kommunikationsplattform gefunden.“

Genau letztere schien nicht mehr mit dem Vorgängervorstand möglich. Immerhin sieben Jahre lang war Hans Illner der Vorsitzende: „Die Arbeit an der Burg hat mir immer Spaß bereitet“, sagt er heute. Er selbst habe das Amt im Juni niedergelegt, nachdem sich herauskristallisiert hatte, dass die erforderlichen Verträge unter seiner Vereinsführung nicht zustande kamen. Nachkarten möchte er nicht – auch um die aktuellen Gespräche nicht zu gefährden. Am 13. Juli wurde schließlich ein neuer Vorstand gewählt – mit Justus Peters an der Spitze.

In diesem Jahr ist schon die erste Fördersumme in Höhe von 83.000 Euro aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm VI des Bundes geflossen. Diese Summe reicht jedoch bei weitem nicht, um die Burgruine dauerhaft zu erhalten und vor allem begehbar zu machen. Dr. Ekkehard Kandler vom Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege der Technischen Hochschule Köln leitet der die Sanierungsarbeiten als Architekt. „In der jüngsten Vergangenheit haben wir vor allem an der Zuwegung zur Burg gearbeitet“, berichtete der Bauhistoriker. Daran war unter anderem die Lowtec-GmbH beteiligt. Ambitioniert ist das Vorhaben, die beiden gut erhaltenen Türme der Vorburg als Aussichtsturm begehbar zu machen.

Öffnung im Jahr 2020 geplant

Im Jahr 2020, so lautet die Hoffnung des Vereins, soll die Burg für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Bis dahin will der Verein jedoch nicht untätig sein, sondern unterschiedliche Veranstaltungen anbieten. Justus Peters, der neue Vorsitzende, ist zuversichtlich, dass man die Ziele erreichen kann. Als ehemaliger Kreisrechtsdirektor weiß er, wie man juristisch schwierige Sachverhalte mit unterschiedlichen Interessen unter einen Hut bekommt.

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