Eschweiler - Tauziehen um Flächen für Solarpaneele

Tauziehen um Flächen für Solarpaneele

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
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Windparks wie hier auf Indener Gemeindegebiet am Kraftwerk Weisweiler sollen auch in Eschweiler möglich werden. Allerdings streiten Stadt und Bezirksregierung, welche Flächen geeignet sind. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Zwischen Bezirksregierung und Stadtverwaltung Eschweiler ist ein Disput entbrannt, welche Flächen für Solarpaneele ausgewiesen werden sollen. Im Kern wirft die Kölner Behörde vor, dass man überwiegend Außenbereichsflächen für Photovoltaikanlagen nutzen will.

„Es wird beabsichtigt, fast einen Quadratkilometer der Stadt Eschweiler für Anlagen zur Verfügung zu stellen“, schreibt Jan-Kristian Flad vom Dezernat für Städtebau in der Bezirksregierung. Dies entspricht einem Areal in der Größe von 140 Fußballfeldern. Inzwischen schraubt die Stadt ihre Forderung zurück: Sie will nun an den A4-Raststätten, an der Autobahnabfahrt Eschweiler-Ost, auf der Halde Nierchen und am Vöckelsberg Flächen für Solaranlagen ermöglichen.

Ursprünglich favorisierte die Stadtverwaltung neun Potenzialflächen. Auch entlang der Euregiobahn sollte die Möglichkeit geschaffen werden, Solarparks zu entwickeln. Dies lehnt die Bezirksregierung jedoch ab, da es sich nicht um einen „Schienenweg mit überregionaler Bedeutung handelt“.

In einem solchen Fall ist es nämlich möglich, entlang von Bahntrassen Erneuerbare-Energie-Anlagen zu stellen. Dies gilt im Fall der Stadt Eschweiler für ein Gelände an der Haupttrasse Aachen-Köln in der Nähe des Bovenberger Waldes. Dieser Bereich wird jetzt für Photovoltaikanlagen ausgewiesen. Gleiches gilt für das Fibercast-Gelände in Bergrath. Ein Areal am Blausteinsee wird hingegen nicht mehr diskutiert.

Im Eschweiler Rathaus setzt man nun auf Flächen entlang der Autobahn 4 und auf der Halde Nierchen. In allen Fällen schreibt die Bezirksregierung, dass diese Bereiche nicht an die „Ziele der Raumordnung“ angepasst seien, die im Flächennutzungsplan angegeben werden. Entlang der Autobahn 4 verläuft ein regionaler Grünzug.

Dies verhindert nach Ansicht der Bezirksregierung die Zustimmung zu Flächen, die die Stadtverwaltung an den Raststätten und an der Autobahnabfahrt Eschweiler-Ost auserkoren hat. In beiden Fällen widerspricht die Stadtverwaltung. Als zusätzliches Areal hat sie zudem einen Bereich am Vöckelsberg ausgemacht, der nach ihrer Auffassung ohnehin „durch die Barrierewirkung der Fahrspuren und der Lärmschutzanlagen vom Grünzug abgeschnitten“ sei.

Vor allem Kippen und ehemalige Mülldeponien sollen für Solarpaneele genutzt werden. Dies gilt zum Beispiel für den Windpark der Rurenergie auf dem Indener Gemeindegebiet unweit des Weisweiler Kraftwerks. Dort befand sich eine Mülldeponie. Nach Auffassung der Bezirksregierung gilt dies für die Halde Nierchen nicht, auch wenn dort bereits Windenergieanlagen stehen, da es sich nicht um eine Halde nach dem Steinkohle-, sondern nach dem Braunkohleabbau handele.

„Diese Einschränkung ist allerdings in den Erläuterungen des Landesentwicklungsplans nicht vermerkt und für die Kommune nicht nachvollziehbar“, teilt die Stadtverwaltung mit. Die Halde werde bereits seit mehr als 20 Jahren für Windräder genutzt. Die „Nutzung durch Photovoltaik-Freiflächenanlagen“ führe nicht dazu, dass die Halde an Erholungswert verliere, zumal man die Paneele mit entsprechender Bepflanzung verdecken könne.

Das letzte Wort ist bisher noch nicht gesprochen. Der Regionalrat entscheidet in seiner Sitzung darüber, welche Flächen in Zukunft in Eschweiler für Photovoltaik genutzt werden kann.

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