Eschweiler - Tausendsassa „Männ“ wird am Samstag 80

Tausendsassa „Männ“ wird am Samstag 80

Von: Irmgard Röhseler
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Alter spielt keine Rolle: Das Urgestein Hans-Cornel, genannt „Männ“ Dohmen strotzt auch mit nahezu 80 Jahren vor Tatendrang. Foto: I. Röhseler
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Einer seiner treuesten Weggefährten war Hund Aisha, den „Männ“ sehr vermisst. Foto: Studio Strauch

Eschweiler. Der Mann, der einst Eschweiler mit internationalen Leichtathletikmeetings in die Schlagzeilen der Weltpresse brachte und ohne den die Eischwiele Fastelovend (auch heute noch) undenkbar wäre, feiert am Samstag seinen 80. Geburtstag. Die Rede ist von Hans-Cornel Dohmen, den alle nur „Männ“ nennen.

Seinen Ehrentag möchte der ehemalige Karnevalskomitee-Zekretär und heutige Vorsitzende des Komitee-Ehrenrates natürlich mit vielen lieb gewonnenen Menschen verbringen. Und so reisen am Samstag Freunde und Bekannte aus aller Herren Ländern an, um „Männ“ zum runden Geburtstag zu gratulieren.

Er feiert sogar an mehreren Tagen, um allen gerecht zu werden. Denn im Laufe seines Lebens hat Männ Dohmen einen Freundes- und Bekanntenkreis aufgebaut, der auch die größte Festhalle sprengen würde.

Sohn von „Löwenpeter“

Das Brauchtum Karneval wurde Männ Dohmen quasi in die Wiege gelegt. Als nämlich „Et Männelein“ am 12. September 1935 im Stadtteil Röthgen das Licht der Welt erblickte, wussten seine Eltern – der damalige Blaue-Funken-Präsident „Löwenpeter“ und seine Ehefrau Gertrud – sofort: „Der Junge hat närrisches Blut in den Adern!“ Drei Jahre war Klein-„Männ“ alt, als er in die Blaue-Funken-Uniform schlüpfte und fortan mit Leidenschaft Fastelovend feierte. Da ließ auch die Bütt‘ nicht lange auf sich warten: Erste Erfahrungen sammelte er als Redner bei der katholischen Jugend. Dem Karneval sei Dank, lernte er bei einem Auftritt im damaligen Jägerhof in Bergrath seine große Liebe, nämlich seine Christel kennen, die er 1960 ehelichte. Der Nachwuchs ließ auch nicht lange auf sich warten. 1961 „gesellte sich“ Tochter Claudia zur Familie und weitere fünf Jahre später Sohn Peter.

Auch beruflich lief es gut. Nach dem Besuch des Gymnasiums Eschweiler, absolvierte Dohmen eine Drogistenlehre und übernahm im Jahre 1962 gemeinsam mit seiner Frau die elterliche Drogerie, baute sie weiter aus und eröffnete 1963 die erste Selbstbedienungsdrogerie in der Region Aachen/Düren.

Dass „Männ“ Dohmen ein Mann mit Weitsicht und Unternehmergeist ist, bewies er, als er 1965 eine Handelsagentur für Stilmöbel und Accessoires aufbaute. Dabei setzte er die Schwerpunkte auf englische und italienische Möbel, Kleinmöbel, Spiegel und Leuchten und war innerhalb kürzester Zeit der Repräsentant für acht verschiedene europäische Firmen. Sein Unternehmen war unter anderem bei Möbelmessen in Mailand, Paris, London, Brüssel und Kortrijk präsent. Sein letztes Großprojekt war die Einrichtung des legendären Berliner Hotels Adlon mit Spiegeln und Leuchten.

So ganz nebenher hatte „Männ“ noch eine Leidenschaft: die Leichtathletik. Mit 14 Jahren trat er in die Eschweiler Sportgemeinschaft (ESG) ein. 18 Jahre lang spielte er in der 1. Handball-Mannschaft und war gleichzeitig bei nationalen und internationalen Leichtathletikveranstaltungen vorne. 1958 wurde er Oberrheinmeister im Fünfkampf und über 400 Meter in Lörrach. 1960 siegte er als Kapitän mit einer Bezirksauswahl in Nottingham über den englischen Mannschaftsmeister Birchfield Harriers. Nach seiner Wettkampf-Ära organisierte er zusammen mit seinen Freunden Engelbert Hoppe und Franz Wings 20 internationale Leichtathletik-Meetings mit Weltklasse-Athleten aus mehr als 30 Nationen, unter anderem mit Harald Norpoth, Jürgen May, Ulrike Meyfarth, Liesel Westermann, Paul Nash und Charlie Green. Letzterer war übrigens der erste Mensch, der 100 Meter unter zehn Sekunden lief. 1971 ging eines ihrer Meetings durch die Weltpresse: „Mitten in der Apartheit starteten in Eschweiler farbige und weiße Südafrikaner in einer Mannschaft, wohnten in einem Hotel und aßen an einem Tisch“.

Jetzt auf dem Golfplatz

Heute spielt die Sportskanone (er spielte auch über 20 Jahre lang Tennis) von damals nur noch Golf. Über 30 Jahre war er zumeist auf der Golfanlage im belgischen De Haan anzutreffen. Nun wird man ihn öfter die Bälle über den Kinz­weiler Golfplatz fegen sehen. Denn die Familie Dohmen hat ihr Domizil in De Haan verkauft und ist nun stets an ihrem ersten Wohnsitz in Eschweiler anzutreffen.

Das heißt gleichzeitig, dass man den den weitgereisten Jazzfreund und Karnevalsjeck wieder häufiger bei Veranstaltungen in der Inde­stadt trifft. „Klar bin ich Karneval unterwegs, nur nicht mehr so häufig“, gibt er zu. „Mit zunehmendem Alter muss man halt etwas auf die Bremse treten!“ Über 30 Jahre bekleidete die Frohnatur das Amt des Geschäftsführers im Karnevalskomitee und war gerade in der Fünften Jahreszeit ständig unterwegs. Mit großer Begeisterung half Dohmen mit, die Kontakte zur französischen Partnerstadt zu pflegen und die Fastelovend nach Wattrelos zu exportieren. 1991 erhielt er die Goldene Verdienstmedaille für Ehrenamt und Brauchtumspflege der Stadt Eschweiler, 1994 die der Stadt Wattrelos.

Den Höhepunkt seiner närrischen Karriere erlebte Dohmen 1968, als er als Prinz Männ II. die Indestadt regierte. Mit seinem damaligen Zeremonienmeister Jupp Rosenbaum erlebte er eine unvergessliche Zeit.

Unvergesslich wird sicherlich auch sein runder Geburtstag, wenn die Gratulanten Schlange stehen, um ihrem „Männ“ zu gratulieren. Auch die Redaktion schließt sich (aber erst am Samstag) mit den besten Wünschen an!

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