Eschweiler - Taucher und Fotograf zeigt Unterwasseraufnahmen

Taucher und Fotograf zeigt Unterwasseraufnahmen

Von: Julia Meuser
Letzte Aktualisierung:
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Taucht regelmäßig ab, um unter Wasser faszinierende Bilder zu schießen: Manfred Clintjens. Jetzt sind seine Aufnahmen im Senioren- und Betreuungszentrum zu sehen. Foto: Manfred Clintjens

Eschweiler. Die Faszination des Tauchens konnte jetzt jeder hautnah miterleben – auch ohne sich eine teure Tauchausrüstung zuzulegen und eigenständig die Tiefen der Meere zu erforschen. Diese Möglichkeit bot sich auf Manfred Clintjens Ausstellungseröffnung im Senioren- und Betreuungszentrum, wo der Freizeitfotograf und Taucher eindrucksvolle Schnappschüsse von seinen zahlreichen Tauchgängen ausstellte.

Jede der beeindruckenden Begegnungen mit Delfinen, Grauen Riffhaien, Wasserschildkröten, und auch den Walhaien, Mantarochen und zahlreichen anderen kleinen und großen Meereslebewesen hält er in faszinierenden Momentaufnahmen mit seiner Kamera fest. Die meisten der gezeigten Fotos entstanden im Roten Meer, an Tauchplätzen in der Karibik und im Pazifik sowie an unzähligen Riffen im Indischen Ozean.

Seit 1988 etwa 800 Tauchgänge

Die Ausstellung wurde vom Verwaltungsdirektor des Senioren- und Betreuungszentrums, Bernhard Müller, eröffnet, gefolgt von einer Einführung in die Ausstellung, gehalten vom Künstler Manfred Clintjens selbst. Für die musikalische Begleitung sorgte Hans Peter Schüller am Piano mit seiner Tochter Franziska an der Querflöte.

Manfred Clintjens taucht seit 1988 und hat in dieser Zeit bereits ungefähr 800 Tauchgänge absolviert. Als Mitglied des Eschweiler Tauchclubs trainiert er zwei Mal in der Woche im Schwimmbad, im Sommer selbstverständlich auch einmal pro Woche im Blausteinsee. Seit 1990 fängt er jetzt schon Unterwasserszenen mit seiner Kamera ein und befindet sich dabei in Meerestiefen von 3 bis zu 36 Metern. Dank seines Talentes für eindrucksvolle Unterwasseraufnahmen nahm er an vielen Wettbewerben erfolgreich teil. So belegte er 2007 bei einem Wettbewerb für Unterwasserfotografie in Thailand, Khao Lak, den 1.Platz.

Einfach sind die Aufnahmen nicht: „Bei starken Strömungen spreche ich von Bewegungen, die mit Radfahrgeschwindigkeiten zu vergleichen sind. Hierbei ein gutes Foto zu machen, ist manchmal so gut wie unmöglich“, erklärt der Profi. Mit zunehmender Tiefe wird es natürlich dunkler. Doch nicht nur das: Auch falle die Farbe Rot im Wasser durch die Lichtbrechung für das menschliche Auge schon ab einer Tiefe von etwa sieben bis acht Metern völlig aus. Das künstliche Licht durch Blitzlichter oder Lampen spielt also eine große Rolle bei der Unterwasserfotografie. „Die nächste Schwierigkeit sind die Schwebeteile im Wasser. In den Ozeanen sind das in der Regel Kleinstlebewesen, wie zum Beispiel Plankton. Diese winzigen Tierchen haben die unangenehme Eigenschaft, dass sie die zum Beispiel von einem Blitzlicht abgegebene Energie aufnehmen und reflektieren. Für ein Foto bedeutet das viele, große Lichtpunkte vor dem eigentlichen Motiv. Ein solches Foto ist in der Regel unbrauchbar.“

Manfred Clintjens auch auf den Zustand der Ozeane ein. Trotz der gesetzlichen Fischfangquoten seien viele Fischarten vom Aussterben bedroht. Und weiter: „Der Fischfang mit Schleppnetzen bedeutet eine totale Zerstörung des gesamten Meeresbodens. Die Netze werden dabei mit großen Gewichten über den Meeresboden gezogen und hinterlassen eine Mondlandschaft“, führt Manfred Clintjens aus, bevor er das nächste Problem in Angriff nimmt – den Plastikmüll. „Niemand spricht darüber, dass es durch Meeresströmungen zusammengetriebene Plastikinseln auf dem Meer gibt. So schwimmt zwischen Hawaii und dem amerikanischen Festland eine Insel aus Plastikabfällen in der Größe von ganz Mitteleuropa.“ Von solchen Inseln gebe es mittlerweile drei von fast gleicher Größe. Das Problem ist vielen bekannt, doch das Prinzip „nur nicht darüber reden“ scheint beliebter. So werden sogar die Schiffsrouten um diese Inseln herumgeleitet.

Ein weiteres Problem sei der Haifischfang. So werden weltweit jedes Jahr ungefähr 300 Millionen Haie gefangen, sodass sich die Haifischpopulation kaum erholen kann. „Den meisten Haien werden lebend die Flossen abgeschnitten und dann werden die Kadaver einfach ins Meer zurück geworfen.“ Warum? In Asien werde für einen Teller Haiflossensuppe 100 US-Dollar gezahlt. „Deutschland ist mit 2000 Tonnen pro Jahr der fünftgrößte Verbraucher in Europa.“ Und spätestens jetzt wurde es so manchem mulmig: „Haifisch wird in Deutschland verkauft als: Schillerlocken, Kalbsfisch, Königsaal, Stierlachs, Speckfisch, Karbonadenfisch und Seestör. Alles das ist Haifisch.“ Es liege in den Händen aller, ob auch die nachfolgenden Generationen noch die „Wunderwelt der Ozeane erleben können“, endete Manfred Clintjens.

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