„Tanz in den Mai“: Malischewski lässt‘s noch einmal richtig krachen

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Eschweiler. In der Nacht zum 1. Mai präsentiert sich der Talbahnhof wieder als Tanztempel. Glory‘s-Discjockey Uwe Malischewski, bekannt für seine heißen Disco-Partys mit Dancefloor-Hits und Sound vom Feinsten, lädt ein letztes Mal zum „Tanz in den Mai“ ein. Uwe Malischewski verspricht für diese letzte Party ein paar ganz besondere Überraschungen. Beginn ist um 21 Uhr. Ende: offen.

Der ehemalige Glory‘s-DJ Uwe Malischewski, der die ersten Jahre der Diskothek in Eschweilers Schnellengasse hautnah mitgestaltete, ist heute als Produzent, Verleger und Vocal Coach tätig. Im Dezember 1980 eröffnete die Diskothek Glory‘s ihre Pforten und setzte neue Maßstäbe bei Sound und Einrichtung. Durch seine regelmäßigen Ibiza-Aufenthalte inspiriert, legte Inhaber Rudi Drehsen Wert auf mediterranes Ambiente und brachte dieses Flair in die Schnellengasse.

„Schon beim ersten Betreten war ich begeistert von der Atmosphäre, die hier zu spüren war“, sagt Malischewski, der damals in den bekanntesten Discos im Aachener Raum bereits aufgelegt hatte. „Das Beste, was einem DJ passieren kann, ist, wenn das Publikum offen ist für neue Trends und Musikerlebnisse, denn das ist das wichtigste, um eine Idee langfristig am Leben zu halten. Als Kind in London und Amsterdam aufgewachsen, hatte ich schon gegen Ende der 70er mehr Interesse, den englischen und niederländischen Radio-DJs zuzuhören. Unter anderem entdeckte ich die meisten Dancefloor-Knaller, die später das Publikum im Glory‘s so begeisterten, bei der holländischen Radiolegende Ferry Maat, der schon 1978 seine Platten aus den USA importierte, wo der Funk gerade die Szene eroberte und Wegbereiter für viele aktuelle Trends in der Musik war, die heute nur noch Eingeweihte zu ihren Roots zurückverfolgen können“, so Malischewski.

So ist es auch kein Wunder, dass das Glory‘s mit seinen heißen Partynächten schon bald über Eschweilers Grenzen hinaus bekannt wurde, unter anderem mit dem ersten Konzert, das die inzwischen weltberühmte Kult-Band „Level 42“ in Deutschland gab.

„Das war schon ein Krimi für sich“, erinnert sich Uwe Malischewski, „als die Band nicht nur wegen Schnee und eisiger Kälte im Dezember ‘81 viel zu spät ankam, sondern auch wegen der ‚zu kleinen Bühne‘ erst gar nicht aufbauen wollte. Mit Engelszungen konnte ich die Jungs dann aber doch davon überzeugen, dass sie es bereuen würden, wenn sie nicht vor dem Eschweiler Publikum spielen. Das Konzert hat dann ‚Eschweiler Geschichte‘ geschrieben, die Jungs von der Band standen morgens um fünf Uhr noch im Glory‘s auf der Tanzfläche und jedes Mal, wenn ich Mark King und Mike Lindup, zu denen ich seither in Freundschaft verbunden bin, nach ihrem Gig noch treffe, bezeugen die beiden immer wieder, dass es für sie ebenso ein unvergessliches Erlebnis bleiben wird.“

Genauso unvergessen bleiben die unzähligen Nächte, die durchgetanzt wurden, nicht selten bis zum Sonnenaufgang und wenn sonntagsmorgens die ersten Kirchgänger über den Marktplatz liefen, schallte aus dem Glory‘s als letzter Akt der Party „Lets go crazy“ von Prince.

„Das hätte ewig so weitergehen können“, so Uwe Malischewski. 1984 ging er dennoch nach Hamburg, wo er die Chance bekam, in der legendären Discothek „Trinity“ jeden Freitag und Samstag Abend vor 2000 Leuten zu drehen.

Als 1987 das zweite Kind unterwegs war, machte er sich selbstständig als Marketing-Dienstleister für Tonträgerfirmen und entwickelte zusammen mit Eberhard Hartenstein ein Promotion-Instrument für die deutsche Musikindustrie, das nicht nur sämtliche namhaften Discjockeys in den bekanntesten deutschen Kultdiscos erreichte, sondern mittels einer eigens dafür geschrieben Software das Feedback auf Einsätze von Neuveröffentlichungen an das jeweilige Label weiterleitete.

2004, Sohn Jonas und Tochter Maira, mittlerweile 19 und 17 Jahre, waren nun im bühnenfähigen Alter und Malischewski gründete mit seinen „alten Freunden“ Gerd Breuer (spielte schon 1982 live im Glory‘s mit der Band „Manshark“) sowie Frank Lennartz und Bengt Jablonski die Band Playday, die diese 80er-Hits live spielen sollte. „Bereits die ersten Auftritte in Eschweiler zeigten, dass ich mit der Liebe für diese Musik nicht alleine dastand und so folgten Konzerte u.a. vor ausverkauften Haus im Uferlos und wenig später war die Idee der ‚Glory‘s Revival Party‘ geboren. Im Talbahnhof jährlich in der Nacht auf den ersten Mai ließ die Band mit Hits von Kool & the Gang, Earth, Wind & Fire oder Chaka Khan die ‚gute alte‘ Glory‘s Zeit“ wieder aufleben.“

„Zehn Jahre lang habe ich, zusammen mit vielen Gastmusikern, immer ein tolles enthusiastisches Publikum erleben dürfen, dass mit seiner Energie diese Party am Leben gehalten hat und dafür bin ich im Namen aller Beteiligten den Eschweilern sehr dankbar!“

Allerdings wird die Zeit für Malischewski immer knapper. Unter anderem veröffentlicht er inzwischen Videoclips. Der erste Clip mit dem Titel „White Trails of Planes“ steht in den Startlöchern und wird noch vor dem Sommer auf YouTube zusehen sein. In der Hauptrolle die jüngste Tochter Cynthia Malischewski, die sich zusammen mit Bruder Jonas unter dem Namen „The real Youth“ als eine der erfolgreichsten Nachwuchsbands etabliert hat.

„Nach zehn Jahren ist nun ein guter Zeitpunkt, mit der letzten Party diese Serie wenn auch mit einem weinenden Auge zu verabschieden, auch um sich noch mehr auf die vielen Ideen konzentrieren zu können, die ich noch umsetzen möchte“, sagt Uwe Malischewski. Es wird sicher eine richtig stimmungsvolle letzte Party.

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