Tagebau Inden: „Ohne Braunkohle geht es noch nicht“

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Auf die Braunkohlebagger können wir zur Stromerzeugung nach Meinung der FDP-Politiker aus Eschweiler und der Region nicht verzichten. Foto: imago/blickwinkel

Eschweiler. Auf Einladung der FDP Eschweiler und der Liberalen Frauen im Kreisverband Aachen-Land konnten sich jetzt etwa 20 Teilnehmer ein genaues Bild vom Braunkohletagebau Inden und den rekultivierten Indeauen direkt vor Ort machen.

Doch zuvor gab es für die Gruppe im Besucherzentrum der RWE Power AG am Kraftwerk Weisweiler Wissenswertes von Eyll-Vetter zum Thema Braunkohle im Rheinischen Revier. Schnell wurde dabei klar, welchen besonderen Stellenwert die Braunkohle für unsere Versorgungssicherheit in der Region hat.

Mit Blick auf die Energiewende bleibe Braunkohle auch weiterhin die wichtigste Sicherheitssäule in der Stromversorgung, betonte der Bergbauingenieur in seinem Vortrag.

Derzeit lagern nach Auskunft von Eyll-Vetter noch 320 Millionen Tonnen Braunkohle im Tagebau Inden zwischen der Autobahn 44 im Norden und der Autobahn 4 im Süden, die bis zum Jahre 2030 für die Versorgung des Kraftwerks Weisweiler abgebaut werden. Damit bleibe die Braunkohle auch weiterhin eine zuverlässige Basis für die hiesige Energieversorgung, so die Betonung.

Auch die FDP, die mit Ulrich Göbbels im Braunkohleausschuss der Bezirksregierung Köln vertreten ist, ist der Überzeugung, dass die Stromerzeugung aus fossilen Quellen zur Gewährleistung von Versorgungssicherheit und einer wirtschaftlichen Energieversorgung auf absehbare Zeit unverzichtbar ist. „Wer will schon ohne Strom dastehen, in der Nacht und bei Windstille?“

Es folgte eine lebhafte Diskussion um die Arbeitsplätze rund um RWE, um die Sicherheit der Arbeitskräfte und natürlich über die Familien in Eschweiler, deren Zukunft bei einer vorzeitigen Schließung des Tagebaues womöglich nicht gesichert wäre.

Anschließend ging es im Mannschaftswagen unter der fachkundigen Führung von H. Schleiden in den Tagebau Inden. Die Kohleflöze sind dort bis zu 45 Meter mächtig und liegen bis zu 230 Meter tief unter der Erdoberfläche. Mit gewaltigen Schaufelradbaggern, von unten wirken die Menschen wie Zwerge vor dem Riesen, werden jährlich rund 19 Millionen Tonnen Braunkohle für das Kraftwerk Weisweiler gefördert.

Auf 45 Kilometer langen Förderbändern wird die gewonnene Braunkohle in das nahe gelegene Kraftwerk befördert, und der Abraum wird zu den Absetzern transportiert, die diesen auf der Verkippungsseite des Tagebaus wieder verteilen.

Gerade einmal vier Mitarbeiter braucht es, um dank modernster Elektro- und GPS-Technik mittels Joystick einen Schaufelradbagger mit einem Gewicht von 8000 Tonnen und 11.000 PS Leistung zu steuern. Interessant waren auch die Begrünungen im Tagebau und an den Kohlebändern, die nur dem Staubschutz dienen.

Der zweite Teil der Besichtigungstour führte die Besucher unter der Leitung von Lutz Jünemann von den rekultivierten Indeauen des Tagebaus bis zum Aussichtspunkt nahe Schophoven. Der ursprünglich fünf Kilometer geradlinige Verlauf der Inde durch den Tagebau wurde mit dem Bau eines neuen Flussbetts von Lamersdorf bis Kirchberg über zwölf Kilometer um den Tagebau herum durch eine neue Aue geführt, einem Naherholungsgebiet mit Brücken, langen Wanderwegen und artenreicher Vegetation – ein Plus für die Bewohner von Eschweiler.

Das wichtigste Projekt im Rahmen der Rekultivierung ist der Restsee Inden, der am Ende der Braunkohleära mit seinen elf Quadratkilometern Wasserfläche einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Zukunft der Städteregion darstellen wird.

Entgegen der Meinung der Aktivisten, so die FDP-Politiker, gegen die Braunkohle entstünden hier Landschaftszüge, die es vorher so nicht gegeben habe: den Blausteinsee, die Sophienhöhe mit vielen Attraktionen und einem Weitblick über das ehemals flache Gelände und in Zukunft dem großen Restsee, der eine ganz andere Art von Arbeitsplätzen schaffen wird.

Wenn aber der Strompreis weiter so niedrig für die Hersteller bleibt, könnte schnell die Rekultivierung ins Stocken geraten und eine Mondlandschaft übrig bleiben. „Hoffen wir auf eine vernünftige und nicht ideologische Lösung“, so das Fazit der FDP-Politiker nach ihrem Besuch in Weisweiler.

Christian Braune, Vorsitzender der Eschweiler Liberalen und Dagmar Göbbels von den Liberalen Frauen des Kreises Aachen-Land, bedankten sich am Ende der etwa dreistündigen Veranstaltung bei ihrem Experten Jünemann im Namen aller Teilnehmer für interessante Informationen und eine lehrreiche Führung, die trotz der unbeständigen Wetterlage ohne Regen stattfinden konnte.

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