Eschweiler - Tag des Karnevals: Erfinder Claus-Dieter Härchen wird ausgezeichnet

Tag des Karnevals: Erfinder Claus-Dieter Härchen wird ausgezeichnet

Von: mah/rpm/irmi
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Wer hat den Tag des Karnevals erfunden? Claus-Dieter Härchen! Zumindest hat er vor 32 Jahren den Anstoß dazu gegeben. Für seine zündende Idee wurde der ehemalige Stadtdirektor am Sonntag auf der Marktbühne unter anderem von Bernhard Müller (Citymanagement-Verein) geehrt. Foto: I. Röhseler
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Prinz Patrick I. und sein Zeremonienmeister Michael wurden beim Tag des Karnevals in Süßigkeiten aufgewogen. Foto: Manuel Hauck

Eschweiler. Sportlich unterwegs ist das designierte Prinzengespann der Indestadt schon jetzt. Laufen die Erbsensuppenessen auf Hochtouren, pilgern Prinz Patrick I. und Zeremonienmeister Michael von Saal zu Saal. Aber auch der Straßenkarneval lockte an diesem Wochenende die Jecken in die Stadt.

Elfter im Elften und Tag des Karnevals mündeten am Sonntag Nachmittag im traditionellen Prinzenwiegen, das trotz des nasskalten Wetters von zahlreichen Schaulustigen, darunter vor allem von den Kleineren, auf dem Marktplatz verfolgt wurde. Das Gewicht des Prinzengespanns wurde in Süßigkeiten aufgewogen, die im Kinderkarneval für Freude sorgen werden. Fraglich war, ob Patrick und Michael aufgrund des sportlichen Programms nicht zu viel abgenommen hatten und so überhaupt eine beachtliche Menge angehäuft würde. Möglicherweise führten allerdings die ritterlichen Kettenhemden zum Ausgleich.

Norbert Weiland, Präsident des Karnevals-Komitees, wegen der Witterung selbst dick eingepackt, begrüßte um 16 Uhr diejenigen, die dem Treiben beiwohnten und gab die Bühne frei für Labbes on Drickes. Das Zwiegespräch, bestehend aus Michael Henkel und Guido Streusser, begleitete humoristisch den Gang auf die Waage des Prinzenpaars. Kaafsäck gleich Schlafsack? Auf die Frage antwortete Labbes on Drickes Patrick wurde mit einer Sackkarre auf die Bühne gefahren, das prinzliche Gefolge packte tatkräftig mit an.

Grotesk ging es zu, Patrick war mit einer Maske à la Hannibal Lecter bekleidet, sein Mundwerk war in gewisser Weise gezügelt und die Witze gingen auf seine Kosten. Welche Fähigkeiten hat einer, dessen Vater aus Polen und dessen Mutter aus den Niederlanden kommt? Herauskommt jemand, der Autos knackt, sie aber nicht fahren kann. Auf Gag folgte Slapstick, die Zeremonie führte zum Wesentlichen, dem Aufwiegen von Süßigkeiten.

Für Kinder und Jugendliche

Wie in den vergangen Jahren wurde das Prinzenpaar auf der einen Seite der Waage platziert. Die andere Seite wurde dann mit Süßigkeiten bestückt, bis das Gleichgewicht hergestellt ist. Die Menge an Süßigkeiten kommt dann den Sitzungen und Karnevalsfeiern der Kinder und Jugend zugute.

Nachdem der Prinz und sein Zeremonienmeister zunächst im Sack hüpfend die Kartons auf die Waage hievten, mussten sie schließlich selber Platz nehmen. Vor der Bühne standen die Gabelstapler bereit. Einer von ihnen diente dazu, die Waage zu halten. Auf der einen Seite der eisernen Konstruktion nahmen Patrick und Michael Platz, auf der anderen Seite war ein großes Behältnis angebracht. In dieses füllte der zweite Gabelstapler in mehreren Fuhren die Süßigkeiten. Die Schaulustigen erfreuten sich und warteten geduldig, bis sich die Waage schließlich bewegte. Nach und nach stieg das Prinzenpaar in die Höhe, der Jubel der Kleinen und Großen war groß.

Dem Regen getrotzt

Wenn Eischwieles Jecke sich auch wetterfest zeigten und die Stadt zum Narrentempel machten – zu einem gemütlichen Einkaufsbummel lud das Wetter am Sonntag nicht gerade ein. Am verkaufsoffenen Sonntag, der sich diesmal auf die Innenstadt beschränkte, blieb die Menge derer, die von den Stadtfestangeboten des Eschweiler Einzelhandels profitieren wollten, überschaubar.

Dabei lockten nicht nur die Schaufenster der Innenstadtläden, auch zahlreiche „fliegende Händler“ hatten ihre Stände trotz des Nieselregens neben vielfältige kulinarische Angebote und einladende Fahrgeschäfte für die Kleinen platziert. Mit dabei auch in diesem Jahr: der Lions-Club Eschweiler Ascvilare, dessen neuer Adventskalender hier Premiere feierte. Ein Kalender, der Gutes tut: Wer fünf Euro investiert, hat die Chance auf Preise im Gesamtwert einer knapp fünfstelligen Summe. Und mit dem Erlös von über 12.000 Euro unterstützt der Lions-Club Kinder- und Jugendprojekte in Eschweiler.

Eröffnet hatte das 33. Stadtfest zum Tag des Karnevals am Sonntagmittag der „Erfinder“ dieses Ereignisses: Stadtdirektor Claus-Dieter Härchen hatte seinerzeit gemeinsam mit den Vorsitzenden der Eschweiler Werbegemeinschaften das Fest auf den Weg gebracht, das dem Eschweiler Einzelhandel einen damals zweiten verkaufsoffenen Sonntag ermöglichte. Anlass genug, den ehemaligen Stadtdirektor am „Tag des Karnevals“ auf die Marktbühne zu bitten und ihm für seine zündende Idee vor über drei Jahrzehnten zu danken.

Das Karnevalskomitee zeichnete Härchen mit dem Komiteeorden aus und Bernhard Müller vom Citymanagement-Verein Eschweiler überreichte im Namen seiner Mitstreiter ein riesiges Geschenk. „Als ich damals aus der Karnevals-Diaspora Hannover nach Eschweiler kam, da hat es mich vom Hocker gehauen“, meinte Claus-Dieter Härchen lachend.

Er habe sich aber schnell vom närrischen Virus infizieren lassen und sei an den Karnevalstagen jedes Wochenende unterwegs gewesen. „Meine Frau und ich haben immer fünf bis sechs Veranstaltungen besucht!“ Als er nach 20 Jahren in den Ruhestand ging, da habe ihm der Karneval geradezu gefehlt.

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