Tag der Organspende am St.-Antonius-Hospital

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Dr. Yvonne Commerscheidt-Hopp und Dr. Andreas Niedeggen informieren heute im Krankenhaus. Foto: Gerhard Bree

Eschweiler. Er ist gerade einmal 85 mal 55 Millimeter groß und dennoch wichtiger als jede Scheckkarte. Denn ein einziger Organspendeausweis kann bis zu sieben Leben retten. Das heißt je nach Einwilligung und Eignung können nach einem Hirntod bis zu sieben noch künstlich vital erhaltene Organe entnommen und anderen Patienten transplantiert werden.

Ob und welche Organe oder auch Gewebe das sind, kann jeder Spender selbst entscheiden. „Die Spendeausweise ermöglichen sowohl die umfassende Einwilligung als auch die grundlegende Ablehnung zur Organspende, aber ebenso eingeschränkte Varianten für bestimmte Organ- und Gewebeentnahmen“, erklärt Dr. Yvonne Commerscheidt-Hopp, leitende Oberärztin der Klinik für Anästhesie und Operative Intensivmedizin. Am Samstag ist Tag der Organspende - da wird auf das Thema ganz besonders hingewiesen.

Bundesweit stehen nach Angabe der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) rund 10.000 schwer kranke Menschen auf den Wartelisten. Täglich sterben drei von ihnen, da nicht rechtzeitig ein passendes Organ zur Verfügung steht.

Als 2012 bekannt wurde, dass Ärzte an mehreren deutschen Universitätskliniken offenbar Patientendaten manipuliert und so die Vergabe von Spenderlebern beeinflusst haben, brachen die Spenderzahlen massiv ein. Seitdem ist die Zahl zwar wieder leicht gestiegen, doch im europäischen Vergleich belegt Deutschland noch immer einen der hinteren Plätze.

Obwohl viele Menschen grundsätzlich dazu bereit sind, ihre Organe zu spenden, hat nur jeder fünfte diese sehr persönliche Entscheidung auch in einem Organspendeausweis dokumentiert. Der Grund: Viele scheuen die Auseinandersetzung mit diesem Thema und dem eigenen Tod.

„Das ist zwar verständlich, führt aber dazu, dass im Falle eines Falles die Situation für die Angehörigen noch erschwert wird, weil sie sich zu einer Entscheidung durchringen müssen“, erklärt Dr. Andreas Niedeggen, Sektionsleiter Kardiologie mit Elektrophysiologie und Angiologie.

Er setzt angesichts der vorherrschenden Verunsicherung und teilweise falscher Vorstellungen über Organspenden auf fundierte Informationen. „Je informierter die Menschen sind, desto eher sprechen sie sich für eine Organspende aus“.

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