Tafel-Stress: Zu viel zu tun für zu wenig Leute

Von: se
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Bilder wie diese sind selten. Mittlerweile sind die Gruppen, die in der Eschweiler Tafel arbeiten, deutlich kleiner. Aus diesem Grund suchen Karin Schmaling (1. von links) und Horst Berretz (3. von links) ehrenamtliche Mitarbeiter, die entweder als Fahrer oder im Laden an der Röthgener Straße helfen. Foto: Sonja Essers

Eschweiler. Seit mittlerweile 14 Jahren gibt es die Eschweiler Tafel. Jeden Tag kümmern sich die insgesamt 70 ehrenamtlichen Mitarbeiter darum, dass die Ware gesäubert, verpackt und verkauft wird. Mittlerweile können so rund 1500 Indestädter versorgt werden.

Doch die Arbeit, die auf den Ehrenamltern lastet, wird immer größer. „Es ist einfach zu stressig. Wir haben zu viel zu tun und zu wenig Leute“, sagt Karin Schmaling, erste Vorsitzende.

Aus diesem Grund sucht die Eschweiler Tafel neue Mitarbeiter. „Je mehr Leute wir sind, umso weniger Belastung ist es für jeden einzelnen“, meint Schmalings Stellvertreter Horst Berretz. Die Problematik ist folgende: Immer mehr Ehrenamtler scheiden aufgrund ihres Alters oder gesundheitlicher Probleme aus. Nachwuchs gibt es jedoch nicht.

Doch das soll sich nun ändern. Schmaling und Berretz haben bereits Briefe an die verschiedenen Pfarren in der Indestadt verteilt und hoffen, dass sich Interessierte bei ihnen melden. Schließlich stehe bei den Ehrenamtlern nicht nur die Arbeit im Vordergrund. „Wir arbeiten in festen Gruppen und da entstehen auch Freundschaften“, sagt Schmaling und fügt hinzu: „Das ist für uns nicht nur Arbeit, sondern auch Geselligkeit. Wir lachen wirklich viel zusammen.“

So wird das Gemeinschaftsgefühl beim Frühstück der Ehrenamtler, das sie jeden Tag gemeinsam verbringen, gestärkt. Indestädter, die sich für die Arbeit in der Tafel interessieren, sind jederzeit herzlich willkommen und können sich den Arbeitsalltag vorher einmal in Ruhe anschauen.

Doch welche Aufgaben müssen die Ehrenamtler erfüllen? Da gibt es zum einen die Fahrer. Ihr Tag beginnt gegen halb acht am Morgen. Bis zur Öffnung der Tafel um 14.30 Uhr holen sie in den verschiedenen Supermärkten die Lebensmittel ab und laden sie in den Räumen auf der Röthgener Straße aus. „Wir haben einige ältere Herren, die für uns als Fahrer tätig sind. Doch die müssen die schweren Kisten in das Auto und später wieder aus dem Auto laden. Das ist für manch einen nicht mehr so einfach“, sagt Schmaling.

Auch im Laden werden Mitarbeiter gesucht. Dort startet man gegen 10 Uhr mit dem Säubern und Einräumen der Ware. Zwischen 14.30 und 17 Uhr werden die Kunden bedient und danach wird der Laden wieder auf Vordermann gebracht. Normalerweise sollten die Gruppen aus acht bis neun Leuten bestehen, doch mittlerweile sind kleinere Gruppen keine Seltenheit mehr. Für die Ehrenamtler bricht dann Stress aus. „Jedes Teil, das wir bekommen, ist auch mit Arbeit verbunden und wenn wir zu wenig Leute sind, dann wird es sehr hektisch“, sagt Schmaling. Schließlich wolle man auch die Kunden nicht zu lange warten lassen. Aus diesem Grund ist es für Schmaling und Berretz wichtig neue Mitarbeiter zu finden.

Doch auch Urlaubsvertretungen werden dringend gebraucht. „Wenn wir jemanden haben, der einspringt wenn unsere Mitarbeiter wegen Urlaub oder Krankheit ausfallen, wäre uns damit auch geholfen“, meint Schmaling. Derzeit sei dies jedoch nicht möglich. „Normalerweise kommt jeder Mitarbeiter ein Mal in der Woche, aber wir so wenig Leute haben, sind manche auch bis zu drei Mal in der Woche hier.“ Dies wolle man den Mitarbeiter jedoch nicht weiter antun. „Wenn wir die nicht hätten, wären wir nämlich ganz arm dran“, sagt Schmaling.

Interessierte können sich telefonisch unter 36299 an Karin Schmaling wenden oder täglich zwischen 11 und 14 Uhr in der Tafel vorbeikommen.

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