„Sweets for my Sweet“: Quintett bringt süße Verführung in die Galerie

Von: kaba
Letzte Aktualisierung:
11266270.jpg
Im Gespräch mit den Gästen unterhalten sich die Künstler über ihre Werke. Günter Beier (rechts) erklärt, dass er sofort sagen könne, welche am besten schmecke. Foto: Katja Bach

Eschweiler. Wer derzeit die Galerie Art Engert betritt, wird von bunten, leuchtenden Farben empfangen. Die Ausstellung „Sweets for my Sweet“ zeigt Kunstwerke von fünf Künstlern, die sich mit Süßigkeiten aller Art auseinandergesetzt haben. Von Haribo über Smarties von Pralinen bis zum Kuchenstück. Auf die unterschiedlichste Art zeigen die Werke die verführerischen Leckereien.

Anita Engert hat diese Ausstellung bewusst an das Ende des Jahres und somit in die Weihnachtszeit gelegt, weil wir gerade in dieser Zeit von vielen Leckereien verführt würden. Bei der Vernissage am Sonntag erklärte sie, dass sie sich freue, eine so positive und freundliche Ausstellung zeigen zu können, die Kindheitserinnerungen wecke und alle auf einen Nenner bringe.

Und in der Tat konnte man dies bei den Besuchern beobachten. Beim Eintreten in die Galerie fiel der Blick der Gäste zunächst auf ein großflächiges Werk von Ulrik Happy Dannenberg, das auf den ersten Blick aus tausenden von Haribo Colorados zu bestehen scheint. Sofort sammelten sich einige Gäste vor diesem Bild und deuteten auf spezielle Gummibärchen oder Lakritze, während sie staunend überlegten, ob diese nun echt oder künstlich waren. Kunsthistorikerin Juliane Becker lüftete das Geheimnis in ihrer Ansprache: „Ich muss sie enttäuschen, es handelt sich lediglich um täuschend echte Nachbildungen“.

Und auch die Werke der anderen Künstler wiesen deutliche Parallelen zur Realität auf. Die Ölgemälde von Günter Beier zum Beispiel erschienen wie Fotografien und wirkten so plastisch, dass man das Gefühl hatte, die abgebildeten Pralinen ergreifen zu können. Der Künstler stellt zum ersten Mal in der Galerie Art Engert aus und war begeistert. „Es ist unglaublich gut gelungen, die fünf unterschiedlichen Positionen der Künstler unter einen Hut zu bringen“, erklärte er. Und in der Tat stehen sich im Ausstellungsraum Tafeln voller Colorado, riesige Smarties, Gemälde von Kuchenstücken und Pralinen sowie technische Inszenierungen harmonisch gegenüber und ergeben ein fröhliches Gesamtkonzept.

„Happy Dannenberg benutzt das Thema Süßigkeiten als Träger für ein Gefühl von Glück und Kindheitserinnerungen. Und auch Uta Weber will uns mit ihren, um ein Vielfaches vergrößerten Smarties und Liebesperlen in die Kindheit zurückführen, in der wir unser Taschengeld für Süßigkeiten ausgaben. Ansgar Skiba haben über 200 Torten Modell gestanden und seine Gemälde lassen den Wunsch aufkommen, einmal mit dem Finger durch die Sahne zu fahren, während wir bei Günther Beier in eine reifere Welt des Genusses gezogen werden. Seine Gemälde konfrontieren uns mit der süßen Verführung“, berichtete Juliane Becker, während sie die Künstler vorstellte.

Eine ganz andere Herangehensweise an das Thema Süßigkeiten präsentierte Ingrid Roscheck, die vor allem mit ihrer medial aufgebauten Version eines Zuckerwürfelhauses begeisterte.

„Ich musste die ganze Zeit auf die Animation schauen, um zu sehen, wie sich dieses Haus aufbaut“, verriet ein Gast, dem die interessante Kombination der Werke sehr zusagte. „Ich bewundere vor allem die Sorgfalt und den liebevollen Umgang mit den Colorado Nachbildungen von Happy Dannenberg“, erklärte sie. Davon war auch Anne Sameisky angetan, die mit einigen anderen Damen aus dem Eschweiler Kulturkreis gekommen war. „Ich verbinde mit dieser Ausstellung ein lustvolles Gefühl, Stressabbau und Glück“, gab sie bekannt.

Und das war es auch, was Anita Engert erreichen wollte, die sich für diese Ausstellung viele Gäste wünscht. „Wir wollen Ihnen ein bisschen Leichtigkeit zurückgeben und ein positives Lebensgefühl vermitteln, das heute leider ein wenig verloren gegangen ist“, erklärte sie und spielte damit auf die tragischen Ereignisse der vergangenen Tage an, die sie nicht außer Acht lassen wolle.

Und Kunsthistorikern Julie sagte: Konsum, Verführbarkeit durch Werbung und Unachtsamkeit sollen heute nicht Thema sein. Wir wählen bewusst die süße, verführerische Betrachtungsweise und verschieben die intellektuellen Diskussionen aufs nächste Mal“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert