Eschweiler-Nothberg - SV Nothberg: Fusion mit dem FC Preußen Hastenrath?

SV Nothberg: Fusion mit dem FC Preußen Hastenrath?

Von: Andreas Röchter
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Der alte Ascheplatz des SV Nothberg mit dem neuen Vereinsheim: In Eschweilers Fußballsüden finden Gespräche über eine Fusion statt. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler-Nothberg. Richtungs- und wegweisende Entscheidungen werden die kommenden Monate prägen. Entscheidungen, die die Fortführung einer inzwischen mehr als 100-jährigen Fußballtradition ermöglichen sollen. Der SV Nothberg steht am Scheideweg.

Sportlich, denn die eigentlich in der Kreisliga B aktive 1. Mannschaft wurde nach der Hinrunde aus dem laufenden Spielbetrieb zurückgezogen und steht somit als Absteiger in die Kreisliga C fest. Die 2. Mannschaft, aus der einige Spieler der 1. Mannschaft integriert werden konnten, steht im Mittelfeld der Kreisliga C, ist im Kampf um Platz vier, der den Klassenerhalt bedeuten würde, aber noch nicht chancenlos.

Doch auch in anderen Bereichen ist die Zukunft des Vereins ungewiss. Derzeit gehören 80 Kinder und Jugendliche der Jugendabteilung des SVN an, die bereits aktuell einige Spielgemeinschaften mit der Jugendabteilung des FC Preußen Hastenrath bildet und diese Kooperation im Sommer weiter intensivieren wird, doch in Nothberg wird „nur“ auf Asche gespielt. Da sind die längerfristigen Perspektiven bescheiden. Und so stand während der mehr als dreistündigen Jahreshauptversammlung im Vereinsheim des SVN auch ein Thema eindeutig im Vordergrund: eine Fusion des SV Nothberg mit dem FC Preußen Hastenrath.

„Der Anstoß, sich Gedanken über eine Fusion beider Vereine zu machen, kam von den Jugendleitern Carsten Sauß (SVN) und Gerhard Kersten (Preußen Hastenrath), die Gespräche führten und mit deren Ergebnissen an die Vereinsvorstände herantraten“, blickte SVN-Vorsitzender Heinz Hahn zurück. „Wichtigster Beweggrund unseres Entschlusses, im Jugendbereich zu kooperieren, war, Kindern weiterhin die Möglichkeit zu geben, Fußball zu spielen.“

Die Gespräche der Jugendleiter untereinander sowie mit den Eltern liefen bisher hervorragend und dienten unter anderem dazu, Ängste zu nehmen. „Das Ergebnis ist, dass wir zur kommenden Saison von den Bambini bis zu den B-Junioren durchgehend Spielgemeinschaften mit den Preußen bilden können“, so der Vorsitzende, der dann die Frage stellte, warum das, was im Jugendbereich möglich sei, nicht auch im Seniorenbereich umgesetzt werden könne. „Ein Verein kann nur ab einer bestimmten Größe, finanziellen Möglichkeiten und einer ausreichenden Infrastruktur überleben. Das heißt heutzutage: Kunstrasenplatz! Doch die Kosten von 350000 Euro kann weder die Stadt, noch der SVN stemmen“, betonte Heinz Hahn.

Jugendleiter Carsten Sauß unterstrich, dass das Kunstrasenprojekt des FC Preußen Hastenrath, in das sich der SVN einbringen könne, zwar noch lange nicht in trockenen Tüchern, aber dennoch bereits weit fortgeschritten sei, und machte aus der aus seiner Sicht dramatischen Lage des SVN keinen Hehl: „Eine Zusammenarbeit mit Preußen Hastenrath ist für uns eine Sache des Überlebens.“ Natürlich werde nichts ohne die Zustimmung der Mitglieder unternommen.

„Bis zu einer Fusion sind noch viele Hürden zu nehmen. Wir als Vorstand können nur vorbereitende Gespräche führen. Die Entscheidung muss schließlich auf einer Mitgliederversammlung fallen“, stellte Heinz Hahn klar. In der Nachbarstadt Stolberg hätten die Vereine aber die Zeichen der Zeit erkannt und seien Fusionen eingegangen. „Es ist jetzt an der Zeit zu kooperieren. Bevor die Stadt Zwangsfusionen anordnet, suchen wir uns unsere Braut lieber selbst aus“, erklärte der Vorsitzende.

„Es bietet sich die Chance, einen größeren Verein im Eschweiler Süden entstehen zu lassen, in dem die nächsten 100 Jahre angegangen werden können“, appellierte Heinz Hahn an seine Zuhörer. Ebenso wie Oliver Moik, der das Amt des Kassierers nach vier Jahren niederlegte und sich nun ausschließlich als Trainer um den sportlichen Werdegang der momentan 2. Mannschaft kümmern wird: „Wir können uns mit den Zielen von Preußen Hastenrath sehr gut identifizieren. Ein anderer Verein kommt für uns als Fusionspartner nicht in Frage.“

Erhebliche Bedenken

Allerdings äußerten einige Mitglieder auch nach diesen eindringlichen Worten erhebliche Bedenken in Sachen Fusion. „In Nothberg gibt es dann keinen Fußball mehr“, so ihr Gegenargument. „Doch wie sieht die konkrete Alternative aus?“, fragte Oliver Moik in die Runde. „Beim SVN ist kaum noch Manpower vorhanden. Hier ist der 1. Vorsitzende gleichzeitig auch Küchenkraft und für den Getränkeverkauf zuständig. Ein Nachfolger für mich als Kassierer wurde quasi nur unter Zwang gefunden.“

Dass noch nichts entschieden sei, betonte Carsten Sauß: „Noch sind viele Punkte zu beachten. Wir werden weitere Gespräche führen, ein Konzept vorbereiten, dass wir der Mitgliederversammlung vorlegen werden“, so der Jugendleiter. Und der im Amt bestätigte Vorsitzende Heinz Hahn versprach: „Der Vorstand hat in naher Zukunft viele wichtige Entscheidungen zu treffen. Wir werden alles geben, um das Richtige zu tun.“

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