Eschweiler - SV Nothberg: Ein Jahrhundert voller Freude, Trauer und Erfolge

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SV Nothberg: Ein Jahrhundert voller Freude, Trauer und Erfolge

Von: ran
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Da dürften die (imaginären)
Da dürften die (imaginären) Gegner ganz schön ins Schwitzen kommen: Die Spieler der Jahrhundert-Elf des SV Nothberg verkörpern fußballerische Qualität und Vereinstreue. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Sportliche Erfolge und Misserfolge, Freude und Trauer, Lachen und Weinen, Kameradschaft und Zusammenhalt in guten wie in schlechten Zeiten - Schlagworte, die 100 Jahre SV Nothberg (unzureichend) zusammenfassen.

Im Gründungsjahr 1912 fand der Fußball in der Gesellschaft noch kaum Anerkennung, inzwischen werden durch und mit ihm Milliarden (!) Euro umgesetzt. Die Basis dieses Sports bildeten und bilden aber immer Vereine wie der SVN. Während der Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen waren am Freitagabend nun zahlreiche Mitglieder, Freunde und Wegbegleiter des Vereins, dessen sportliche Heimat seit nun mehr als 60 Jahren die „Knippmühle” ist, der Einladung in das Festzelt auf dem Nothberger Marktplatz gefolgt, um sowohl einen Blick in die Vergangenheit als auch in die Zukunft zu werfen.

Hürden überwinden

Nachdem die Nothberger Fanfarentrompeter unter der Leitung von Stephan Breuer, der auch schon das SVN-Trikot trug, als „Eisbrecher” fungiert hatten, begrüßte der Vorsitzende Matthias Heinrich Hahn die zahlreichen Gäste, darunter auch die Ehrenmitglieder Erich IntZandt und Arno Weber, bevor er das Mikrofon an Moderator Tim Schmitz weitergab. Kurz darauf ergriff Bürgermeister Rudi Bertram das Wort, um dem SVN die Glückwünsche von Rat und Verwaltung zu überbringen. „Wenn ich als Bergrather an meine Jugend zurückdenke, dann kann ich mich noch an so manche ?Auseinandersetzung zwischen dem SVN und den Falken erinnern”, schmunzelte er. „Der Fußball hat immer Menschen zusammengeführt und tut dies auch heute noch. Und, ganz wichtig, Ehrenamtler halten den Fußball am Leben.” Es sei für Kinder und Jugendliche ungemein wichtig, dass es Vereine gebe, die das soziale Gefüge prägten. „Das ist ein Aspekt, der den SVN immer ausgezeichnet hat”, lobte der Verwaltungschef.

Auch wenn es immer schwieriger werde, sei es von großer Bedeutung, weiterhin Jugendarbeit zu praktizieren. Vor allem im Bereich der Integration habe der Fußball eine riesige Aufgabe übernommen. „Es gibt nichts besseres, als gemeinsam Sport zu treiben. Denn dadurch können Hürden überwunden werden”, schloss Rudi Bertram seine Ausführungen. Günter Kuckelkorn, Vizepräsident des Regiosportbundes, gratulierte im Namen des Landessportbundes und unterstrich das „bürgerschaftliche Engagement”, das den SVN im zurückliegenden Jahrhundert stets ausgezeichnet habe. „Ein Verein ohne Jugendarbeit ist ein toter Verein”, unterstrich er den Wert der in den Jugendabteilungen tätigen Ehrenamtler.

Geschenke im Gepäck

Eine ganze Reihe von Geschenken hatte mit Raphael Lamm der Vorsitzende des Fußballkreises Aachen im Gepäck. Gemeinsam mit dem Spielausschussvorsitzenden Helmut Brief überbrachte er Auszeichnungen des Deutschen Fußball-Bundes, des Fußballverbands Mittelrhein und des Fußballkreises Aachen. „100-jähriges Bestehen, das Jubiläum schlechthin”, betonte er. Und machte deutlich, wie früh sich die Menschen in Nothberg dem Fußball verschrieben haben. „Der DFB wurde im Jahr 1900 gegründet, ist also nicht wesentlich älter als der SV Nothberg.” Besonders freuen dürften sich die SVN-Verantwortlichen über eine Ehrenurkunde, auf der die Abschlusstabelle der Landesliga-Saison 1990/91 zu sehen ist, in der der SVN den zweiten Platz belegte und damit die bis heute erfolgreichste Spielzeit seiner Geschichte absolvierte. Eine persönliche Ehrung wurde schließlich Arno Weber, der von 1967 bis 2002 als Geschäftsführer des Vereins tätig war, zuteil. Er erhielt den DFB-Ehrenamtsteller.

Eine ausgesprochen launige Festansprache hielt dann der aktuelle Geschäftsführer Frank Maus, der als (bisher) letzter Landesliga-Torschütze des SVN bereits einen festen Platz in der Historie „seines” SVN inne hat. „Ich habe von der Landesliga bis zur Kreisliga C mindestens ein Meisterschaftsspiel auf konstant bescheidenem Niveau absolviert”, machte er deutlich, bevor er in die Geschichte des SVN einstieg. Und auch sehr ernste Worte aussprach: „Im zweiten Weltkrieg hatte allein der SV Nothberg 50 Gefallene zu beklagen”, nannte er eine erschütternde Zahl.

Nach dem Krieg folgten sportlich erfolgreiche Zeiten, etwa der erstmalige Bezirksligaaufstieg im Jahr 1952.

Die goldene Ära

„Von Mitte der 80er- bis zu Beginn der 90er-Jahre konnte dann die goldene Ära des SVN verzeichnet werden, die fast mit dem Aufstieg in die damals vierthöchste Klasse gekrönt worden wäre”, so der Rückblick. Auch an das mit 0:1 äußerst knapp verlorene Kreispokalspiel gegen den damaligen Drittligisten Alemannia Aachen im Jahr 1995 erinnerte Frank Maus. „Seit damals geht uns die Alemannia in Sachen Revanche aus dem Weg”, bemerkte der Geschäftsführer trocken, um abschließend auf die Solidarität der indestädtischen Fußballvereine hinzuweisen. „Bei der zu Beginn dieses Jahres vom SV Nothberg ausgerichteten Hallenfußball-Stadtmeisterschaft ereignete sich im Finale ein Flaschenwurf eines Zuschauers in Richtung des Schiedsrichters. Der Täter konnte nicht ermittelt werden, wir wurden zu einer Geldstrafe verurteil, an der sich alle Eschweiler Fußballvereine zu gleichen Teilen beteiligten. Dafür herzlichen Dank!”

Außergewöhnliche Ehrungen

Bevor die Baesweiler Coverband „Web” das Kommando auf der Bühne des Festzelts übernahm, standen zum Abschluss des offiziellen Teils der Jubiläumsfeier noch einige außergewöhnliche Ehrungen an: Mit Hans Schüller, Helmut Müller, Helmut Beckers, Manni Engels und Willi Plasa wurden fünf SVN-Urgesteine zu Ehrenmitgliedern ernannt. Mit der Nominierung einer „Jahrhundert-Elf” (siehe Kasten) unterstrich der SVN schließlich einmal mehr seinen Einfallsreichtum, der ihn hoffnungsvoll in sein zweites Jahrhundert vorausschauen lässt. Doch zuvor gehen die Feierlichkeiten weiter: Am Freitag, 15. Juni, startet auf dem Sportplatz „Knippmühle” das Sportwochenende mit dem „Spiel der Legenden” und der offiziellen Einweihung des neuen Sportheims.
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