Supermarkt zieht weiter und bekommt neue Nachbarn

Von: tob
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Noch sind hier landwirtschaftliche Flächen. Bald – der Zeitpunkt ist ungewiss – sollen in Nachbarschaft des bereits vorhandenen Marktes weitere Geschäfte entstehen. Foto: Tobias Röber

Eschweiler-Dürwiß. Der Stadtteil Dürwiß wächst eifrig weiter. Aus diesem Grund laufen seit rund zweieinhalb Jahren die Planungen zum Ausbau der Nahversorgung. Nicht jeder ist mit diesem Vorhaben einverstanden. Ein Überblick anhand einiger Fragen.

Was ist geplant?

Die Planungen betreffen den Ortseingang Dürwiß-Süd, also den Ortseingang von Eschweiler aus kommend. Ziel ist die Realisierung eines großflächigen Einzelhandelsprojektes mit einer Verlagerung des bestehenden Edeka-Marktes sowie der Neuansiedlung eines Discount-Lebensmittelmarktes und eines Drogeriemarktes. Entstehen wird das Projekt auf den landwirtschaftlichen Flächen in Richtung Eschweiler-Zentrum. Das gesamte Plangebiet hat eine Fläche von 17600 Quadratmetern.

Darin enthalten sind Parkplätze und Grünflächen. Die Verkaufsflächen werden auf 3415 Quadratmeter begrenzt. Folgende Betriebe sind dort zulässig: ein Lebensmittel-Vollsortimenter inklusive Bäcker mit maximal 1600 Quadratmetern Verkaufsfläche, ein Lebensmittel-Discounter inklusive Backshop mit maximal 1110 Quadratmetern Verkaufsfläche und ein Drogeriemarkt mit maximal 705 Quadratmetern Verkaufsfläche. Die maximale Höhe der Gebäude wird im Bebauungsplan auf maximal zehn Meter über Grund begrenzt. Es sollen 150 Stellplätze entstehen.

Warum muss überhaupt erweitert werden?

Es wurde ein Einzelhandelsgutachten erstellt. In diesem wurde eine Unterversorgung für Dürwiß festgestellt. Laut des Gutachtens sind Kaufkraftabflüsse von über 40 Prozent zu verzeichnen. Das bedeutet, dass viele Bürger in andere Ortsteile fahren, um dort einzukaufen. Mit dem neuen Zentrum soll nicht nur Dürwiß, sondern auch Frohnhoven und Neu-Lohn mit versorgt werden. Laut Gutachten leben im Einzugsbereich 12400 Einwohner.

Warum entsteht kein Einzelhandel im Zentrum des Ortes?

„Im Ortszentrum gibt es keine geeigneten Flächen“, sagt Hermann Gödde, Technischer Beigeordneter der Stadt. Vor allem die Größe reicht für moderne Supermärkte (mit vielen Parkplätzen) nicht aus. Damit alle Bürger die Geschäft gut erreichen können, soll eine neue Haltestelle für den ÖPNV in unmittelbarer Nähe entstehen.

Steht das Dürwisser Einzelhandelsprojekt in Konkurrenzen zu anderen Versorgungsbereichen?

Stellungsnahme der Verwaltung: Es wird sichergestellt, dass durch die Planung auch andere Zentren, wie z. B.. die Innenstadt von Eschweiler oder die angrenzenden Zentren in Alsdorf-Mariadorf oder Aldenhoven nicht geschädigt werden. Zudem werden in Dürwiß-Süd sogenannte zentrenrelevante Kernsortimente bewusst ausgeschlossen, also etwa Geschäfte für Bekleidung, Schuhe, Schreibwaren, Bücher, Blumenläden und ähnliches. Dafür gebe es genug Flächen im Ortskern, so Gödde, der betont: „Die kleinen Geschäfte im Ort wollen wir erhalten.“

Wie sieht es mit Geruchs-, Schadstoff- und Lärmbelästigungen aus?

Aufgrund der geplanten Nutzungen werden sich die Immissionen gegenüber einer landwirtschaftlichen Nutzung (wie bisher) der Fläche erhöhen. Es wurde ein Umweltbericht angefertigt. Maßnahmen werden im Bebauungsplan festgesetzt.

Im Rahmen der Planung wurde ein Schallschutzgutachten gefertigt. Zur Vermeidung von Konflikten werden für die nördlich der Straße Am Fließ und westlich der Bonhoefferstraße gelegenen Wohnhäuser die Werte für ein allgemeines Wohngebiet (WA) angesetzt, obwohl dort ein Mischgebiet festgesetzt ist. Es ist eine Lärmschutzwand von etwa 48 Metern Länge entlang der nördlichen Grundstücksgrenze erforderlich, die eine höhe von drei Metern haben muss.

Zum Thema Verkehr: Im Rahmen des Verkehrsgutachtens wurden drei verschiedene Varianten geprüft, um die bestmögliche Art der Anbindung des Gebietes zu erzielen. Das Plangebiet wird direkt von der Jülicher Straße erschlossen. Dort ist nur ein rechts Aus- und Einbiegen von, bzw. in die Jülicher Straße zulässig. Eine zusätzliche Erschließung wird von Norden von der Straße Am Fließ aus für die Kunden aus Richtung Dürwiß erfolgen.

Zur Umsetzung dieser Anbindung muss die bestehende Sperrung der Straße Am Fließ (Poller) um einige Meter nach hinten, hinter den Anbindungspunkt der Bonhoefferstraße, verschoben werden. Diese wird für den Durchgangsverkehr ebenfalls gesperrt. Mit der Erschließung mit zwei Zufahrten soll der Kfz-Verkehr entzerrt werden.

Wie wird die Bevölkerung beteiligt?

Die sogenannte frühzeitige Beteiligung der Bürger läuft. Die vorgebrachten Stellungnahmen fließen nach Prüfung in die Planung ein. Als nächster Verfahrensschritt ist die Offenlage im Januar 2013 vorgesehen, in der erneut Anregungen vorgebracht werden können.

Was geschieht mit der jetzigen „Edeka-Fläche?“

Der Getränkemarkt bleibt, wo er ist, erklärt Hermann Gödde. Auf dem Gelände muss auch künftig (zumindest theoretisch) Einzelhandel wie bislang möglich sein. „Das muss so sein, damit wir der Entschädigungspflicht entgehen“, erklärt Gödde. Fraglich ist, ob dort wieder ein ähnlicher Betrieb entsteht oder etwa Wohnraum. Bis zur Umsetzung der Pläne gibt es noch einige Fragen zu klären...

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