Eschweiler - Studieren? Dann bitte nicht ohne Masterabschluss!

Studieren? Dann bitte nicht ohne Masterabschluss!

Von: jml
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Auch Architektur ist eines der Themen der Berufsinformationsabende an der Liebfrauenschule. Foto: Stock/Jochen Tack

Eschweiler. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen und der SII, also der EF, der Q1 und der Q2, hatten sich am Montagabend mit ihren Eltern und Freunden in der Aula der Bischöflichen Liebfrauenschule zusammengefunden. Denn: Wolfgang Loggen, Leiter der Studienberatung der RWTH Aachen, eröffnete an diesem Abend mit einem Vortrag zum Thema „Wie komme ich zu einer guten Studienentscheidung – auf dem Hintergrund von G8“ die Berufsinformationsabende.

Die Organisation und Durchführung dieser Veranstaltungsreihe übernahmen auch in diesem Jahr Ingrid Claßen und Herbert Thomé. Im Jahre 1870 sei die RWTH, damals „Königliche Rheinisch-Westphälische Polytechnische Schule“, mit 220 Studierenden und 20 Professoren eröffnet worden, Standort war das heutige Hauptgebäude am Templergraben. Im aktuellen Wintersemester zählt die RWTH 40.000 Studierende. Davon studieren 16 Prozent Geistes-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, neun Prozent Medizin, 24 Prozent Naturwissenschaften und 51 Prozent Ingenieurwissenschaften.

Entgegen aller Erwartungen hätten nur etwa 40 Prozent aller Schulabsolventen im Wintersemester ihr Studium begonnen. Alle hätten mit einem höheren Andrang gerechnet, erklärt Wolfgang Loggen. Ein vermeintlicher Andrang wegen G8 oder auch der NC seien aber kein Grund, ein Studium hinauszuzögern. 10.000 zusätzliche Studienplätze seien eingerichtet, mehrere 100 Personen neu eingestellt worden, vieles habe sich getan.

Die Universität ist in zehn Fachbereiche, sogenannte Fakultäten eingeteilt, bis auf Jura deckt die RWTH somit alle großen Bereiche ab. Über 110 Studiengänge werden angeboten. Die meisten bereiten die Studierenden dabei direkt auf den Beruf vor, so zum Beispiel im Ingenieurwesen, oder auch im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich. Die Studierenden müssten sich nicht fragen, ob sie am Ende auch wirklich eine Stelle haben. Neu sind dabei die Studiengänge Literatur- und Sprachwissenschaften sowie Gesellschaftswissenschaften.

Drei Jahre dauert das Studium mit dem Abschluss Bachelor of Arts. Danach müsse sich der Student entscheiden, ob er den Master anschließe. Die RWTH sei jedoch eine sogenannte Masteruniversität, so Wolfgang Loggen: „Wir wollen, dass alle die Universität mit dem Master verlassen.“ Deshalb würde er dazu raten, dies auch von Anfang an im Blick zu haben. Neben der Wahl des Studienganges müsse man sich aber auch zwischen Universität oder Fachhochschule entscheiden.

Motivation und Durchhaltekraft

Wolfgang Loggen machte den vielen Interessierten aber auch Mut: „Man muss etwas unbedingt wollen, dann klappt es auch“, zitierte er den berühmten Filmemacher David Wendt. Man solle vorher überlegen, was richtig für einen ist, welche Richtung man einschlagen wolle.

Verschiedene Praktika helfen bei der Entscheidung. Ganz wichtig sei aber die richtige Beratung: Viele Studierende kämen derzeit zur Studienberatung, da sie nun merken würden, dass sie überfordert sind und wechseln wollen. Mit einer guten Beratung vor dem Studium hätte man das umgehen können, so der Referent.

Interesse, Motivation und Durchhaltevermögen, Kontaktfreude, Freude am Lernen, gutes Selbstmanagement, Eigeninitiative und vieles mehr sollten aber alle zu ihrem Studium mitbringen. Die vielseitigen Hilfsangebote sollten ebenfalls in Anspruch genommen werden. Inhaltliche Voraussetzungen seien dabei nachholbar. Damit legte sich auch gleich die Sorge derer, die in dem Fach, das sie studieren wollen, keinen Leistungskurs belegten. Man müsse nur die Kraft haben, alles nachzuholen, fügt Wolfgang Loggen hinzu. Im Laufe des Studiums müsse viel mehr Stoff in viel kürzerer Zeit als in der Schule erlernt werden.

Das erste Semester sei meist hart. Man müsse einfach reinwachsen. Den Interessierten empfahl er auch Flexibilität bei der Studienwahl, an der RWTH könne man sich gleich für drei Studiengänge bewerben, und Bereitschaft zur Mobilität.

Bei der richtigen Studienentscheidung vor dem Abitur helfen sogenannte Selfassessments, Vorlesungsbesuche, ZSB-Veranstaltungen und natürlich die Selbstinformationen. Jeder sollte sich bewusst werden über seine Interessen und Neigungen und sich beraten lassen, Kontakt zur Universität suchen und die Entscheidung nicht weiter vor sich her schieben, denn bis zum 15. Juli muss die Bewerbung abgeschickt sein. Außerdem: wenn man sich bereits vor dem Abitur sicher sei, wie es weiter geht, sei das eine Entlastung für die Schüler.

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