Studenten aus dem Reich der Mitte in Eschweiler zu Hause

Von: tob
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Derzeit sieben, bald acht chinesische Studenten sind für mindestens ein Jahr in Eschweiler zu Hause. Foto: Tobias Röber

Eschweiler-Ost. Seit einiger Zeit wirbt Eschweiler um Studenten. Bislang blieb das Werben größtenteils erfolglos. Seit dem 1. Dezember sind nun acht chinesische Stundenten vorübergehend Bürger der Indestadt.

Genau genommen sind es derzeit erst sieben Stundenten aus China. Das Verfahren, ein Visum zu bekommen, ist langwierig. Und eben auf diesem langen weg ist ein Visum abhanden gekommen, wie Dr. Wolfgang Joußen vom Verein Internationales Zentrum für Vergleichende Sozial-Ökonomische Entwicklungsforschung (IZE) bei der offiziellen Begrüßung der Gäste im Rathaus erklärte.

Die vier Frauen (Wang Qianjun, Liu Menglu, Zhang Yu und Yan Ting) und vier Männer (Xue Shao-shuai, Li Shen, Lou Xiaoxiang und Liu Liangze) sind im Rahmen eines Abkommens zwischen der RWTH Aachen und der Shandong-Jianzhu-Universität in Jinan in der Städteregion. Bis zu 20 Austauschstudierende kommen jährlich für zwei Semester nach Aachen. Dazu werden sie in einem Prüfungsverfahren in Jinan ausgewählt und an der RWTH im Fach „Soziologie – ohne Abschluss“ eingeschrieben, erläuterte Dr. Manfred Romich, Koordinator des Austauschprogramms.

Und wie kommen die Studenten nach Eschweiler? Dr. Wolfgang Joußen und Dr. Manfred Romich sind beide im Vorstand des IZE. Joußen hat bereits viele Projekte mit und in Eschweiler initiiert. So kam der Kontakt in die Indestadt zustande.

Kein genauer Ankunfttermin

Für die chinesischen Studenten konnten in Aachen keine geeigneten Wohnungen gefunden werden. Bei der Suche nach möglichen Alternativen in der Region wurden Dr. Romich und Dr. Joußen unter Beteiligung der Wirtschaftsförderung der Stadt Eschweiler schnell auf ein Mietangebot der Vivawest Wohnen GmbH an der Moselstraße aufmerksam.

Dr. Manfred Romich dankte vor allem, weil man Vivawest vorher keinen genauen Termin für die Ankunft der Studenten habe sagen können. Dennoch sei die Vivawest, im Rathaus vertreten von Peter Ponthöfer und Mario Velten, so flexibel gewesen. Mehr noch: Es wurden sogar Küchen eingebaut.

Ziel des Austauschprogramms ist es, nicht nur Hörverständnis und Sprechfähigkeit – die bei den acht Chinesen, die erst seit zwei Jahren Deutsch lernen, übrigens schon sehr gut ist – weiter zu optimieren, sondern insbesondere interkulturelle Fähigkeiten zu trainieren und grundlegende sozio-ökonomische und gesellschaftspolitische Kenntnisse zu vermitteln. Die Austauschstudierenden sollen Zusatzqualifikationen erwerben, die ihnen besondere berufliche Perspektiven eröffnen oder ein weiterführendes Masterstudium ermöglichen.

Traditionell gute Beziehungen

Shandong gehört zu den wirtschaftlich starken Provinzen Chinas, die traditionell gute Beziehungen zu Deutschland unterhalten. Die weiter wachsenden deutsch-chinesischen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen erfordern zunehmend eine hohe Anzahl gut ausgebildeter Hochschulabsolventen.

Vor diesem Hintergrund wurde an der Shandong-Jianzhu-Universität im Jahr 2004 auch eine Deutsch-Abteilung eingerichtet, in der heute ungefähr 170 Studierende im Germanistik-Bachelor-Studiengang in vier Stufen zu je zwei Klassen eingeschrieben sind. Die Anzahl der Einschreibungen in diesem Germanistikstudiengang ist die die höchste der Provinz.

Jinan ist die Hauptstadt der Provinz Shandong in der Volksrepublik China und eine von 15 Unterprovinzstädten des Landes. Jinan liegt am Gelben Fluss im Zentrum der Provinz Shandong. Jinan ist ein Verkehrsknotenpunkt, es liegt an der Kreuzung der Eisenbahnlinien Shanghai – Beijing und Jinan – Qingdao. Bürgermeister Rudi Bertram begrüßte die neuen Bürger im Rathaus und wünschte ihnen viel Spaß in der Indestadt, in der Bürger aus 104 Nationen leben. Erste Eindrücke von Eschweiler haben die Gäste bereits gesammelt. So waren sie zu einer Vorstellung des Chinesischen Staatscircus‘ eingeladen.

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