Streit um Windanlagen geht ungebremst weiter

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
8932626.jpg
ARCHIV - Das nach Angaben des Energieversorgungs- Unternehmens "JUWI" größte Onshore-Windrad in Europa, aufgenommen am 04.04.2012 in der Nähe von Kirchheimbolanden (Rheinland-Pfalz). Foto: Fredrik von Erichsen/dpa (zu lrs "Nach Bruch an Windrad - Keine Mängel bei anderen Anlagen des Typs" vom 08.01.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Eschweiler. In den Diskussionen um die Windkraftanlagen in Eschweiler bläst den Planern immer mehr der Wind ins Gesicht. Nach dem erfolgreichen Widerstand von Heisterner Bürgern, die eine mögliche Anlage an der Grenze zur Gemeinde Langerwehe verhindert haben, regt sich auch in Lohn und Fronhoven der Unmut.

Dessen ungeachtet wird wohl heute in der Ratssitzung der Flächennutzungsplan verabschiedet, der die möglichen Flächen in Eschweiler für Windenergieanlagen festlegt.

Damit ist noch nicht die Zahl und Art der Anlagen festgelegt. Auch nicht der Abstand zum nächsten Ortsrand. Die Bürgerinitiative Lohn hat einen Fragenkatalog an die Stadtverwaltung gesandt, der heute den Ratsmitgliedern mit den entsprechenden Antworten vorgelegt wird.

Der Technische Beigeordnete Hermann Gödde ist davon überzeugt, die Bedenken der Anwohner ausräumen zu können: „Sollte nördlich von Fronhoven gebaut werden, dann beträgt der Abstand zum nächsten Windrad etwa 1120 m.“ Derzeit gilt ein Mindestabstand mit dem Faktor drei der Windradhöhe landesweit als unbedenklich. Demnach würde er bei einem 200 Meter hohen Windrad etwa 600 Meter betragen müssen.

Vom Tagebau belastet

Dessen ungeachtet machen sich Oppositionsparteien dafür stark, die Mindestabstände zu vergrößern. Die CDU schlägt konkret für Lohn und Fronhoven vor, das Areal schon im Flächennutzungsplan so zu verkleinern, dass der „größtmögliche Abstand zur Wohnbebauung sichergestellt ist“, heißt es in einem Antrag der Fraktion. Sie geht davon aus, dass dann noch acht Windräder an der Landesstraße 238 möglich seien. Der Ort sei jahrelang durch die Tagebaue belastet gewesen, eine Verringerung der Fläche sei eine entsprechende Wiedergutmachung, schreibt die CDU.

Eine Sonderregelung lehnt die FDP im Stadtrat ab. Sie will eine generelle Vergrößerung des Mindestabstands zu den Windenergieanlagen. Ihr Vorschlag: Den Faktor sechs anzusetzen, wenn möglich den Faktor sieben. Dies würde bedeuten, dass man frühestens 1400 Meter vom nächsten Wohnquartier entfernt eine Windkraftanlage errichten könnte. „Die Risiken und Nebenwirkungen des Einsatzes von Windenergieanlagen mit großen Höhen sind in Deutschland derzeit noch nicht umfassend erforscht“, begründet FDP-Ratsherr Konstantin Theuer den Antrag.

Unstrittig sind die übrigen drei Konzentrationszonen für Windenergie in Eschweiler. An zwei Standorten ist ohnehin nur ein Repowering vorgesehen. Das bedeutet also, dass die dort stehenden Windräder durch höhere und effizientere Anlagen ersetzt werden. Im Gegenzug verringert sich die Anzahl der Räder. Dies soll auf der Halde Nierchen und auch nördlich des Weisweiler Kraftwerks geschehen.

Auf der Halde in Hücheln wird die Zahl der Räder von derzeit neun auf vier sinken. Neue Windkraftanlagen sollen nordwestlich des Blau­steinsees errichtet werden. Dort befinden sich auf Aldenhovener Gemeindegebiet bereits ein Park mit fünf Rädern. Die gleiche Anzahl ist auch auf der Eschweiler Seite möglich.

Der Flächennutzungsplan weist diese vier Flächen innerhalb von Eschweiler aus. Die ursprünglich angedachten Flächen bei Heistern und im Propsteier Wald sind damit endgültig vom Tisch. Wie viele Anlagen mit welchem Abstand entstehen, soll im Bebauungsplan festgelegt werden. Für Lohn und Fronhoven soll das entsprechende Verfahren heute angestoßen werden. Egal welches Ergebnis die Abstimmung heute bringt: Die Bürgerinitiative hat mit rechtlichen Schritten gedroht, sollten ihre Bedenken nicht berücksichtigt werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert