Streit um Geld? 48-Jährige soll Rentner erstochen haben

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Eschweiler. Noch immer schweigt die wegen Raubmordes an einem 78-jährigen Rentner in Eschweiler angeklagte Barbara F. (48) zu den Vorwürfen. Die Angeklagte, die jetzt vor dem Aachener Schwurgericht steht, soll am Silvestermorgen 2013 das Opfer in der Küche seiner Eschweiler Mietwohnung erstochen und dann etwa 2000 Euro erbeutet haben.

Gestern sagten Nachbarn vor der Kammer unter Vorsitz von Richter Arno Bormann aus und beschrieben, wie an jenem Morgen die Ehefrau des Rentners gegen 10.45 Uhr von einem frühmorgendlichen Einkauf zurückkam und ihren Mann in einer Blutlache unter dem Küchentisch vorfand. Sie alarmierte Nachbarn in dem Glauben, sie könnten dem Mann möglicherweise noch helfen.

So sagte Nachbarin Lydia W., die direkt gegenüber wohnt, aus, dass sie den Schrei der völlig überrumpelten Ehefrau des Opfers und ihren Ruf nach Hilfe hörte. Sie sei sofort hineingegangen in die Wohnung und sah das Opfer in der Küche unter dem Tisch liegen. Ein Aschenbecher mit zwei Kippen darin habe dort auf dem Tisch gestanden, erinnerte sie sich gestern.

Der Sohn einer Nachbarin aus dem Erdgeschoss berichtete, auf dem leblosen Körper habe ein Küchenstuhl gelegen. Ansonsten fanden die Zeugen die Wohnung aufgeräumt vor. Auch nach dem gestohlenen Geld schienen der oder die Täter gezielt gesucht zu haben, nur vereinzelte Schubladen in Wohn- und Schlafzimmer standen auf, es waren genau die, in denen das Rentnerpaar üblicherweise Bargeld aufbewahrt hatte.

Der Notarzt war um 10.54 Uhr alarmiert worden. Er berichtete, dass er sieben Minuten später vor Ort war – und nur noch den Tod des Mannes feststellen konnte. Es seien bereits erste Anzeichen von Leichenflecken festzustellen gewesen, sagte er dem Gericht.

Der Schlüssel zur Festnahme der Angeklagten liegt im Wesentlichen in den Beobachtungen einer Nachbarin aus dem Erdgeschoss. Sie hatte eine „kleine, leichte Frau“ kommen und nach oben gehen hören. Sie kam nach einiger Zeit wieder runter und verließ das Haus wieder, was zeitlich genau passt. Die Angeklagte ist leichtgewichtig und kam unter Verdacht, weil sie sich des Öfteren von dem Renter – einem entfernten Verwandten – Geld geliehen haben soll. Jetzt habe er das verweigert und sie habe zugestochen, um ihn auszurauben, heißt es in der Anklage.

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