Streik: Tage der geschlossenen Türen bei der Postbank

Von: Nina Leßenich und Sonja Essers
Letzte Aktualisierung:
9944666.jpg
Alles steht Kopf: Der dreitägige Postbank-Streik verärgerte auch am Montag noch zahlreiche Kunden, die vor geschlossenen Türen an der Eschweiler Filiale stehenbleiben mussten. Foto: Sonja Essers
9944974.jpg
Außergewöhnlicher Dienst: Wer während des Streiks Pakete verschicken wollte, konnte diese direkt beim Lieferanten abgeben.

Eschweiler. Auch am Montag ist es in der Postbank-Filiale an der Rosenallee wieder dunkel geblieben – am dritten Werktag in Folge stand Streik auf dem Terminkalender der Mitarbeiter.

Für Freitag, Samstag und Montag hatte die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten der rund 150 Postbank-Filialen zum Dauerstreik aufgerufen. Wie viele der Angestellten in Eschweiler sich an dem Streik beteiligten, teilte die Postbank auf Anfrage unserer Zeitung nicht mit. Mit dem Streik protestieren die Mitarbeiter gegen die Weigerung des Postbank-Managements, den Kündigungsschutz für die rund 10.000 Beschäftigte bis zum Jahr 2020 zu verlängern. Die Postbank-Mitarbeiter fordern außerdem fünf Prozent mehr Gehalt, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung sowie die Weiterzahlung der Postbankzulage.

Die Kunden, die am Montag vor den verschlossenen Türen der Filiale an der Rosenallee stehen bleiben mussten, zeigten dafür jedoch wenig Verständnis: „Wird hier schon wieder gestreikt?“, fragte eine Kundin, die anschließend in genervtes Fluchen verfiel. Dieses tönte am Montagmittag in regelmäßigen Abständen aus dem Vorraum der Eschweiler Filiale.

Lediglich die Kunden, die während der Streiktage Pakete verschicken wollten, konnten aufatmen: Ein Lieferwagen der DHL stand an allen drei Tagen von 9 bis 15 Uhr vor dem Postbank-Gebäude bereit, um die Kunden abzufangen. Für die Lieferanten war das kein leichter Job: „Es gibt hier schon einige richtig genervte Leute“, sagte Damir Lucic, Auszubildender bei der Deutschen Post. Zur Sicherheit seien sie deshalb sogar mit zwei Kollegen im Einsatz.

Besonders schlimm gewesen sei der Andrang auf die Eschweiler Filiale am Freitag – rund 60 Pakete hätten Damir Lucic und sein Kollege an diesem Tag vor dem Gebäude abgefangen. „Wenn man sich mal einen Tag lang vor die Filiale setzt, dann merkt man erst einmal, wie viele Leute von so einem Streik betroffen sind“, sagte Lucic.

Nachvollziehen könne er die Entscheidung seiner Kollegen trotzdem: „Heute kann man die Leute eben nicht mehr für dumm verkaufen – wenn die Konditionen nicht stimmen, dann würde ich auch streiken.“

Postbank-Kunden, die Briefe verschicken wollten, hatten während des Streiks weniger Glück, als die Paket-Kunden – sie mussten auf die Ersatzfilialen an der Eduard-Mörike-Straße in Ost und an der Grünstraße in Dürwiß ausweichen.

Die Alternative kam jedoch nicht bei allen Kunden gut an. „Das ist extrem ärgerlich“, meinte Sabrina Zschiedrich. „Ich muss dringend ein Kündigungsschreiben für die Wohnung verschicken.“ Zwar gebe es die zwei Ausweichfilialen, diese würden jedoch am Mittag schließen. So blieb der jungen Frau nicht mehr allzu viel Zeit, ihren Brief noch rechtzeitig aufzugeben.

Es gab jedoch auch Indestädter, die den Streik der Postbank-Angestellten unterstützten und nachvollziehen können. „Es ist das gute Recht der Mitarbeiter, deshalb kann ich verstehen, dass sie streiken“, meinte Wolfgang Schult.

Wer in den kommenden Tagen Pakete oder Briefe verschicken möchte, kann das ab Dienstag wieder problemlos tun: Die Filiale an der Rosenallee soll ab neun Uhr wieder regulär besetzt sein.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert