Straßenbau Im Hag: Zu hohe Belastung für die Anwohner?

Von: Rudolf Müller
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Kanalbau in der Zufahrtstraße zu den Häusern Im Hag 53 bis 61: für die Stadt eine Notwendigkeit, für die Anwohner reine Geldverschwendung. Foto: Rudolf Müller
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Mit einem Schild machen Anwohner ihrem Ärger Luft.

Eschweiler. Wirft die Stadt öffentliche Gelder zum Fenster hinaus und greift darüber hinaus Bürgern ohne Notwendigkeit tief ins Portemonnaie? Anwohner der Straße Im Hag jedenfalls sind dieser Ansicht.

Dort wird das Teilstück, das von der Wilhelminenstraße aus zu den Häusern 53 bis 61 führt, derzeit aufgebaggert. Der Grund: Ein Abwasserkanal soll das vom oberhalb der Wilhelminenstraße liegenden Plateau direkt ins städtische Kanalsystem leiten.

Bisher funktionierte das mehr schlecht als recht mittels eines Gullys an der Wilhelminenstraße. Den, so Anwohner Hanns-Gunter Bosselmann, hätte man für etwa 10.000 Euro „ertüchtigen“ können. Stattdessen wird nun ein Kanal gebaut. Was zur Folge hat, dass auch die Zufahrtsstraße und der Platz vor den Häusern von Grund auf erneuert werden müssen. Veranschlagte Kosten: rund 330.000 Euro. „Wahnsinn“, kommentiert das ein Schild am Straßenrand.

Dass die fünf Anlieger dieser Stichstraße sauer sind, hat einen guten Grund: Sie werden für die Kosten anteilig zur Kasse gebeten. Und das nicht zu knapp. „Ich gehe davon aus, dass ich rund 30.000 Euro werde zahlen müssen“, sagt einer der Fünf. „Und das für eine Straße, die in Autobahnqualität gebaut wird – für die drei Autos, die hier täglich rein und raus fahren.“

Die Straße sei technisch nicht auf dem Stand der Zeit, hatte die Stadt betont, vielerorts seien Schlaglöcher, Absackungen und Verwerfungen festzustellen. Jetzt wird sie 60 Zentimeter tief ausgekoffert, um dann komplett erneuert zu werden.

„Standsicherheit und Frostsicherheit sind nicht gewährleistet. Es ist kein heterogener Untergrund“, hatte Eschweilers Technischer Beigeordneter Hermann Gödde erklärt. Hanns-Gunter Bosselmann, viele Jahre selbst im Tiefbauamt der Stadt Eschweiler verantwortlich tätig, hält Ersteres für schlichtweg unwahr. „Solche Schäden konnten nicht ausgemacht werden. Das ist ein Beweis dafür, dass ein nicht heterogener Untergrund, und das seit 60 Jahren, den an ihn gestellten Bedingungen (Verkehrsbelastung, Belastung durch schwerste Baugeräte und -fahrzeuge sowie allen Witterungseinflüssen) standgehalten hat.“

Lediglich „leichtere Oberflächenschäden in der ein bis zwei Zentimeter dicken Asphaltverschleißschicht“ seien zu erkennen. Dies aber sei normal bei einer solch dünnen Deckschicht und mit geringen Mitteln – Bosselmann spricht von einem jährlichen Unterhaltungsaufwand von etwa 2000 Euro – zu beseitigen. „Da für dieses Verkehrsgebiet zukünftig keine anderen Belastungen als die der vergangenen 60 Jahre zu erwarten sind, sehen wir, die Anwohner, keine Notwendigkeit für die von der Stadt aufwendig geplanten und aus unserer Sicht finanziell deshalb überzogenen Neubaumaßnahmen eines Kanals und der gesamten Verkehrsflächen“, so Bosselmann.

Auf ein Angebot der Stadt, die Stichstraße zu erwerben und als Privatstraße in Eigenregie zu sanieren und zu unterhalten, gingen die fünf Anwohner nicht ein. Jetzt wird gebuddelt. Wenn auch mit größtmöglicher Rücksicht auf die betroffenen Bewohner des Hag. Die Kanalarbeiten den Hang hinauf benötigten in zwei Etappen ganze zwei Tage – jeweils von 8 bis 17 Uhr. Um 17 Uhr wurde der jeweilige Grabenabschnitt wieder verfüllt – die Häuser und Garagen der Anwohner waren so auch mit dem Auto zu erreichen.

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