Eschweiler - Stoney Curtis: Gitarrenmeister aus Chicago

Stoney Curtis: Gitarrenmeister aus Chicago

Von: psi
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Fühlte sich in Eschweiler an
Fühlte sich in Eschweiler an den sibirischen Sommer erinnert: Stoney Curtis. Foto: Paul Santosi

Eschweiler. Nicht schlecht gestaunt über unsere hiesigen Minusgrade zurzeit hat Sänger und Gitarrist Stoney Curtis am Dienstag abend im Kulturzentrum Talbahnhof.

„Erinnert mich irgendwie an den sibirischen Sommer hier”, meinte der Bluesrocker launig auf den Eingangsstufen des Talbahnhofes, wo wir ihn kurz vor dem Konzert sprachen.

Begleiter aus der Region

Nach einem fast einjährigen Engagement in Amerikas Spielerparadies Las Vegas, wo vermutlich kuscheligere Temperaturen herrschten, zog es den aus Chicago stammenden Stoney Curtis nun wieder zu einer Mini- Europa-Tour zu uns.

Dabei bediente er sich diesmal einer komplett deutschen Rhythmus-Abteilung. Till Weber am Schlagzeug und Uwe Böttcher am Bass stammen nicht nur aus der Region, sondern sind auch exzellente Begleiter, die mit ein paar Proben zu verlässlichen Bühnen-Mitarbeitern auch internationaler Acts werden.

Mit Schwung fand Stoney Curtis, der insgesamt etwas aufgeräumter wirkte als beim vergangenen Auftritt, in den Abend und legte gleich ein paar Songs seiner Alben „Acid Blues” und „Cosmic Connection” aufs Parkett.

Vielleicht hat das lange Engagement in Las Vegas dazu geführt, dass sein Programm nicht mehr so ungeschliffen und rauh wirkte. Druckvolle und betont langsamere Stücke wechselten einander ab, wobei letztere bei einem Teil des Publikums nicht ganz so gut ankamen.

Vielleicht lag es an Curtis leicht lädierter Stimme, die bei Liebesschmerz-Balladen etwas von der gewünschten Melodie-Ideallinie abwich. Rockigere Nummern wie „Big Beautiful Women” transportierte der Gitarrenmeister aus Chicago weitaus authentischer.

Schweiß-Handtücher

Während beim ersten Debut-Konzert vor ein paar Jahren schon nach wenigen Minuten Schweiß-Handtücher notwendig waren, wirkt Stoney Curtis am Dienstag abend viel cooler und kompakter und präsentiert eine eher getragenere Show, die mehr Wert auf musikalische Abwechslung legt. Die berüchtigten Bearbeitungs-Attacken auf seiner Gitarre des legendären Typs „Flying-V” gab es leider auch nicht mehr zu sehen.

Wie Stoney Curtis uns vorab erzählte, ist ein Bluesrock-Konzert in einem Club in Europa kaum zu vergleichen mit einem in den USA. „Dort haben die Leute Spaß beim Bier abends einer Kneipe, wo auch viel gelacht und geredet wird. Die Band macht ihre Musik beinahe schon als Hintergrundkulisse. In Europa hören die Leute eher zu und sind an musikalischen Details interessiert. Das hat mehr Konzertcharakter.”

Am Tag nach dem Auftritt im Kulturzentrum ist Stoney Curtis bereits gemeinsam mit Bassist Uwe Böttcher bei einem Duo-Auftritt in Berlin. Das Publikum dort wird vermutlich genauso dankbar nach gut zwei Stunden Bluesrock-Programm sein wie am Dienstag abend in Eschweiler.

Etwas Besonders zum Jubiläum

Der Auftritt des Stoney Curtis-Trios war übrigens der Neunundneunzigste in der seit neun Jahren bestehenden Reihe „Blues meets Rock”.

Organisator Klaus Schmidt hat sich für das anstehende Jubiläum etwas Besonderes einfallen lassen. So ist neben zwei Abenden Live-Musik am 4. März im Talbahnhof ein Schnäppchenmarkt für Musiker geplant. Musikfans sollten daher auf die kommenden Vorberichte in unserer Zeitung achten.
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