Stimmungsvolle Sitzung: Die Löwengarde erhält ihre Entlassurkunde

Von: zsa
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Die große gemischte Tanzgarde der Löwengarde zeigte in der Weisweiler Festhalle Tanz und Akrobatik vom Feinsten. Foto: Sandra Ziemons
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Ein Bollerwagen für das ehemalige „Patenkind“. Marc Engelhardt, Präsident der Blauen Funken Eschweiler, entließ Norbert Bartz und seine KG Die Löwengarde aus seiner Obhut und wünschte alles Gute für die weitere Zukunft. Foto: Sandra Ziemons

Weisweiler. Samstagabend in der Weisweiler Festhalle: Die KG Löwengarde hatte zur Karnevalssitzung geladen. Es wurde für die Löwengarde und ihre Gäste wie immer ein toller Abend und diesmal sogar ein ganz besonderer, denn es war die erste Sitzung in der ersten Session als offizielles Mitglied des Eschweiler Karnevalskomitees.

Im zweiten Anlauf wurde die KG am 4. Juni 2014 ins Karnevalskomitee der Stadt Eschweiler aufgenommen. Die Freude hierüber war bei allen Mitgliedern, Freunden und Unterstützern einschließlich der Patengesellschaft, der Blaue-Funken-Artillerie Eschweiler, groß.

Und so war es nur verständlich, dass Löwengarde-Präsident Norbert Bartz nun in der Weisweiler Festhalle nach dem Aufmarsch seiner blau-rot-gelben Gesellschaft stolz die neue Standarte präsentierte, auf der vermerkt ist, dass die Löwengarde Mitglied im Eschweiler Karnevalskomitee ist.

Erstmals wurde die Löwengarde beim Einmarsch vom Trommler- und Pfeiferkorps Eschweiler-Röhe unter Leitung von Michael Möllejans begleitet. Beim anschließenden Bühnenspiel überraschten die Musiker sogar mit einer Darbietung von Helene Fischers Hit „Atemlos“.

Trommlerkorps springt ein

Den offiziellen Auftakt machte die Jugendgarde der Löwengarde, die einen tollen Tanz präsentierte. Stolz verkündete Norbert Bartz, dass sich dieses Eigengewächs der KG, wie auch einige Solisten, für die Norddeutsche Meisterschaft im karnevalistischen Tanzen qualifiziert habe. Nach dem äußerst gelungenen Beginn dann der Schock:

D’r Tulpenheini stand im Stau auf der teilgesperrten A4 und schaffte es nicht, zu kommen. Spontan erklärte sich jedoch das Trommler- und Pfeiferkorps Röhe bereit, einzuspringen, und präsentierte dem Publikum noch einige kölsche Lieder.

Den Beweis, dass die Löwengarde auf allerhöchstem Niveau tanzt, lieferten dann die Juniorengarde sowie die Mariechen Salisa Schäfer, Leonie Berndt und Gianna Schönen. Besonders die Solistinnen erhielten viel Applaus für ihre furiosen Tänze. Dem Augen- folgte sogleich ein weiterer Ohrenschmaus: Die Nothberger Fanfarentrompeter unter Leitung von Stephan Breuer rissen mit „Kölsche Jung“, „Pirate“ und „Dat is geil“ die ersten Gäste von ihren Stühlen.

Natürlich schaute auch Prinz Thomas I. (Weiland) mit seinem Zeremonienmeister Harald (Weiland) vorbei. Bevor das Prinzengespann sein Prinzenlied sang, gratulierte Prinz Thomas der Löwengarde zur Aufnahme in das Eschweiler Karnevalskomitee. Anschließend begrüßte Löwengarde-Präsident Norbert Bartz noch einige besondere Gäste, wurde dabei aber frech von „Trienchen“, alias Markus Spiegelmacher, gestört.

Im Hausfrauenkittel und mit Mariechenhut ausgestattet, wollte diese nun mit den Ehrengästen einen trinken. „Beutel auf, Brause in den Mund, Vodka rein und kräftig schütteln“, hieß es dann von Trienchen, die unter anderem der stellvertretenden Bürgermeisterin von Stolberg, Karina Wahlen, und auch dem Präsidenten der KG Kirchspiel Lohn, Leo Gehlen, ein „Modegetränk“ anbot. Auch einen „Tanz“ ließ sich Trienchen nicht nehmen und präsentierte eben jenen auch mit Elferratsmitglied Norbert Fuhs auf der Bühne.

Das Tanzpaar der KG, Katrin Schmidt und Julian Wahlen, zeigte Trienchen und dem Publikum aber anschließend wieder, wie ein ordentlicher Tanz aussehen sollte. Dafür ernteten die beiden, die sich auch als Marketenderin sowie Trainerin der Jugendgarde und Jugendleiter engagieren, viel Applaus. Für ein besonderes Stimmungshoch sorgte danach die Eschweiler Mundart-Band Puddelrüh, die mit gecoverten und eigenen Liedern wie beispielsweise „Schatzepaav“ auch erste Tanzeinlagen des Publikums auslösten.

Als Gastgesellschaft empfing die Löwengarde aus besonderem Grund die KG Blaue-Funken-Artillerie Eschweiler. Diese hatte die Löwengarde bis zuletzt als Patengesellschaft unter ihre Fittiche genommen und so bis zur Aufnahme in das Eschweiler Karnevalskomitee begleitet. Blaue-Funken-Präsident Marc Engelhardt hatte über 80 Mann und natürlich auch ein kleines Programm mitgebracht. Damit aber nicht genug: „Wir haben damals sofort Ja gesagt, weil wir gesehen haben, da tut sich was.

Für uns war es daher selbstverständlich, die Patenschaft für die Löwengarde zu übernehmen“, sagte Engelhardt. „Ihr habt euch letzte Woche auf der Prinzenproklamation hervorragend präsentiert. Ihr könnt stolz auf euch sein“, führte er fort. Es sei nun die Zeit gekommen, loszulassen. Symbolisch übergab Engelhardt daher ein besonderes Geschenk an einen überraschten und sichtlich gerührten Norbert Bartz: ein kleiner Bollerwagen mit Luftballons in Farben der Löwengarde und der Blauen Funken.

Schließlich habe man die Löwengarde bis hierher auf den Rosenmontagsumzügen mitgezogen, meinte Engelhardt. Mit einer „Entlassurkunde“ rundete er das Geschenk ab. Ab sofort stehe die Löwengarde auf eigenen Beinen. Löwengarde-Präsident Norbert Bartz bedankte sich bei Engelhardt mit einem Glaspokal. Gerne komme er aber bei Fragen zum Rosenmontagszug, den die Löwengarde dieses Jahr erstmals eigenständig bestreitet, auf die Blauen Funken zurück.

„Knete mopsen“

Wie vor ihr die anderen Eigengewächse der KG Löwengarde, bewies zu fortgeschrittener Stunde auch noch Tanzmarie Julia Böhmer ihr Können. Für ihre bezaubernde Darbietung erntete sie viel Applaus. Begeistert war das Publikum anschließend ebenfalls von Schlabber und Latz. Das Komik-Duo unterhielt unter dem Motto „Rheinische Lieder“. Während Latz vorsang und das Publikum nach- und mitsang, übersetzte Schlabber einige der Lieder wie beispielsweise „Kölsche Mädcher“ ins Niederländische.

Seine Begründung: Schließlich hätten kölsche Lieder niederländische Wurzeln. Während Latz bei seiner Frau „obenrum“ in die „Begehrlichkeiten“ investiert hatte, jammerte Schlabber, er und seine Frau hätten völlig unterschiedliche Interessen: „Sie will mir meine Knete mopsen und ich will ihre Möpse kneten“.

Als nächster Programmpunkt lieferte die große gemischte Tanzgarde der Löwengarde trotz zweier krankheitsbedingter Ausfälle eine tolle Leistung ab und sorgte mit vielen Hebefiguren für wahre Begeisterungsstürme im Publikum. Begeistert zeigte sich anschließend auch Alfred Wings. Bevor er als „Der Lange“ in die Bütt stieg, widmete sich auch Wings kurz persönlich an die Löwengarde und gratulierte der KG, dass diese nun ins Komitee aufgenommen wurde.

Seine Rede habe er allen Leuten gewidmet, die im Karneval im Hintergrund wirken. Und so stieß er auf viel zustimmendes Nicken als er von der Fahrt ins Phantasialand erzählte. „Wir fahren ins Phantasialand“, sang Wings als „Jugendleiter und Mann für Alles“. Bus mit Motorschaden, Ersatzbus mit Dreck von einer Kegeltour, quengelnde Kinder, entnervte Betreuer und dann auch noch 20 Kilometer Stau: Eindrucksvoll zeichnete „Der Lange“ das Bild einer wahren Horrorfahrt.

Am Ende wird jedoch alles gut und der „Karneval bleibt jung und schön“. Kölsch-Rock vom Feinsten lieferten zum Abschluss einer wahrlich gelungenen Sitzung dann „De Halunke“. Mit Hits wie „Mir kumme met allemann vorbei“, „Man müsste nochmal 20 sein“ oder „Supergeile Zick“ brachten die fünf Musiker den Saal zum Kochen.

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