Eschweiler - Stimmgewaltige Sänger erobern St. Marien

Stimmgewaltige Sänger erobern St. Marien

Von: ran
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Sorgte ein ums andere Mal für Gänsehaut beim Publikum: Peter Orloff, Kopf des „Schwarzmeer-Kosaken-Chors”. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Ihre Stimmen flößen Ehrfurcht ein. Und dies weltweit. Bereits zum dritten Mal gastierte nun der „Schwarzmeer-Kosaken-Chor” mit Peter Orloff an der Spitze in Eschweiler.

In der, wohl auf Grund des Wetters, nicht ganz vollbesetzten Pfarrkirche St. Marien in Röthgen begeisterten die Sänger, die „singend beten und betend singen”, ihre Zuhörer zunächst mit sakralen Werken, unter anderem von Franz Schubert und Dimitri Bortnjanski, bevor sie im zweiten Teil des Konzerts dem Publikum ihre russische Seele öffneten und es in die unendliche Weite der Steppe entführten.

„Wir möchten, dass Sie die Erinnerung an dieses Konzert in Ihrem Herzen behalten”, begrüßte Peter Orloff, dessen Vater Nikolai im Jahr 1938 zu den Gründern des inzwischen legendären Chores gehörte, die Zuhörer. Zuvor waren die zehn Sänger zu den Klängen von „Adeste Fidelis” einmarschiert, um gleich einen ersten Höhepunkt zu setzen. Dem „Vater unser” von Nikolai-Rimsky Korssakow hörte das Publikum stehend zu und verzichtete nur auf Bitten der Sänger auf den Applaus - zum letzten Mal an diesem Abend.

Die sagenhaft große Klangfülle des gesamten Chores offenbarte sich eindrucksvoll bei „Dir, o Herr, singen wir” (Tebe poem), bevor Tenor Georgi Serbesov mit „Ich bete an die Macht der Liebe” eine der berühmtesten Kompositionen von Dimitri Bortnjanski stimmgewaltig interpretierte. Peter Orloff sorgte mit seinem Solo „Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen” für Gänsehaut. Dem stand Tenor Iskander Turiare wenig später mit dem weltbekannten „Ave Maria” von Franz Schubert in nichts nach.

Als schließlich Stefan Arininsky, laut Peter Orloff einer der besten Bässe der Welt, mit „Auf viele Jahre” das Abschlusslied der russisch-orthodoxen Liturgie anstimmte, dürfte so manchem Zuhörer bewusst geworden sein, was Stimmgewalt bedeutet. Mit dem Weihnachtslied „O du fröhliche”, in das das Publikum freudig einstimmte, ging der erste Teil des Konzerts zu Ende.

„Der Gefangenenchor” aus Guiseppe Verdis Oper Nabucco bildete nach der Pause eine würdige Wiedereröffnung, der unter der Leitung von Bariton Nasko Kirtcheff eine musikalische Reise von Moskau nach Irkutsk an den „Glorreichen Baikalsee” folgte. Und weiter ging der Parforceritt durch die Vergangenheit der russischen Geschichte.

Klassiker wie „Das klingende Glöckchen”, die Legende vom Kosakenhauptmann „Stenka Rasin”, „Die jungen Kosaken vom Don”, „Abendglocken” oder „Die Legende von den zwölf Räubern” ließen die Herzen der begeisterten Zuhörer immer wieder höher schlagen. Erst recht, als die „Schwarzmeer-Kosaken” das Weihnachtslied „Alle Jahre wieder” gemeinsam mit dem Publikum anstimmten und auch die nur noch selten gesungene vierte Strophe zu Gehör brachten.

Versprechen gehalten

Äußerst temperament- und stimmungsvoll schloss „Kalinka” das großartige Programm ab. „Die Schwarzmeer-Kosaken haben uns versprochen, das beste Konzert ihrer Konzertreise in Eschweiler zu präsentieren. Ich denke, sie haben ihr Versprechen gehalten”, dankte Wolfgang Rüsges, Mitglied des Kirchenvorstands der Gemeinde Heilig Geist, der die Pfarrkirchen St. Antonius Bergrath, St. Barbara Pumpe-Stich, St. Cäcilia Nothberg, St. Marien Röthgen und St. Wendelinus Hastenrath angehören, den Chorsängern.

Diese verabschiedeten sich standesgemäß: „Guten Abend, gute Nacht”, dargebracht von zehn faszinierenden Stimmen, bildete eine großartige Zugabe. „Der Schwarzmeer Kosaken-Chor freut sich auf ein Wiedersehen in Eschweiler”, weckte Peter Orloff abschließend Hoffnung auf mehr. Schließlich sind aller Guten Dinge vier.
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