Startschuss für 45. Volkslauf: Hunderte Läufer erwartet

Von: tim
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Das Orgateam Hans-Günter Hirsch, Michael Ruers, Horst Schmidt, Jörg Schmitz und Manfred Beitzel (v.l.)hofft auf gutes Wetter. Foto: Timo Müller
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Das Konterfei des Heinrich Joseph Rosen, nach dem die Rosenallee benannt wurde, ziert die Volkslauf-Medaille. Foto: Timo Müller

Eschweiler. Zum sage und schreibe 45. Mal fällt am Sonntag, 15. März, der Startschuss zum Internationalen Volkslauf der Leichtathletik-Sportgemeinschaft Eschweiler (LSG), die im 25. Jahr bei dieser Veranstaltung federführend ist. Ausgangspunkt der verschiedenen Läufe ist wie seit jeher das Waldstadion an der Barbarastraße.

Los geht‘s um 9.50 bzw. 9.55 Uhr mit den 300-Meter-Läufen der Bambini. Daraufhin erfolgt um 10 Uhr der Start des Peter-Dederichs-Laufs über 10.000 Meter, bei dem rund 200 Teilnehmer erwartet werden. Nur fünf Minuten später gehen die Wanderer und Nordic Walker auf die Piste. Dann geht es ab 10.15 Uhr weiter mit den Kinderläufen über 300 sowie 600 Meter, bei denen mit rund 200 Kindern gerechnet wird.

Die größte Zahl an Läufern wird dann beim VR-Bank-Halbmarathon erwartet. Dieser führt die Teilnehmer vom Waldstadion durch den Stadtwald, über den Donnerberg, vorbei an Hastenrath, durch Bergrath und wieder zurück durch den Stadtwald ins Waldstadion.

Die anspruchsvolle Strecke wird den Sportlern nicht zuletzt durch ihr welliges Profil, auf dem 130 Höhenmeter zu bewältigen sein werden, einiges abverlangen. Die Organisatoren hoffen darauf, dass Petrus es gut meinen wird mit den Läufern: „Das Wetter ist mit Sicherheit da, wir wissen bloß nicht, wie es sein wird“, schmunzelt Manfred Beitzel, Sportlicher Leiter der LSG. Zahlreiche Helfer möchten wieder für einen reibungslosen Ablauf und für das Wohl der Teilnehmer und Besucher sorgen. So sind nicht nur die Feuerwehr und die Johanniter für etwaige Notfälle vor Ort, sondern auch zahlreiche Mitglieder der LSG und der ESG-Turnabteilung.

„Bisher haben sich 240 Läufer angemeldet“, so Hans-Günter Hirsch, Vorsitzender der Sportgemeinschaft. Die Teilnehmer, die sich „mit Medaille“ zu den Läufen anmelden und das Ziel erreichen, erhalten wieder eine Medaille.

Dieses Mal ziert diese das Konterfei von Heinz Joseph Rosen, der maßgeblich an der Gestaltung der Eschweiler „Neustadt“ beteiligt war und nach dem die Rosenallee benannt wurde. Inspiration für diese Wahl war Leo Brauns Buch zu Eschweiler Straßennamen. Wer sich noch anmelden möchte kann dies unter raceresult.com, per E-Mail Wolfgang.halscheid@LSG-Eschweiler.de oder schriftlich bei Wolfgang Hal­scheid, Heidestraße 4a in Eschweiler tun (bei gleichzeitiger Entrichtung des Startgeldes auf das Konto der LSG bei der VR-Bank: IBAN: DE74 3916 2980 611 15550 26 (BIC: GENODED1WU. Meldeschluss ist Freitag, 13. März. Urkunden können auf www.raceresult.com ausgedruckt werden.

Stadtbild maßgeblich beeinflusst

Heinrich Joseph Rosen wurde am 25. Mai 1825 in Volkenrath geboren und starb am 24. Mai 1884, also einen Tag vor seinem 59. Geburtstag, in Eschweiler. Zusammen mit seinem Sohn Franz Rosen (geboren am 26. Juli 1849 in Eschweiler, gestorben am 26. Februar 1912 in Köln) – die weit verbreitete Behauptung, Franz Rosen sei der Bruder Joseph Rosens gewesen, ist falsch – war er als Bauunternehmer und Kaufmann maßgeblich an der städtebaulichen Entwicklung Eschweilers, insbesondere der „Neustadt“ südlich der Inde, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beteiligt. Nach Joseph Rosen wurde 1883 die Rosenallee benannt, nach seinem Sohn Franz 1905 die Franzstraße. Mit seiner Frau, die er am 12. Januar 1849 heiratete und die 1903 im Alter von 78 Jahren starb, hatte Joseph Rosen vier Kinder: den Sohn Franz und drei Töchter. Laut der Heimatforscherin Marianne Dohmen übernahm Rosen um die Mitte des 19. Jahrhunderts „den Transport der riesigen Schlackenhalde der Zinkhütte Münsterbusch zur Hütte Diepenlichen (in Mausbach), wo die Rückstände noch einmal verhüttet wurden.

Er hielt für diese Arbeiten zeitweise bis zu 80 Pferde. Seinen Gewinn aus diesem Geschäft legte er in Grundstücken an. So hat er die Gestaltung des Stadtbildes und der Straßenzüge schon vor 100 Jahren maßgeblich beeinflusst. Rosen legte also anscheinend den Grundstein für sein Vermögen mit der für damalige Zeiten höchst innovativen Geschäftspraxis einer „Recycling-Logistik“ und spekulierte anschließend erfolgreich mit Grundstücken. Außerdem betätigte er sich als Bauunternehmer sowie Ziegeleibesitzer. Viel Geld soll er auch beim Bau der Eisenbahnlinie (beispielsweise 1860 Bau des Gebäudes Hauptbahnhof, Rheinische Eisenbahnlinie von Stolberg nach Langerwehe) und durch den Eschweiler Bergwerks-Verein (EBV) verdient haben. Ab 1856 begann die Bebauung südlich der Inde auf einem rund 60 Morgen großen Gelände, dessen Eigentümer wohl Rosen gewesen ist. Hier in der „Eschweiler Südstadt“ entstanden die neuen Straßen Marienstraße, Neustraße, Englerthstraße, Neugrabenstraße, Moltkestraße, Rosenallee und Franzstraße. Die Familie Rosen lebte im heute unter Denkmalschutz stehenden Patrizierhaus Röthgener Straße 72.

Joseph Rosen war Stifter der Odilienkapelle, deren Fertigstellung 1884 er nicht mehr erlebte. Die Odilienkapelle wurde 1956 abgerissen. Auch den Bau der 1884 fertiggestellten Pfarrkirche St. Wendelinus in Hastenrath unterstützte Rosen. 1884 übernahm die Firma Rosen das 1860 gegründete Gaswerk der Firma Zündorf. Das Büro der „Gasanstalt Joseph Rosen“, die Gas für die öffentliche Straßenbeleuchtung in der Inde­stadt lieferte, befand sich am Langwahn Nr. 40.

Das Gaswerk von Rosen ist die Keimzelle des späteren Licht- und Kraftwerks. Von 1882 bis zu seinem Tod war Joseph Rosen Kreistagsabgeordneter und Abgeordneter im Rheinischen Provinziallandtag. Joseph Rosen und sein Sohn Franz sind in der Gruft der Familien Besgen und Rosen auf dem Friedhof an der Dürener Straße beigesetzt.

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