Stand-up-Comedian: Krebs ist „Permanent Panne“

Von: ran
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Auf dem besten Weg, den Zustand „Permanent Panne“ zu erreichen: Stand-up-Comedian Markus Krebs kam im Talbahnhof der Vollendung seines neuen Programms ein gewaltiges Stück näher. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Übung macht den Meister. Und Training unter Wettkampfbedingungen ist unersetzlich. Diese Weisheiten gelten selbst für einen Stand-up-Comedian der Marke Markus Krebs.

So probte der einstige Vize-Baumarktleiter und aktuelle MSV-Duisburg-Fan am Freitagabend, also knappe 20 Stunden vor dem 4:0-Erdrutschsieg seiner Zebras über den FSV Mainz II in Liga Drei, auf der Bühne des absolut vollbesetzten Talbahnhofs (manche Zuhörer durften sogar einen Perspektivwechsel vor- und auf der Bühne Platz nehmen) den Ernstfall und kam im Verlauf der Vorpremiere der Vollendung seines neuen Programms „Permanent Panne“ extrem nahe.

Nicht zuletzt in Sachen Botschaft: „Die gibt es nicht. Ihr nehmt nix mit nach Hause. Keine Politik, keine Religion! Sondern einfach nur schön“, ließ Markus Krebs seine Zuhörer wissen. Diese kamen stattdessen in den Genuss knallharter eigenbiographischer Aufarbeitung. Marktlücken inklusive: „In einer perfekten Welt wäre morgens mein Deo warm!“, geriet der Gewinner des RTL Comedy Grand Prix 2011 zwischendurch sogar ins Träumen, um jedoch schnellstmöglich wieder auf dem Boden der Realität zu landen. „Meine Ex-Frau wollte einmal das L-Wort hören. Langweilig war wohl nicht richtig“, zeigte sich der Comedian zwischenzeitlich ein wenig ratlos. Zumal er inzwischen das Geranien-Alter, das den Übergang von stehend zu hängend trefflich beschreibt, erreicht hat und er auf der Suche nach dem Harnsteinzimmer immer wieder Rückschläge hinnehmen muss. „Zuletzt bin ich bei D für Deutsche rein, da bei H für Holländer alles besetzt war“, plauderte Markus Krebs, der mit seiner Freundin nun auch Paarschippen geht und deshalb eine zweite Schaufel gekauft hat, aus dem Nähkästchen.

Vor der Pause bekam schließlich noch die liebe Nachbarschaft ihr Fett weg. „Dieses Wort lässt sich nicht ohne Arsch schreiben. Das muss einen Grund haben“, mutmaßte Markus Krebs, bevor er sein Publikum mit einem verwirrenden Zahlenspiel in die Halbzeit schickte. „Ist dort vier Mal die Eins? Nein, zweimal die Elf! Oh, dann habe ich mich verwählt. Macht nichts, das Telefon hat ja eh geklingelt!“

Im zweiten Abschnitt standen dann äußerst entspannte Kneipiers, mehr oder vor allem weniger stabile Seitenlagen, Witze aus dem Publikum sowie eine nervenzerreißende Märchenstunde mit FSK-Freigabe, also „für sensible Kinder“, im Mittelpunkt. „Wobei ich überzeugt bin, dass die Gebrüder Grimm extrem einen an der Mütze gehabt haben müssen. Ich nenne sie deshalb auch immer Gebrüder Gramm“, schlussfolgerte Markus Krebs, nachdem er eine ganz persönliche Version von Rumpelstilzchen zum Besten gegeben hatte. Und das Fazit nach der mehr als zweistündigen Trainingseinheit?

Markus Krebs ist nicht mehr weit davon entfernt, „Permanent Panne“ zu sein. In weniger als vier Wochen (Samstag, 10. September) sollte er am Ziel sein. „Dann stehe ich auf der Bühne irgendeiner Aula in Eschweiler“, blickte Krebs nach vorne. „Realschule Patternhof“, so der vielstimmige Chor aus dem Publikum. „Das kommt mir entgegen!“, so die augenzwinkernde Antwort des Comedians.

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