Stammgast Kalle Pohl: Der Frauentyp als Flamenco-Gitarrist

Von: mic
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Mit „Sex & Drugs & Kalle Pohl” unterhielten Tobi Sauter (links) und Kalle Pohl das Publikum gut zwei Stunden lang. Foto: Michael Cremer

Eschweiler. Im gut besuchten Saal des Talbahnhofs gab es am Mittwochabend ein Wiedersehen mit Stammgast Kalle Pohl. Zwei Stunden lang bekam das Publikum „Sex & Drugs & Kalle Pohl” geboten, eine Mischung aus Konzert und Comedy, bei der der gebürtige Merzenicher sich nach Herzenslust austoben konnte.

Pohl hatte an diesem Abend reichlich Gelegenheit, seine Qualitäten als musikalischer Entertainer zu zeigen. Mal griff er zur Zwölfsaitigen, mal zur Konzertgitarre, um im Anschluss das Akkordeon zu bedienen.

Als musikalischen Partner hatte Pohl den jungen Tobi Sauter dabei, der den Komiker an Keyboard und Cajón (Kistentrommel) gekonnt begleitete. Zwischen beiden entsponnen sich immer wieder witzige Dialoge, die für Lacher sorgten.

Dass Kalle Pohl um flotte Sprüche nicht verlegen ist, weiß jeder, der ihn auf der Bühne oder im Fernsehen (unter anderem bei der RTL-Sendung „Sieben Tage, sieben Köpfe”) erlebt hat. Und von diesen hatte er am Mittwochabend jede Menge im Gepäck, auch wenn sie hin und wieder arg flach gerieten.

Karrierestart in Merzenich

Es sei nicht sein erstes Konzert, verriet er dem Eschweiler Publikum augenzwinkernd. Dies habe er im Wohnzimmer seiner Eltern gegeben. Die Nachbarn seien so begeistert gewesen, dass er daraufhin seine Karriere „out of Merzenich” gestartet habe.

Der Auftritt war ein musikalischer Ritt durch alle möglichen Musikrichtungen, vom Boogie über Blues bis hin zu Chanson und Gassenhauer. Man weiß bei Kalle Pohl nie genau, was man bekommt. Auch wenn er immer wieder ruhigere Töne anschlug und die Stimmung ins Melancholische kippte, so endeten auch diese Lieder meist in einer humoristischen Pointe.

In seinen Stücken und Verzällcher ließ er seine „Horror-Oma” zu Wort kommen, die ihren Enkel beim Märchenerzählen in Angst und Schrecken versetzte, schilderte gemeinsam mit Tobi Sauter a capella den Werdegang eines Huhns vom Ei bis in den Suppentopf („Freilaufend oder Bodenhaltung - Erfindung von der Hofverwaltung”) oder lieferte als Frauen- (und Pantoffelheld) Antworten auf die alles entscheidende Frage: „Kalle, wie wird man so ein Frauentyp?”

Heißblütiger Spanier

Kalle Pohl wäre nicht Kalle Pohl, hätte er es am Mittwoch nicht geschafft, seine Zuhörer zum Mitsingen und Mitklatschen zu bewegen. Dies gelang ihm spielend leicht mit der „kleinen Fleischfachverkäuferin” und auch als heißblütiger Spanier an der Flamenco-Gitarre.

Und schließlich wusste er auch zu erklären, woher die Angst vor allem Fremden kommt. Das sei ein Urinstinkt, der vom Herdenleben herrühre. „Wenn in der Steinzeit ein Fremder kam, dann konnte das nur zwei Gründe haben: Entweder wollte er eine Frau entführen - oder er war Zeuge Jehovas.” Diese Furcht habe sich bis heute gehalten, zumal in der Eifel, wo man an jedem dritten Haus ein Schild mit der Aufschrift „Fremdenzimmer” finde. „Aber wehe, es kommt einer!”

Nach gut zwei Stunden Programm entließ das Publikum Kalle Pohl und Tobi Sauter klatschend aus dem Talbahnhof. Natürlich kam der Entertainer nicht nicht ohne Zugabe von der Bühne.
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