Städtepartnerschaft: Jetzt kooperieren auch die Musikschulen

Von: Sonja Essers
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Zwei der Wahrzeichen von Wattrelos auf einem Bild: die riesige Statue von Jeanne de Wattrelos vor der Kirche Saint Maclou. Foto: Rudolf Müller
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Sie wollen sich darum kümmern, dass die Partnerschaft noch lange bestehen bleibt und mit viel Leben gefüllt wird: Die beiden stellvertretenden Bürgermeisterinnen Michèle Coquelle (links) und Laurence Sueur sowie Hartmut Fröhlich, Vorsitzender des Eschweiler Partnerschaftsvereins. Foto: Sonja Essers
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Städtepartnerschaften verbinden nicht nur Politiker, sondern auch die Bürger aus Eschweiler und Wattrelos. Foto: Sonja Essers

Eschweiler/Wattrelos. Zu einem Fest der Freude hatte Dominique Baert, Bürgermeister der Stadt Wattrelos, seine Freunde aus der Inde-stadt am Samstag geladen. Der Grund: Seit mittlerweile 40 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen den beiden Städten, die weitaus mehr ist als ein Austausch auf politischer Ebene.

Bereits im Mai dieses Jahres fand im Eschweiler Rathaus ein Festakt statt. Der zweite Teil der Feierlichkeiten folgte nun in Wattrelos.

Mit von der Partie waren an diesem Tag nicht Bürgermeister Rudi Bertram und René Costantini, Pressesprecher der Stadt Eschweiler. Auch der Partnerschaftsverein, vertreten durch seinen 1. Vorsitzenden Hartmut Fröhlich und Lieselotte Coppeneur-Föhlich, durfte nicht fehlen. Als Vertreter der Eschweiler Politik fuhren Konstantin Theuer (FPD) und Gerhard Kersten (CDU) mit. Das Karnevalskomitee der Stadt Eschweiler wurde durch dessen Präsidenten Norbert Weiland sowie Vize-Präsident Walter Münchow vertreten.

Welch enorme Bedeutung diese Städtepartnerschaft für die Indestädter hat, machte Bürgermeister Rudi Bertram in seiner Rede deutlich. „Wir sind heute hier zusammen gekommen, weil vor 40 Jahren ein ganz besonderes Bündnis geschlossen wurde. Was vor Jahrzehnten noch mehr einer Idee, einem Plan entsprach, ist heute erfolgreiche allgegenwärtige Praxis. Die Städtepartnerschaft wird gelebt und entwickelt sich über gemeinsame Projekte.“

Am 15. März 1975 wurden die Gründungsurkunden für die Städtepartnerschaft unterzeichnet. Fand zunächst nur ein Austausch zwischen den beiden Rathäusern statt, so wurde daraus Stück für Stück auch eine Freundschaft zwischen den Bürgern der beiden Städte. Nicht nur der Partnerschaftsverein, die Naturfreunde und die Boule-Gruppen wirkten an dieser Entwicklung mit und leben sie bis heute. Auch der Karneval ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der deutsch-französischen Freundschaft. Und auch ein regelmäßiger Austausch zwischen Schülern findet seit etlichen Jahren statt.

Und wie sieht es heute aus? Mit dieser Frage beschäftigte sich auch Bürgermeister Rudi Bertram in seiner Rede. „In einer Zeit, in der die Welt durch neue Technologien immer kleiner wird, sind kommunale Partnerschaften über Grenzen hinaus mehr denn je ein unverzichtbares Instrument der Zusammenarbeit in Europa, aber auch weltweit.“ Besonders in diesen schwierigen Zeiten müsse man näher zusammenrücken und Europa leben, sprach Bertram damit auch die aktuelle Flüchtlingssituation an.

„Unsere Städtepartnerschaft ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie Bürger die Integration Europas auf lokaler Ebene vorantreiben und gestalten können“, sagte Bertram. Das Ziel sei jedoch weiterhin die freundschaftlichen Beziehungen zu stärken und mit Leben zu füllen. „Städtepartnerschaften sind viel mehr als ein Schild am Ortseingang und die Unterzeichnung von Urkunden“, resümierte Bertram.

Wie genau die Gestaltung der gemeinsamen Zukunft aussehen kann, machte Dominique Baert in seiner Rede deutlich. Erst im Mai habe man sich dazu entschlossen die Musikschulen beider Städte zusammenzubringen. Die ersten Schritte seien bereits erledigt und Baert freute sich bereits darauf, bald erste „partnerschaftliche Noten“ zu hören. Auch am Schüleraustausch soll weitergearbeitet werden, versprach der Bürgermeister. „Und mit unserem Karneval sind und bleiben wir Brüder“, blickte Baert auf einen ganz besonderen Teil der Freundschaft zwischen den beiden Städten.

Nicht nur die Partnerschaft zwischen Wattrelos und Eschweiler wurde an diesem Tag gefeiert. Bei dem Empfang im Rathaus war auch Dr. Carlos Alberto Chaves Monteiro, erster stellvertretender Bürgermeister des portugiesischen Städtchens Guarda, mit von der Partie. Wattrelos und Guarda verbrindet immerhin bereits eine 25-jährige Freundschaft. Fast 30 Jahre besteht die Städtepartnerschaft zwischen Wattrelos und Mohàcs in Ungarn bereits. Natürlich war auch Erika Kovacs Boor als stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt vor Ort.

Es wurde am Samstag jedoch nicht nur gemeinsam gefeiert. Schließlich ist ein guter Freund auch dazu da, um seine Erfahrungen weiterzugeben und Ratschläge zu erteilen. Das wurde vor allem in der Rede von Hartmut Fröhlich deutlich. Der Vorsitzende des Eschweiler Partnerschaftsvereins meinte: „Eschweiler ist nicht die einzige Stadt in Deutschland, die Aufgaben, die in der Städtepartnerschaft zu bewältigen sind, an einen Verein überträgt.“ In Wattrelos gibt es einen solchen nicht, sondern die Stadtverwaltung muss sich um die Städtepartnerschaft kümmern.

Fröhlich versuchte seinen Freunden aus Wattrelos Mut zu machen, in Zukunft neue Wege zu gehen. „Der Partnerschaftsverein und die Stadt Eschweiler sehen sich in der Partnerschaftsarbeit gut aufgestellt. Wir können nur Empfehlungen aussprechen, sich Neuem zu öffnen und neue Wege zu gehen, damit die Städtepartnerschaft zwischen Eschweiler und Wattrelos noch viele Jahre weiter besteht und Freundschaften gepflegt werden.“

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