Stadtrat gibt Windrädern bei Lohn seinen Segen

Von: pan
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Windrad
Im weiteren Verfahren sollen die Anzahl, Höhe und der Abstand der Windräder zum Ortsrand festgelegt werden. Symbolbild: dpa Foto: dpa

Eschweiler. Die Zahl der Zuschauer im Ratssaal ließ am Mittwochabend die Bedeutung der Sitzung erahnen. Kernpunkt des Interesses war offensichtlich die Entscheidung zum Windpark nördlich von Lohn und Fronhoven. Nach langer Diskussion brachte die Mehrheit den Flächennutzungsplan auf den Weg, der grundsätzlich Windenergieanlagen an der Grenze zur Gemeinde Aldenhoven zulässt.

CDU, FDP, UWG und der Vertreter der Piratenpartei stimmten dagegen. Dass die CDU dann letztlich für den Bebauungsplan votierte, begründete Ratsherr Marc Müller auch damit, dass in diesem Verfahren den Bürgern die Möglichkeit gegeben sei, ihre Bedenken juristisch einzubringen.

Die Union setzte sich zuvor dafür ein, die Fläche für potenzielle Windanlagen dort im Flächennutzungsplan zu verringern, um einen ausreichenden Abstand zu den Wohnhäusern zu sichern. Diesen Plan will die Verwaltung nicht anpassen. „Dann müssen wir das ganze Verfahren wieder neu aufrollen, das wirft uns um zwei Jahre zurück“, entgegnete der Technische Beigeordnete Hermann Gödde.

Die Sozialdemokraten schlugen sich auf seine Seite. Jede Energieform berge Nachteile. „Wir können noch im Bebauungsplanverfahren die Höhe und Entfernung der Anlagen festlegen“, argumentierte die SPD-Fraktionsvorsitzende Nadine Leonardt. Ähnlich sah dies Dietmar Widell von Bündnis 90/Die Grünen: „Der B-Plan ist die Chance für die Juristerei.“

„Feinjustierung“ vorgehen

Dem Beschluss ging die Debatte darüber voraus, ob es sinnvoll sei, erst den Bebauungsplan auf den Weg zu bringen und danach über den übergeordneten Flächennutzungsplan zu entscheiden. Vor allem die CDU kritisierte die Vorgehensweise. Der Beigeordnete Hermann Gödde verwies darauf, dass man dadurch die „Feinjustierung“ nicht aufgebe.

Grundsätzlich gegen Windenergieanlagen dort sprachen sich Piraten und UWG aus. Erich Spies (UWG) nannte „grundsätzliche Bedenken“ und „gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Infraschall“. Die von der Stadt als Mindestabstand genannten 600 Meter seien in seinen Augen für die großen Anlagen nicht ausreichend.

In die gleiche Kerbe schlug der FDP-Ratsherr Konstantin Theuer: „Was hindert uns daran, die Abstände größer festzulegen?“ Die Liberalen sprechen sich dafür aus, den Faktor sieben, also bei 200 Meter hohen Anlagen einen Mindestabstand von 1400 Meter anzusetzen. Dies wurde jedoch von allen anderen Parteien abgelehnt.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Nadine Leonardt war um ein versöhnliches Fazit bemüht: „Wir liegen, was die Abstände betrifft, nicht weit auseinander. Dies stimmt mich für das B-Plan-Verfahren zuversichtlich“, meinte sie. Was übrigens alle Parteien mitteilten: „Wir nehmen die Bedenken der Bürgerinitiative sehr ernst“, war der wohl häufigste Satz am Mittwochabend.

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